(de) fda-ifa: Niemand kann frei sein, solange es nicht alle sind! von agdortmund

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Sun Oct 30 13:30:22 CET 2016


Fundstück von linksunten.indymedia, Text aus Dortmund erschienen welcher auf die Kiezdemo 
am 04.11. verweist. ---- Als Anarchist*innen lehnen wir das Rechtssystem des bürgerlichen 
Staates ab. Die Gesetze welche im jetzigem System gelten wurden von einer winzigen 
Minderheit für alle Menschen in dieser Gesellschaft festgelegt. Wir sind nicht perse gegen 
Regeln, auch in einer Anarchistischen Gesellschaft kann es Regeln geben. Diese würden aber 
von den Menschen definiert werden, welche von den Regeln betroffen sind. Vielmehr sehen 
wir das die Gesetze im jetzigem System in aller erster Linie der Herrschenden Klasse, dem 
privat Eigentum und den Herrschafts Institutionen nützen welche von diesem System leben 
und/oder es Verteidigen. ---- Im Kapitalismus besitzt nach wie vor ein winziger Teil der 
Weltweiten Gesamtbevölkerung ein großteil der Produktionsmittel und Reichtümer, während 
Millionen Menschen in bitterer armut leben müssen.

Die Arbeitskraft von Milliarden Menschen wird nach wie vor dazu benutzt, um den Überfluss 
und Materiellen Reichtum weniger zu garantieren. Auch wenn es zumindest in Deutschland 
eine relativ starke so genannte "Mittelschicht" gibt, welche vom Kapitalismus ebenfalls 
bedingt Materiell profitiert. Erzeugt die Lohnarbeit generell einen Zustand des Zwanges 
sich im bestehenden Reproduzieren zu müssen, konkurenz fähig zu bleiben um nicht nach 
"unten" ab zu rutschen. Wenn Menschen versuchen diese Ungerechten Eigentumsverhältnisse 
anzugreifen und/oder bestimmte Handlungen vollziehen müssen weil sie sonst nicht 
existieren können hat das harte Konsequenzen.

Der Staat und seine Represionsorgane nehmen sich das "Recht" darüber zu bestimmen was 
Richtig und Falsch ist. Welche Handlung bestraft wird, wie lange und wie scharf. Dieses 
Recht wird mit Gewalt durchgesetzt. Wir finden es gut wenn Menschen so handeln wie sie es 
für richtig halten ohne dabei die Freiheit anderer Menschen zu überschreiten. Auch wenn 
dabei das Recht des Bürgerlichen Staates gebrochen wird.

Vielmehr begrüßen wir es wenn Menschen die kein Geld für ein Bahn Ticket haben sich auch 
keins ziehen und für umsonst fahren. Wir begrüßen es wenn Menschen die kein Geld für 
Lebensmittel haben Supermärkte zumindest in kleinem stiel enteignen. Wir begrüßen es wenn 
Menschen die von staatlicher Represion betroffen sind, diese nicht mehr nur ertragen, 
sondern zurück schlagen. Wir begrüßen es wenn Menschen die keinen Wohnraum haben, ein Haus 
besetzen um sich diesen selbst zu schaffen.

Uns ist vollkommen bewusst das viele Menschen nur eingeschränkt die Möglichkeit haben 
derartige Handlungen zu vollziehen. Wie zb. Menschen ohne Papiere, also Illegalisierte 
Menschen, welche auch ohne das sie die bestehenden Gesetze brechen schon täglich mit einer 
Abschiebung rechnen müssen. Es geht auch nicht darum zu sagen das Menschen ohne Rücksicht 
auf Verluste Subversiv handeln sollen. Aber wir sagen, wir verurteilen niemanden der 
bestehendes Recht bricht und dabei nicht die Freiheit anderer Menschen einschränckt. 
Sondern sind solidarisch mit eben diesen Menschen und propagieren die kollektive 
Subversion als individuelle und gemeinschaftliche Befreiung. Ein Bruch mit bestehenden 
Gesetzen und den damit oft verbundenen Schwierigkeiten, der Gesellschaftlichen Ächtung und 
dem Wegsperren. Bedeutet oft seine eigenen Grenzen und Mauern im Kopf einzureißen welche 
uns alle ansozialisiert sind, oder ist eine Notwendigkeit um überhaubt überleben zu 
können. Dabei ist wichtig Anzumerken das es Regelüberscheidente Handlungen gibt die auch 
wir entschieden ablehnen, bei denen wir allerhöchstens die Gründe für deren Enstehung 
nachvollziehen können. Wenn sich zb. Arme Menschen gegenseitig bestehlen anstatt sich bei 
Priviligierten Menschen und/oder Konzernen zu bedienen. Oder bei Ausschreitungen in 
Marginalisierten Vierteln neben der Bank auch der "Tante Emma Laden" brennt finden wir das 
natürlich scheisse. Aber Hass, Wut und Aggression die bei Unterdrückten Menschen enstehen 
die kein weitergehendes Politisches Bewusstsein haben, entladen sich oft nicht 
zielgerichtet. In jedem Fall sollte eine "Verurteilung" solcher Taten nicht von Oben herab 
ablaufen, sondern auf einer Solidarischen Gleichberechtigten Ebene.

Unser Vorschlag ist die Selbstorganisation in allen Lebensbereichen. Tut euch zusammen und 
Bildet Banden! Findet euren eigenen Weg und entwickelt eure eigenen Methoden in dieser 
kalten Welt wiederständig zu sein und zu bleiben.

Wie definiert sich aus unserer Sicht gewalt?

