(de) anarchismus.at: Wien - Veranstaltungsreihe zum Spanischen Bürgerkrieg -- Veröffentlicht: 26. September 2016

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Tue Oct 4 10:53:07 CEST 2016


Im Oktober und November 2016 findet in der Anarchistischen Bibliothek und Archiv Wien eine 
umfangreiche Veranstaltungsreihe zum Spanischen Bürgerkrieg 1936 - 1939 statt. ---- Ort: 
Anarchistische Bibliothek und Archiv Wien, Lerchenfelder Straße 124-126, 1080 Wien, Stiege 
3, Tür 1a (Hof) ---- Homepage: www.a-bibliothek.org ********** Do. 6.10. 20:00 Uhr / Vokü 
19:00 - 300 Juden gegen Franco  ---- Dokumentation ---- Als 1936 der Spanische Bürgerkrieg 
begann, verließen mehr als 300 Juden das britische Mandatsgebiet Palästina, um in den 
Internationalen Brigaden gegen den Faschismus zu kämpfen. Viele von ihnen waren jüdische 
Kommunisten und davon überzeugt, dass der Faschismus nicht nur das größte Übel für die 
Juden, sondern der Menschheit überhaupt sei.

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Fr. 7.10. 20:00 Uhr / Vokü 19:00 - Die CNT 1936 - 1976. Von der Destruktion zur Rekonstruktion

Vortrag von Doris Ensinger "Barcelona" mit Diskussion

Als am 17. Juli 1936 die faschistischen Generäle den lange geplanten Putsch gegen die 
verhasste Zweite Spanische Republik in Marokko beginnen, ist dies der Beginn dessen, was 
als "spanischer Holocaust" in die Geschichtsschreibung eingeht. Die faschistischen 
Militärs, unterstützt von der gesamten Rechten Spaniens sowie Hitler-Deutschlands und des 
faschistischen Italiens, haben ein einziges Ziel: die Vernichtung des Feindes, d.h. der 
Anhänger oder Verteidiger der Zweiten Spanischen Republik und aller "Marxisten, Juden und 
Freimaurer". Mit nicht zu überbietender Grausamkeit werden hunderttausende Menschen bei 
der Eroberung der spanischen Regionen massakriert. 1939, nach Ende des Bürgerkriegs, folgt 
die zweite Repressionswelle. Linke, demokratische Parteien, Gewerkschaften, sonstige 
Vereinigungen werden verboten, ihr gesamtes Vermögen eingezogen, hunderttausende in 
Konzentrationslager, Arbeitsbataillone, Gefängnisse gesteckt, wo unzählige an Hunger, 
Krankheiten oder Misshandlungen sterben, soweit sie nicht in fadenscheinigen 
"Gerichtsverfahren" zum Tode verurteilt und hingerichtet werden. Von diesen Ma?nahmen ist 
selbstverständlich auch der Erzfeind der Rechten, die anarchosyndikalistische Gewerkschaft 
CNT, betroffen. Ein Jahrzehnt lang führt sie den Kampf gegen den faschistischen Staat vom 
Untergrund aus weiter, wird letztendlich aufgerieben. Auch im Exil geht der Kampf weiter, 
aber auch dort erfahren die Antifaschisten keinerlei Unterstützung der sogenannten 
demokratischen Länder. Als 1975 der Diktator endlich stirbt, steht die CNT kaum zu 
überwindenden Problemen und Konflikten gegenüber. Der erste Kongress nach vierzig Jahren, 
im Dezember 1979, endet mit der Spaltung der Organisation, und die folgenden Jahrzehnte 
führen nicht zu einer Stabilisierung, sondern zur weiteren Schwächung der 
anarchistisch-libertären Bewegung. Anlässlich der Vorstellung meines Buches "Quer denken, 
gerade leben - Erinnerungen an mein Leben und an Luis Andrés Edo" möchte ich die 
Geschichte der CNT in den vergangenen 80 Jahren in den Vordergrund stellen.

