(de) fda-ifa: Dokumentation der überwachungskritischen Veranstaltungsreihe "Die 1000 Augen der Jobcenter" von Anarchistisches Radio Berlin

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Fri Oct 14 08:44:20 CEST 2016


Die Gruppe "Seminar für angewandte Unsicherheit" veranstaltete im März 2016 die 
Veranstaltungsreihe "Die 1000 Augen des Jobcenters", in der es um die Überwachung und 
Kontrolle von Erwerbslosen ging. Wir haben die Vorträge mit ihnen zusammen aufgenommen. 
---- Erster Teil ---- Im ersten Teil der Reihe berichten Peter Nowak und Volker Gerloff 
über die Überwachungsmöglichkeiten des Jobcenters. ---- Den zugehörigen Audiobeitrag könnt 
ihr ab sofort hier herunterladen: archive.org (mp3 | ogg). ---- Hier könnt ihr ihn direkt 
anhören: ---- Zweiter Teil ---- Im zweiten Teil der Reihe diskutiert das Seminar für 
angewandte Unsicherheit mit Anna Biselli von netzpolitik.org darüber, warum das Jobcenter 
im Überwachungsdiskurs so wenig auftaucht und was dagegen getan werden kann.

Den zugehörigen Audiobeitrag könnt ihr ab sofort hier herunterladen: archive.org (mp3 | ogg).

Hier könnt ihr ihn direkt anhören:

Dritter Teil

Im dritten Teil der Reihe berichten die Berlin Migrant Strikers über ihre Erfahrungen als 
Menschen ohne deutschen Pass im Jobcenter-System.

Den zugehörigen Audiobeitrag könnt ihr ab sofort hier herunterladen: archive.org (mp3 | ogg).

Hier könnt ihr ihn direkt anhören:

Vierter Teil

Im vierten Teil der Reihe wirft Anne Allex einen Blick auf die Geschichte der Überwachung 
von Erwerbslosen im Kapitalismus.

Den zugehörigen Audiobeitrag könnt ihr ab sofort hier herunterladen: archive.org (mp3 | ogg).

Hier könnt ihr ihn direkt anhören:

Fünfter Teil

Im fünften und letzten Teil sprechen Vertreter_innen von Sanktionsfrei, der 
Erwerbsloseninitiative Basta und Anne Seek über Möglichkeiten des Widerstandes gegen das 
Jobcenter.

Den zugehörigen Audiobeitrag könnt ihr ab sofort hier herunterladen: archive.org (mp3 | ogg).

Hier könnt ihr ihn direkt anhören:

Original-Ankündigung

Wer von Jobcentern und Überwachung reden will, darf von Kapitalismus nicht schweigen!

Dass Hartz IV staatlich verordnete Armut bedeutet, hat sich inzwischen rumgesprochen. Doch 
wie es um die Überwachung, Kontrolle und Disziplinierung der Betroffenen durch die 
Jobcenter steht, ist ein weniger beachtetes Thema. Dabei handelt es sich - wie die 
Aktivistin Anne Allex es ausdrückt - um "die größte Datensammlung seit der Volkszählung". 
Neben den Datenbanken und anderen Kontrollinstrumenten ziehen sich darüber hinaus 
institutioneller Rassismus sowie damit verbundene Willkür der Sachbearbeiter*innen durch 
den Alltag in den Jobcentern, so dass bestimmte Gruppen besonders hart betroffen sind. 
Gleichzeitig sind auch Auswirkungen auf Lohnarbeitende zu beobachten. Um sich dem 
Jobcenter-System zu entziehen, bleiben immer mehr Menschen in prekären 
Beschäftigungsverhältnissen, leben unter dem Existenzminimum und nehmen schlechte 
Arbeitsbedingungen hin, nach dem Motto: Immer noch besser als Jobcenter.

Kapitalismus geht seit seinen Anfängen mit unterschiedlichen Formen von Disziplinierung 
einher, insbesondere derer, die als "nicht-produktiv" galten und gelten (wie Erwerbslose, 
Arme, Kranke, Wohnungslose). Die Umsetzung der Agenda 2010 und die Einführung von Hartz IV 
schließen an diese Traditionslinie an. Das derzeitige Funktionieren des Sozialstaats 
basiert auch auf einer ideologischen Komponente. Wie wird diese durchgesetzt bzw. 
legitimiert? Ist das Ausblenden der Überwachung der Erwerbslose im gegenwärtigen 
überwachungskritischen Diskurs stützender Teil dieser legitimierenden Ideologie?

Schlagworte: Sendungen, Veranstaltungen

https://fda-ifa.org/dokumentation-der-ueberwachungskritischen-veranstaltungsreihe-die-1000-augen-der-jobcenter/


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