Ganz allgemein Gesprochen ist Gewalt eine Psychische o. Physische Grenzüberschreitung von 
einem Lebewesen an einem anderen Lebewesen. Gewalt kann aber auch von einem Lebewesen an 
Materiellen Dingen verübt werden. Uns ist im Vollgenden wichtig darzustellen was oft bei 
der Diskussion um Gewalt vergessen wird:

Gewalt sind alle Menschen jeden Tag in fast jeder Situation im bestehenden Ausgesetzt. 
Lohnarbeit ist Gewalt, der Gang zum Arbeitsamt ist Gewalt, das Normieren nach schönheits 
Idealen und Geschlecht ist Gewalt, die blose existens von Menschen in Uniformen mit Waffen 
ist Gewalt, der Zwang zur Schule gehen zu müssen ist Gewalt und die tausenden anderen 
Bereiche wovon einige weitere auch im Voran gegangenen Text erwähnt wurden sind Gewalt. 
Weil all diese Zustände einen täglichen Zwang auf uns ausüben, dem wir uns nicht entziehen 
können. Diese Welt ist so voll von Gewaltätigen Verhältnissen das wir ständig dinge tun 
müssen die wir nicht wollen, ständig zu etwas genötigt oder gezwungen werden und oft auch 
mit unmitelbarer Körperlicher Gewalt rechnen müssen. Dieser Zustand ist Systematisch und 
durch Herrschaft in all seinen Formen begründet.

Dies wird oft bei der Definition von Gewalt vergessen. Den Gewalt ist eben nicht nur ein 
direkter Körperlicher Übergriff sondern kann vielseitige Gesichter und Formen haben die 
uns täglich angreifen und zu brechen versuchen. Obwohl wir Gewalt grundsätzlich Ablehnen 
sehen wir die Notwendigkeit sich gegen diesen gegenwärtigen Gewaltätigen Zustand zu 
wehren. Gewalt kann sogar in bestimmten Situationen notwendig sein um Individuelle oder 
Kollektive Freiheiten zu verteidigen. Dabei sollte zu jedem Zeitpunkt klar sein das Gewalt 
niemals zum Selbstzweck werden darf!

Wir nehem die Gewalt definition der Herrschenden, der Massenmedien usw. Nicht an, die uns 
zu spalten versucht! In dem zb. bei Protesten in die guten Friedlichen Demonstrant*innen 
oder die bösen Militanten Demonstrant*innen unterteilt wird. Sondern erkennen das 
Selbstbestimmte handeln an, welches für sich Individuell bestimmt welche Mittel sie*er für 
angebracht hält.

Einer unser höchsten Ziele ist das erkämpfen einer Gewaltfreien Gesellschaft, in der die 
Strukturelle Gewalt von der Herrschaft beseitigt ist!

"Anarchisten bekämpfen keine Menschen, sondern Institutionen."
- Buenaventura Durruti

"Hass erzeugt nicht Liebe und durch Hass wird die Welt nicht erneuert.(...) Und die 
Revolution des Hasses würde entweder völlig scheitern oder aber einer neuen Unterdrückung 
platzmachen, die sich vielleicht anarchistisch bezeichnen, aber nicht destoweniger 
Unterdrückung wäre und nicht versäumen würde, die Folgen zu zeitigen, die jede 
Unterdrückung mit sich bringt."

- Errico Malatesta

Wie definieren wir aus unserer Sicht Freiheit?

Freiheit ist die Möglichkeit in allen Lebensbereichen ohne Zwang zwischen allen 
Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können.

Der Begriff Freiheit wird heut zu Tage von fast allen Weltanschaungen und Menschen 
verwendet losgelöst wie Freiheitsfeindlich die Ideen Mancher dieser Menschen sein mögen. 
Wenn heut zu Tage selbst Faschisten für "die Freiheit" kämpfen, liegt es an allen wahrhaft 
freiheitsliebenden Menschen dieses Wort zu Verteidigen. Freiheit ist der Mittelpunkt allem 
wirklichem Leben. Nur eine Gesellschaft die die Freiheit als oberstes Maxim in jedem 
Lebensbereich lebt kann sich als eine Anarchistische bezeichnen. Universelle Freiheit 
bedeutet für jedes Individuum alles zu tun was er*sie für Richtig/Angenehm/Gut empfindet 
bis zu dem Punkt wo die Freiheit eines anderen Individuums beginnt. Also ohne 
Einschränckungen/Zwang von außen so Leben zu können wie es beliebt. Konsequent zu Ende 
gedacht kann Freiheit somit nur Frei von Herrschaft und Autorität sein. Vollklich bedeutet 
für Freiheit zu Kämpfen gegen jeden Staat, jede Nation, jede Religion uvm. Zu sein! In 
einer Gesellschaft die Herrschaftlich ist kann es keine Universelle und auch keine 
Individuelle Freiheit geben, jedes Individum kann höchstens versuchen so Frei zu leben wie 
die äußeren Umstände es erlauben.
Niemand kann frei sein, solange es nicht alle sind!

Wenn in der Dortmunder Nordstadt der soziale Frieden über Projekte wie "Echt Nordstadt" 
und "Nordwärts" gesichert werden soll. Wollen wir unseren Teil dazu beitragen den sozialen 
Frieden zu stören, Frieden mit dem bestehenden gibt es mit uns nicht - für mehr 
Trinkpäckchen auf Bullenwagen!

Nordstadt von unten verändern - kommt am 04.11. zur bunten und kämpferischen 
anarchistischen Kiezdemo ab 15.00 Uhr vor das Black Pigeon, Scharnhorststr. 50, Dortmund!

Einige Anarchist*innen aus Dortmund

Quelle: Klick https://linksunten.indymedia.org/de/node/194764

https://fda-ifa.org/niemand-kann-frei-sein-solange-es-nicht-alle-sind/


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