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Do. 13.10. 20:00 Uhr / Vokü 19:00 - Invisible Heroes. African Americans in the Spanish 
Civil War

Dokumentation

2800 US-Amerikaner kämpften im spanischen Bürgerkrieg für die Republik und gegen den 
Faschismus. Weniger bekannt ist, dass viele dieser Freiwilligen der Lincoln-Brigade 
Afroamerikaner waren. Héroes invisibles erzählt die Geschichte dieser Männer und Frauen, 
ihr Kampf für Demokratie und für die Bürgerrechte, die ihnen ihr eigenes Heimatland 
verwehrte/verweigerte. Der Dokumentarfilm bietet Interviews mit Veteranen und Historikern 
aus Spanien und den USA sowie selten gezeigtes Archivfilmmaterial und Bilder der 
historischen Schauplätze in Mississippi, Chicago, New York sowie in verschiedenen Orten 
Spaniens. Eine gründliche Recherche und ein hochinteressanter Einblick in ein 
ungeschriebenes Kapitel der Geschichte Spaniens und der USA.

Regie: Alfonso Domingo und Jordi Torrent
Spieldauer 74 Minuten. Originalfassung (Englisch, Spanisch) mit engl. & span. Untertiteln.

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Fr. 14.10. 20:00 Uhr / Vokü 19:00 - Anarchistischer Kampf während des Austrofaschismus. 
Graz 1937

Vortrag von Reinhard Müller mit Diskussion

"Wer pessimistisch in die Zukunft blickt, offenbart seinen schwachen Willen". 
Anarchistischer Kampf während des Austrofaschismus. Graz 1937. von Reinhard Müller

Die Frage, was aus den anarchistischen Gruppen und Menschen in der Zeit des 
Austrofaschismus und Nationalsozialismus geworden ist, ist bis dato kaum erforscht. 
Reinhard Müller hat sich diesbezüglich auf Spurensuche begeben und die Hintergründe und 
Wege zwei Grazer Gruppen nachgezeichnet. Sie verfassten Flugblätter, brachten kurzzeitig, 
die beiden Zeitschriften "Brot und Freiheit" und "Licht" heraus, bis sie aufflogen und 
einige verhaftet wurden. Ein wichiger Teil ihrer Auseinandersetzung bezog sich auf den 
antifaschistische und revolutionären Kampf der anarcho-syndikalistischen Proletarier_innen 
in Spanien.

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Do. 20.10. 20:00 Uhr /  Vokü 19:00 - Land und Freiheit

Spielfilm mit historischen Fakten

Liverpool 1994: Eine junge Frau findet ihren Großvater David bewusstlos auf dem Sofa 
liegend, auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt er. Nach seinem Tod findet sie auf dem Schrank 
einen alten Koffer mit Briefen, Zeitungsausschnitten, Fotografien und ein mit Erde 
gefülltes rotes Halstuch. Sie beginnt, das ihr unbekannte Leben ihres Großvaters zu 
rekonstruieren: 1936 entschließt sich der junge englische Kommunist Dave Carr, in Spanien 
an der Seite der Republikaner gegen Francos Faschisten zu kämpfen. Doch er merkt schnell, 
dass es im Krieg keine Helden gibt und der Idealismus auf der Strecke bleibt. Selbst 
einige seiner Genossen führen lieber interne Machtkämpfe, als für die Freiheit zu 
streiten. Trost und neue Hoffnung findet Dave bei seiner großen Liebe, der 
Miliz-Angehörigen Blanka.

Ken Loach 1995

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Fr. 21.10. 20:00 Uhr / Vokü 19:00 - Rojava und Spanische Revolution - ein Vergleich

Vortrag mit Diskussion

In Rojava, Westkurdistan, entsteht seit 2011 eine Gesellschaft, die auf 
Selbstverwaltungsstrukturen basiert. Da die theoretische Grundlage hierfür u.a. von 
anarchistischen Ideen beeinflusst wurde, erfährt die Region Interesse und Solidarität von 
Anarchist_innen aus ganzer Welt. Eine sich explizit als anarchistisch verstehende 
Gesellschaftsform war hingegen während des Spanischen Bürgerkrieges existent. Wir möchten 
daher diese mit der aktuellen Lage in Rojava vergleichen: bestehen Ähnlichkeiten zwischen 
beiden Situationen? Was sind die Unterschiede?

