(de) Arbeitskampf mal anders? - Reihe zu Auseinandersetzungen um Arbeitsformen abseits der klassischen Industrie

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Sun Oct 23 14:00:33 CEST 2016


Arbeitskampf, das ist doch, wenn die großen Gewerkschaften die nächste Lohnerhöhung 
aushandeln. Ist das wirklich alles? Nein, auch Löhne und Arbeitsbedingungen in der 
Gastronomie, der Pflege, an der Uni sind verhandelbar und Ergebnis geführter Kämpfe (auch 
wenn gewerkschaftliche Organisierung in diesen Branchen rar und kompliziert ist). Gegen 
Sexismus am Arbeitsplatz und die strukturelle Unterbewertung von Care-Arbeit braucht es 
solidarische Formen der Organisation. Dass deine Arbeitsverhältnisse so sind, wie sie 
sind, heißt nicht, dass sie so bleiben müssen - der Status Quo ist oft genug Ergebnis 
eines Klassenkampfes von oben, der gegen die Interessen derer geführt wird, die von ihrer 
Arbeit leben müssen. ---- Dagegen hilft, sich zu organisieren - doch wie, mit wem, mit 
welchen Zielen? Gibt es noch so etwas wie eine Klasse, die solidarisch für ihre Interessen 
eintreten könnte - und wo liegen ihre Grenzen? Oder sind wir alle vereinzelt, jeder kämpft 
für sich und das war's? Welche Rolle spielt Arbeit und Arbeitskampf heute überhaupt - und 
gibt's da noch Elemente, die über die Forderung nach mehr Lohn hinaus auf grundlegend 
andere Formen von Arbeit und Gesellschaft weisen? Anhand mehrerer Vorträge wollen wir 
diese Fragen mit euch diskutieren - und gemeinsam nach Formen suchen, wie wir die Oberhand 
über unsere Arbeit erstreiten können.

Veranstaltungen in der Reihe:
27. Oktober // Nothing in Common? Warum es tatsächlich ein emanzipatorisches Potential in 
der Arbeiter*innenklasse gibt
03. November // Basisgewerkschaft an der Uni? Erfahrungen aus dem Gründungsprozess einer 
alternativen Hochschulgewerkschaft
10. November // Transnational Social Strike - Ein Konzept für neue Formen des Kampfes in 
Zeiten globalisierter Arbeit?
17. November // Arbeitskampf in der Kleingastro - wie geht das denn? FAU Dresden zur 
Basisgewerkschaft Nahrung Gastronomie

Nothing in Common? Warum es tatsächlich ein emanzipatorisches Potential in der 
Arbeiter*innenklasse gibt
mit Torsten Bewernitz
27. Oktober // 19 Uhr // Strandcafé (Grethergelände, Adlerstraße 12)
"Die arbeitende Klasse und die besitzende Klasse haben nichts gemeinsam" lautet ein 
Prinzip des basisgewerkschaftlichen Syndikalismus. Um auf dieses Prinzip zu kommen, bedarf 
es aber eines bestimmten Verständnisses von dem, was Klassen sind. Das Arbeiter*innen und 
Unternehmer*innen nichts gemeinsam haben, ist durchaus nicht plausibel. Viele haben 
sicherlich schon mal ein Glas Bier mit ihrem Chef getrunken, manche waren vielleicht sogar 
gemeinsam auf einem Konzert und vielleicht teilen sich Chef*in und Arbeiter*in auch die 
politische Meinung.
"Nothing in common" - nichts gemeinsam - muss sich also auf etwas anderes beziehen. Die 
Formulierung bezieht sich auf einen gesellschaftlichen und ökonomischen Grundkonflikt, der 
im Kapitalismus strukturell angelegt ist. Torsten Bewernitz macht sich auf die Suche nach 
dieser Struktur, aber auch nach den Widerständen und Bewegungen, die sich nicht aus der 
Struktur, sondern aus einem kollektiven Eigensinn erklären lassen.
Der Autor erläutert die verschiedenen, in der Diskussion genutzten Klassenbegriffe, 
formuliert an einigen davon eine Kritik und erläutert, wie wir uns heute noch auf unsere 
Klassenzugehörigkeit beziehen können und müssen.

