(de) fau berlin: [PM] TU Berlin - Schikanen in Nachwuchsforschungsgruppe
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Wed Oct 19 10:16:19 CEST 2016
Eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität Berlin (TUB) sieht sich
massiven Schikanen ausgesetzt, weil sie die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen fordert.
---- Während eines Arbeitseinsatzes in Uruguay im Winter 2015/2016 litten die
wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen der Nachwuchsforschungsgruppe "RuralFutures" unter
gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen: Heruntergekommene und verdreckte Unterkünfte
und eine unvollständige und unsichere Ausrüstung aufgrund der mangelhaften Organisation.
In dem interdisziplinären Forschungsprojekt zur nachhaltigen Landnutzung sahen sie sich
zudem mit einer autoritär auftretenden Projektleitung konfrontiert, die ständige
Verfügbarkeit einforderte, bei extremen Arbeitszeiten von mehr als 10 Stunden pro Tag,
ohne freie Tage. Als sie die Verantwortlichen auf ihre schwierige Situation aufmerksam
machten, wurden sie nicht unterstützt, stattdessen aber persönlich unter Druck gesetzt.
Sie holten sich Hilfe bei der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) Berlin. Im
Anschluss an ein Skype-Beratungsgespräch mit Gewerkschaftern der FAU-Bildungssektion
kontaktierten die Wissenschaftlerinnen zunächst den TUB-Personalrat. Dieser bewegte Ende
Februar die Personalabteilung der TUB dazu, die sofortige Rückreise der drei Kolleginnen
nach Berlin zu veranlassen.
Dies hat nun negative Konsequenzen: Die Kolleginnen sollen "kaltgestellt" werden. Die
Lateinamerikanerinnen werden innerhalb des Projekts isoliert und teilweise fortgesetzt in
Einzelgesprächen unter Druck gesetzt. Es wird nicht nur versucht, jegliche kritische
Aufarbeitung der Vorfälle in Uruguay zu blockieren, die jungen Wissenschaftlerinnen sehen
nun ihre berufliche Zukunft gefährdet, weil sie die Arbeitsbedingungen im
Forschungsprojekt infrage gestellt haben.
Der TU Berlin liegt seit einem halben Jahr eine umfangreiche Dokumentation der
Geschehnisse in Uruguay vor. Auch die anhaltenden Schikanen innerhalb der Forschungsgruppe
sind den Verantwortlichen aller Hierarchiestufen bis hin zum TUB-Präsidenten, Christian
Thomsen, bekannt. Zu wirksamen Reaktionen seitens der Universität hat dies aber nicht
geführt. Der Grund liegt auf der Hand: Im Rahmen des Formats der
BMBF-Nachwuchsforschungsgruppe sind mehrere Millionen Euro Fördergelder des Ministeriums
für Bildung und Forschung (BMBF) persönlich an die Projektleitung gebunden. Die
Projektleiterin scheint deswegen innerhalb der TUB Narrenfreiheit zu genießen.
"Unseres Erachtens ist die TU Berlin verantwortlich für strukturelles Mobbing",
kommentiert Mika Peters, Sekretär der FAU Berlin, die Situation. "Damit toleriert die
Universitätsleitung die anhaltende Verletzung von grundlegenden Arbeitsrechten. Dass die
Fixierung auf Drittmittel grundlegende Standards außer Kraft setzt, ist sehr bedenklich."
Die Bildungssektion der FAU Berlin fordert von der TU Berlin, dass diese nun endlich ihrer
Fürsorgepflicht nachkommt und die Einhaltung von grundlegenden Standards in ihren
Forschungsgruppen garantiert. Zudem fordert sie die Versetzung der drei betroffenen
Nachwuchswissenschaftlerinnen an einen anderen Arbeitsplatz ihrer Wahl innerhalb der TU
Berlin.
Die FAU Berlin hat Klage auf Schmerzensgeld und Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz
beim Arbeitsgericht Berlin eingereicht und wird die interessierte Öffentlichkeit über die
Vorkommnisse in Kenntnis setzen.TU Berlin - Schikanen in Nachwuchsforschungsgruppe
Veröffentlicht am 13.10.2016 - Kategorien: Bildung RuralFutures TU Berlin
Eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität Berlin (TUB) sieht sich
massiven Schikanen ausgesetzt, weil sie die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen fordert.
