(de) ag-freiburg: Wem gehört die Stadt? Bezahlbarer Wohnraum ist die halbe Miete - Demonstration am 12. November

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Mon Oct 24 12:41:00 CEST 2016



Bezahlbarer Wohnraum ist die halbe Miete... ---- weil Wohnung keine Ware sein darf! ---- 
weil Menschen in der Stadt ausgegrenzt werden! ---- weil die ganze Miete nur 
Profitinteressen dient! ---- weil eine Stadt für ALLE anders aussieht! ---- Wer als 
StudierendeR neu nach Freiburg ziehen will, weiß: Ohne Moos nix los. ---- Wer als Familie 
mit einer WG, die Geld zusammenlegen kann, konkurrieren muss, weiß erst recht: Keine 
Chance! ---- Wessen Wohnung vom Vermieter energetisch saniert oder auch nur an den 
Mietspiegel herangeführt wurde, weiß oftmals auch: Freiburg ist nicht mehr meine Stadt. 
---- Wer als Hartz-IV-BezieherIn vom Amt hört: Suche eine andere Wohnung, deine ist zu 
teuer, und die Zeitung aufschlägt, wird zwangsweise sehen: In Freiburg kann ich nicht mehr 
wohnen.

Wer als MieterIn von einer Erhöhung der Mieten bei der Stadtbau betroffen ist und sich an 
die Quartiersarbeit wendet, wird zunehmend merken: Eine solidarische Unterstützung ist 
nicht möglich, weil die Stadt sagt: Hier kontrollieren wir. Mieterhöhungsprobleme dürfen 
nicht diskutiert werden.

Wer obdachlos ist und hofft, in der Freiburger Innenstadt nächtigen zu können, bekommt es 
von der Polizei immer wieder direkt per Schreiben unter die Nase gerieben: Weg da!
Wer glaubt, der öffentliche Raum sei für alle da, und in gemütlicher Runde mit Gitarre und 
Getränken einen Abend auf dem Augustinerplatz verbringen will, weiß auch: Ich bin in 
Freiburg unerwünscht.

Wer einen bezahlbaren Club sucht um zu feiern, weiß immer häufiger: Nachbarn oder Amt für 
öffentliche Ordnung sagen: Das ist nicht dein Platz!

Wer als schutzsuchender Flüchtling in Freiburg lebt, merkt es sowieso: Sammellager mit 
Zäunen, teilweise nur 4,5 qm, Zugangskontrollen, oft ohne Möglichkeit Besuch zu empfangen, 
die Angst vor Abschiebung, sorgen garantiert für alles andere, aber nicht für eine 
Wohlfühlatmosphäre.

Die Antwort auf die Frage "Wem gehört die Stadt?" kann nur heißen: Raus aus der Frustration!

Schon 2012 haben wir gesagt: Bezahlbarer Wohnraum ist die halbe Miete. In Freiburg wird im 
Durchschnitt mehr als 44% des Einkommens für die Miete ausgegeben. Durch stark steigende 
Mieten und weniger stark steigende Löhne, verschlechtert sich das Verhältnis immer weiter. 
In Freiburg können sich Haushalte mit durchschnittlichem verfügbaren Einkommen einer 
Studie zufolge nach Trier bundesweit am wenigsten Wohnraum leisten.
Das heißt: Wir müssen uns nicht nur gegen hohe Mieten, sondern auch gegen prekäre 
Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne wehren. Die halbe Miete wäre ein Anfang, aber zu 
einer Stadt für Alle gehört noch viel mehr.

Wer sieht, wie im Gemeinderat der eigene Beschluss, bei zukünftigen Neubauprojekten 50% 
sozialgebundenen Mietwohnraum zu schaffen, ignoriert wird, merkt: Die Hoffnung auf 
Veränderungen durch diese gemeinderätliche Ebene trügt.

Wer zugeschaut hat, wie eine alternative Lokalität nach der anderen - wie das Artik - 
schließt, und aufgeschreckt ist, weil es nun auch den eigenen Lieblingsort getroffen hat, 
realisiert: Ich sollte mich wehren.

Wer seine Wohnung in Weingarten - zum Beispiel im Binzengrün 34 - verloren hat, weil die 
Stadtbau aus Mietwohnungen Eigentum gemacht hat und dabei nicht von Verdrängung, sondern 
von sozialer Durchmischung gesprochen wird, könnte zur Erkenntnis kommen: Wir müssen diese 
Verhältnisse aufmischen!

Dafür braucht es organisierte MieterInnen-Zusammenschlüsse, basisdemokratische 
Stadtteilorganisation, soziale Zentren, solidarisches Zusammenstehen gegen 
Zwangsräumungen, Organisierung gegen schlechte Arbeitsbedingungen und für höhere Löhne, 
Druck von unten auf Gemeinderat und Ordnungsamt, ein solidarisches Zusammenstehen gegen 
Rassismus und jede Form von Ausgrenzung!

Gehen wir raus. Fangen wir an!

Demonstration 12.11.2016 - 13 Uhr - Johanneskirche

http://www.ag-freiburg.org/cms/aufrufe/wem-gehoert-die-stadt-bezahlbarer-wohnraum-ist-die-halbe-miete-demonstration-am-12-november


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