(de) Vortrag "Mujeres Libres - Freie Frauen" von Anarchistisches Netzwerk Südwest*

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Tue Oct 11 09:32:31 CEST 2016


Der Vortrag findet im Rahmen unserer Ausstellung und Veranstatlungsreihe "Pueblo en armas" 
statt. ---- Die Gruppe "Mujeres Libres" (Freie Frauen) wurde im April 1936, also drei 
Monate vor Beginn de Spanischen Revolution, offiziell gegründet. ---- Wie viele spätere 
Mitglieder der Gruppe waren die Gründerinnen in der anarchistischen (FAI/JJLL) und 
syndikalistischen (CNT) Bewegung aktiv. ---- Aufgrund des "Machismo" und des Sexismus, den 
es auch in der anarchistischen und syndikalistischen Bewegung gab, und dem Unwillen der 
männlichen Genossen beschlossen einige Frauen, ganz den Ideen des Anarchismus und 
Syndikalismus verhaftet eine eigene Frauenorganisation ins leben zu rufen. Sie pochten 
dabei auf ihr Recht sich selbst zu organisieren und gegen die dreifache Unterdrückung, der 
sich sich gegenüber sahen, zu kämpfen.

Als Arbeiterin wurde sie von den Bossen ausgebeutet und missbraucht, als Hausfrau und 
Mutter wurden sie von den Männern, Familienmitgliedern und Genossen ausgebeutet, als 
Unwissende hatten sie kaum Möglichkeiten diese Ausbeutung zu begreifen und sich dagegen zu 
wehren oder gar ein eigenes, unabhängiges Leben zu führen. Als Mittel zur Überwindung 
dieser dreifachen Sklaverei sollte neben der Mitgliedschaft in der anarchistischen und 
syndikalistischen Bewegung die eigenständige und autonome Organisation in den Mujeres 
Libres dienen. Dabei verfolgten die Freien Frauen kurzfristig und pragmatisch zwei Ziele: 
# "captación" - Frauen für die anarchistische Bewegung zu begeistern und zu gewinnen ‘ 
"capacitación" - die Befähigung (Bildung und Ausbildung) der Frauen. Dadurch sollten die 
Frauen wirtschaftlich unabhängig werden - als Grundlage für die geistige Emanzipation.

Während der Spanischen Revolution und des Bürgerkrieges wuchs die Gruppe auf über 20.000 
Mitglieder in über 160 Ortsgruppen an. Die Mujeres Liebres nahmen von Anfang an (bis zur 
Remilitarisierung) an der Niederschlagung des Putsches teil und gingen dann als 
Kämpferinnen an die sich bildende Front. Außerdem organisierten sie Bildungs- und 
Ausbildungskursen, Kindergärten und Speiseräumen.

Unterstützung bekamen sie dabei unter anderem von Etta Federn und Emma Goldman. Innerhalb 
der spanischen libertären Bewegung blieben sie trotz ihrer Aktivitäten lange 
ausgeschlossen. So weigerten sich 1936 die libertären Bewegungen (CNT-FAI-JJLL) die 
Mujeres Libres offiziell als libertäre Organisation an zu erkennen.

Aus Sicht der Freien Frauen war die soziale Revolution nicht ohne die Frauen machbar - nur 
wenn die Grundlegenden Ideen des Anarchismus sowohl von den Frauen aufgenommen werden 
würden als auch von den Männern der eigenen libertären (anarchistischen und 
syndikalistischen) Bewegung anerkannt werden würde das die Frauen gleichwertig sind hätte 
die Revolution einen Wert für die gesamte Menschheit.

Rudolf Mühland wird bei der Vorstellung der Mujeres Libres einen Schwerpunkt auf die 
"anarcha-feministischen" Analysen und Themen legen. Dabei wird er sowohl den begrenzten 
geographischen als auch den zeitlichen Horizont überschreiten. Ein "Blick zurück nach 
vorne" soll zur Diskussion und wenn nötig auch zur autonomen Organisierung anregen.

Samstag, 15.10.2016, 19 Uhr Linkes Zentrum R12, Rammersweierstraße 12, Offenburg

Anarchistische Initiative Ortenau

https://fda-ifa.org/vortrag-mujeres-libres-freie-frauen/


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