(de) Schwarze Tresen in Bochum, Essen und Witten + Organisierungstreffen in Essen! von Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr

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Wed Oct 12 09:46:00 CEST 2016


28.10.2016, 19.00 Uhr, Soziales Zentrum, Bochum: Commons: Wirtschaften neu denken
Ausgehend von der Geschichte der Gemeingüter (Allmende) wird in dem Vortrag ein Übergang 
von der kapitalistischen Warenwirtschaft zu einer bereits heute möglichen freien 
Gesellschaft beschrieben. Die Überwindung der vorherrschenden (Re-)Produktionsweise ist 
nicht nur denkbar, sondern auch dringend nötig, da die profitorientierte Wachstumslogik 
dabei ist, die natürlichen Grundlagen unseres Planeten und ihrer Bewohner*innen 
auszuplündern und zu zerstören. ---- Ausgrenzung und Besitzdenken können schrittweise 
abgelöst werden durch eine neue soziale Produktionsweise: das Commoning eine soziale 
Beitragswirtschaft als Gemeinschaftsprojekt von freien und gleichen Menschen (commons 
based peer-production). Als Vorbilder für eine dezentral vernetzte, kooperative 
Selbstorganisation werden dabei Freie Software, CreativeCommons, Repair-Cafes und Offene 
Werkstätten genannt. Das bevorzugte Kommunikationsmodell dafür ist die Stigmergie, also 
ein indirektes Koordinieren von komplexen Netzwerken freiwilliger Selbstorganisation durch 
das Aufzeigen von Pfaden zu unerfüllten Bedürfnissen.

Literatur: http://www.keimform.de

11.11.2016, 19.00 Uhr, Alibi - Linkes Zentrum Essen, Anarchistische Schulkritik und Pädagogik
In der öffentlichen Wahrnehmung erscheint die staatliche Bildungsinstitution Schule 
gemeinhin als alternativlos, allenfalls reformbedürftig. Dem gegenüber mangelt es aus 
anarchistischer Perspektive nicht an schonungsloser Kritik am Pauken, an der 
Fremdbestimmung und am Eintrichtern von Disziplin und Lehrinhalten.

Dabei lassen sich mehrere Phasen libertärer Kritik ausmachen, von denen der Vortrag auf 
die jüngere Phase seit den 1960er Jahren eingeht: in dieser erfreuen sich 
pädagogisch-optimistische Ikonen aus klassisch-anarchistischen Zeiten (z.B. Francisco 
Ferrer oder Leo Tolstoi) zwar immer noch einer wohlwollenden Rezeption, jedoch werden auch 
immer skeptischere Tendenzen gegenüber der Erziehung als Herrschaftsinstrument laut, die 
bis zur gegenwärtigen Diskussion antipädagogischer Standpunkte gehen.

Außerdem stellt sich die Frage, wie Herrschaftskritik an Schule aussehen kann in einer 
Zeit, in der weniger auf Anordnung gepaukt, sondern an die Selbststeuerungspotentiale von 
SchülerInnen appelliert wird, d.h. neue oder neoliberal reorganisierte 
Herrschaftsmechanismen in Schule auftreten.

Nicht zu kurz kommen sollen neben der Besprechung mutmachender Beispiele anarchistischer 
Bildungspraxis auch die Diskussion.