Während eines Arbeitseinsatzes in Uruguay im Winter 2015/2016 litten die
wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen der Nachwuchsforschungsgruppe "RuralFutures" unter
gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen: Heruntergekommene und verdreckte Unterkünfte
und eine unvollständige und unsichere Ausrüstung aufgrund der mangelhaften Organisation.
In dem interdisziplinären Forschungsprojekt zur nachhaltigen Landnutzung sahen sie sich
zudem mit einer autoritär auftretenden Projektleitung konfrontiert, die ständige
Verfügbarkeit einforderte, bei extremen Arbeitszeiten von mehr als 10 Stunden pro Tag,
ohne freie Tage. Als sie die Verantwortlichen auf ihre schwierige Situation aufmerksam
machten, wurden sie nicht unterstützt, stattdessen aber persönlich unter Druck gesetzt.
Sie holten sich Hilfe bei der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU) Berlin. Im
Anschluss an ein Skype-Beratungsgespräch mit Gewerkschaftern der FAU-Bildungssektion
kontaktierten die Wissenschaftlerinnen zunächst den TUB-Personalrat. Dieser bewegte Ende
Februar die Personalabteilung der TUB dazu, die sofortige Rückreise der drei Kolleginnen
nach Berlin zu veranlassen.
Dies hat nun negative Konsequenzen: Die Kolleginnen sollen "kaltgestellt" werden. Die
Lateinamerikanerinnen werden innerhalb des Projekts isoliert und teilweise fortgesetzt in
Einzelgesprächen unter Druck gesetzt. Es wird nicht nur versucht, jegliche kritische
Aufarbeitung der Vorfälle in Uruguay zu blockieren, die jungen Wissenschaftlerinnen sehen
nun ihre berufliche Zukunft gefährdet, weil sie die Arbeitsbedingungen im
Forschungsprojekt infrage gestellt haben.
Der TU Berlin liegt seit einem halben Jahr eine umfangreiche Dokumentation der
Geschehnisse in Uruguay vor. Auch die anhaltenden Schikanen innerhalb der Forschungsgruppe
sind den Verantwortlichen aller Hierarchiestufen bis hin zum TUB-Präsidenten, Christian
Thomsen, bekannt. Zu wirksamen Reaktionen seitens der Universität hat dies aber nicht
geführt. Der Grund liegt auf der Hand: Im Rahmen des Formats der
BMBF-Nachwuchsforschungsgruppe sind mehrere Millionen Euro Fördergelder des Ministeriums
für Bildung und Forschung (BMBF) persönlich an die Projektleitung gebunden. Die
Projektleiterin scheint deswegen innerhalb der TUB Narrenfreiheit zu genießen.
"Unseres Erachtens ist die TU Berlin verantwortlich für strukturelles Mobbing",
kommentiert Mika Peters, Sekretär der FAU Berlin, die Situation. "Damit toleriert die
Universitätsleitung die anhaltende Verletzung von grundlegenden Arbeitsrechten. Dass die
Fixierung auf Drittmittel grundlegende Standards außer Kraft setzt, ist sehr bedenklich."
Die Bildungssektion der FAU Berlin fordert von der TU Berlin, dass diese nun endlich ihrer
Fürsorgepflicht nachkommt und die Einhaltung von grundlegenden Standards in ihren
Forschungsgruppen garantiert. Zudem fordert sie die Versetzung der drei betroffenen
Nachwuchswissenschaftlerinnen an einen anderen Arbeitsplatz ihrer Wahl innerhalb der TU
Berlin.
Die FAU Berlin hat Klage auf Schmerzensgeld und Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz
beim Arbeitsgericht Berlin eingereicht und wird die interessierte Öffentlichkeit über die
Vorkommnisse in Kenntnis setzen.
https://berlin.fau.org/news/presseinformation-tu-berlin-schikanen-in-nachwuchsforschungsgruppe
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