Basisgewerkschaft an der Uni? Erfahrungen aus dem Gründungsprozess einer alternativen 
Hochschulgewerkschaft
mit Unter_Bau Frankfurt
03. November // 19 Uhr // Universität Freiburg, KG2, Hörsaal 2004
tba

Transnational Social Strike - Ein Konzept für neue Formen des Kampfes in Zeiten 
globalisierter Arbeit?
mit Prekär_Lab Frankfurt
10. November // 19 Uhr // Linkes Zentrum Freiburg (Glümerstraße 2)
Auf dem Weg zu einem transnationalen sozialen Streik!
Überall in Europa wird das gleiche Lied gespielt: Umverteilung von unten nach oben, 
sinkende Reallöhne, der Abbau von Arbeits- und sozialen Rechten, Deregulierung und vor 
allem die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, die Privatisierung sozialer Angebote, 
spekulative Wohnungspolitik. Europa ist heute durch Austerität und Prekarität geprägt und 
von transnationalen Ketten der Ausbeutung, von migrantischer Arbeit und fragmentierten 
Kämpfen durchzogen.
Erste Überlegungen im November 2014 auf dem Blockupy Festival - entstanden während der 
Proteste gegen die EZB-Eröffnung am 18/19. März 2015, um ein Projekt der transnationalen 
sozialen Streik-Plattform zu konkretisieren, um die Grenzen zwischen Aktivist*innen und 
Gewerkschafter*innen, zwischen Nationalstaaten und Branchen zu überwinden und um 
Verbindungen aufzubauen und gemeinsam mit neuen Formen eines transnationalen Kampfes zu 
experimentieren.
Transnational und sozial bedeutet für uns die Notwendigkeit, uns zwischen Gesellschaft und 
Arbeitsplatz abseits traditioneller Formen zu organisieren sowie Arbeitsbedingungen und 
die soziale Frage in einen politischen Kontext zu stellen. Wir sind auf der Suche, wie 
sich die Trennlinien zwischen althergebrachten und neuen Organisierungsformen aufzubrechen 
lassen, wir wollen neue Mittel und Wege erfinden, um Kämpfe um Lohn, Wohlfahrt und 
Bewegungsfreiheit miteinander zu verbinden. Wir wollen uns den Streik als Mittel des 
Ungehorsams wieder aneignen.
Wie kann sich der Streik als Kampf-Form, vom Diskurs über Beschäftigungsverhältnisse auf 
die Fragen von Einkommen und Prekarität ausweiten? Das Recht auf ein würdiges Leben 
durchzusetzen? Umfassend, nicht allein auf ein Land und die dortigen Arbeitsverhältnisse 
bezogen und angemessen, um auf die aktuellen Verändungen reagieren. Streik muss mehr sein 
als eine einzige Kampfform - Kämpfe, die wir zusammen mit
Migrant*innen und Geflüchteten, mit Prekären, Industriearbeiter*innen, Aktivist*innen und 
Gewerkschafter*innen durchführen und erarbeiten wollen.
Wir möchten Euch auf der Veranstaltung das Konzept des Transnational Social Strike 
vorstellen, euch von unseren Aktionen und Diskussionen erzählen und von unserem letzten 
transnationalen Treffen in Paris berichten.

Arbeitskampf in der Kleingastro - wie geht das denn?
FAU Dresden zur Basisgewerkschaft Nahrung Gastronomie
17. November // 19 Uhr // Café der Fabrik (Habsburgerstraße 9)
tba

Die Reihe wird freundlicherweise vom StuRa der Universität Freiburg gefördert.

http://www.ag-freiburg.org/cms/news/arbeitskampf-mal-anders-veranstaltungsreihe-zu-auseinandersetzungen-um-arbeitsformen-abseits-der-klassischen-industrie


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