25.11.2016, 19.00 Uhr, raum, Witten: Freiheit und innere Nötigung. Ein Vortrag über 
Spinoza im Anarchismus Gustav Landauers
Der Philosoph Benedict de Spinoza (1 632-1 677) hat die Freiheit als das Vermögen 
definiert, frei von äußerem Zwang der eigenen Notwendigkeit gemäß zu handeln und zu 
existieren. Freiheit ist für Spinoza also nicht der Notwendigkeit entgegengesetzt, sondern 
Übereinstimmung mit der eigenen, gleichsam inneren Notwendigkeit. Diese Übereinstimmung 
stellt sich ein im Glück wirklicher Erkenntnis und im vernünftigen Handeln, das ihr 
entspricht. Es besteht darin, diese Erkenntnis zu verallgemeinern, sie gemeinsam zu 
genießen und die Freiheit der je Einzelnen durch freiwillige Zusammenschlüsse kollektiv zu 
steigern. Der Anarchist Gustav Landauer (1 870-1 91 9) hat sich im Verlauf seines Lebens 
früh und immer wieder dem Werk Spinozas zugewandt. Sein eigenes Schreiben und seine 
gesamte Praxis sind hierdurch zutiefst geprägt. Im "Aufruf zum Sozialismus" (1 911 ) gibt 
Landauer sich beiläufig als "Materialist[...]aus der Schule Spinozas" zu erkennen und an 
Spinoza dürfen wir auch denken, wenn es dort heißt: "Wo kein Geist und keine innere 
Nötigung ist, da ist äußere Gewalt, Reglementierung und Staat.[...]Geist ist etwas, was in 
den Herzen und Seelenleibern der einzelnen in gleicher Weise wohnt; was mit natürlicher 
Nötigung, als
verbindende Eigenschaft, aus allen herausbricht und alle zum Bunde führt." Der Vortrag 
geht dem Einfluss Spinozas auf das Denken Landauers nach, um ihn sowohl genetisch als auch 
systematisch zu rekonstruieren. Was sich dann zeigen könnte, wäre ein Anarchismus auf 
spinozistischer Basis. Im Anschluss an den Vortrag ist ausgiebig Gelegenheit zur Diskussion.

27.11.2016, 15.00 Uhr, Linkes Zentrum Alibi, Essen: offenes anarchistisches 
Organisierungstreffen

Seit 4 Jahren gibt es einen kontinuierlichen Aufbauprozess anarchistischer Gruppen und 
Strukturen im Rhein/Ruhr Gebiet. Im Ruhrgebiet war dieser bisher vor allem im östlichen 
Ruhrgebiet erfolgreich. Im Raum Mülheim, Essen, Oberhausen, Gelsenkirchen gab es bislang 
zwar auch einige Organisierungsbemühungen; bislang sind daraus allerdings leider noch 
keine langfristig handlungsfähige, explizit anarchistischen Strukturen hervorgegangen. 
Generell ist eine Entwicklung zu beobachten, dass das östliche Ruhrgebiet auch in der 
Linken deutlich stärkere Strukturen aufweist. Wir denken, dass es wichtig ist, dass die 
Bewegung überall stark ist, dass wir überall präsent sind und vor allem, dass es überall 
Menschen gibt, die Anarchist*innen sind oder mit unseren Inhalten sympathisieren. Was es 
braucht, ist die Initiative, ein Anstoß, nicht mehr alleine mit seinen Ideen zu bleiben, 
sondern zusammen zu kommen. Aus der Isolation auszubrechen, in der uns der kapitalistische 
Alltag wissen will.

Wir wollen einen Zeit-Raum schaffen, in dem ihr euch kennenlernen könnt. Egal, ob ihr 
Interesse daran habt, Teil einer anarchistischen Gruppe für eure Stadt zu sein, einen 
Lesekreis zu etablieren, ein Feld kollektiv zu verwalten, euch in Bildung, Stadtteil oder 
Arbeit zu organisieren. In Essen ist es gelungen, mit dem linken Zentrum Alibi einen neuen 
Raum zu etablieren, ein Anfang, auf dem es jetzt aufzubauen gilt!

Kommt am 27.11.2016 um 15.00 Uhr ins Linke Zentrum Alibi, Gladbecker Str. 10, 45141 Essen

Facebook Veranstaltung

Beachtet auch den neuen Schwarzen Tresen in Mülheim von der anarchistische Gruppe 
Schwarzes Brett: Klick
http://afrheinruhr.blogsport.de/2016/10/06/schwarzer-tresen-27-10-2016-im-az-muelheim/

https://fda-ifa.org/schwarze-tresen-in-bochum-essen-und-witten-organisierungstreffen-in-essen/


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