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Do. 27.10. 20:00 Uhr / Vokü 19:00 - Libertarias

Spielfilm mit historischen Fakten

Die Filmhandlung beginnt im Juli 1936 mit der Niederschlagung des franquistischen 
Militärputsches in Barcelona. Die parallel vonstatten gehende Etablierung einer 
provisorischen, antifaschistischen Volksregierung wird mit stark gefühlsbeladenen Bildern 
in Szene gesetzt. In kurzer Schnittabfolge kontrastiert der Vorspann historische 
Basisinfos in Textform, dokumentarisches Material und gestellte Film-Massenszenen. In der 
Eingangsszene, welche zur eigentlichen Handlung überleitet, stürzen Aktivisten der CNT-FAI 
ein Steinkreuz von einem Kirchturm - ein filmisches Symbol für die Absicht der 
anarchistischen Milizionäre, die alte Zeit zu beenden und eine neue zu gestalten. Im 
Mittelpunkt der Filmhandlung stehen vier unterschiedliche Frauen - die junge Nonne Maria 
(Ariadna Gil), die beiden Prostituierten Floren (Victoria Abril) und Charo (Loles León) 
sowie die militante Feministin Pilar (Ana Belén). Anlässlich einer Durchsuchung in einem 
Bordell hält Pilar vor den Frauen eine Agitationsrede, bei der sie an die Moral der Frauen 
appelliert und versucht, sie für den antifaschistischen Verteidigungskampf zu mobilisieren.

Im weiteren Verlauf der Handlung schließen sich Floren und Charo Pilars Brigade der 
Mujeres Libres an, der Frauenorganisation der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft CNT; 
ebenso die Nonne Maria, die als gläubige Katholikin zunächst nur Zuflucht gesucht und 
dabei in Florens Bordell Unterschlupf gefunden hat. Die vier Frauen werden 
Milizsoldatinnen. In der Folge nehmen sie auch an bewaffneten Kämpfen gegen die 
franquistischen Aufständischen teil. Die unterschiedlichen Charakterere der drei Frauen 
machen einen Spannungsbogen des Films

Wien: Ausstellung zu Mujeres Libres vom 06.10. - 04.11.2016
   Veröffentlicht: 26. September 2016
Mujeres Libres war eine spanische Frauengruppe, die Mitte 1936 gegründet worden und bis 
Anfang des Jahres 1939 aktiv war. Die teilnehmenden Frauen waren Anarchistinnen und 
widmeten sich sowohl dem Kampf um ihre Rechte als Frauen als auch insgesamt dem der 
sozialen Revolution im Spanien der 1930er Jahre. Die Zahl ihrer Mitglieder wird auf bis zu 
20.000 geschätzt. Mujeres Libres vertraten für die damalige Zeit und angesichts der 
zeitgenössischen Umstände - auch innerhalb der großteils machistischen anarchistischen 
Bewegung Spaniens - sehr weitreichende emanzipatorische Positionen und Forderungen, die 
bis heute wenig an Gültigkeit verloren haben. Ihre Tätigkeit beinhaltete neben der 
politischen Organisation von Frauen insbesondere Bildungsarbeit mit ArbeiterInnen und 
Kindern. Ihre Mitglieder engagierten sich darüber hinaus aktiv im Spanischen Bürgerkrieg 
gegen die Faschisten. Bis heute erhalten ist der Großteil der Ausgaben ihrer Zeitung, die 
in den drei Jahren ihres Wirkens erschien. Vereinzelte Frauen der Mujeres Libres setzten 
ihr gesellschaftspolitisches Engagement erst viele Jahre nach dem Sieg der Faschisten im 
Exil fort. Dennoch geriet die Gruppe als solche weitestgehend in Vergessenheit. Mit 
unserer Ausstellung wollen wir einen Beitrag dazu leisten, sie im deutschsprachigen Raum 
wieder ans Licht der Öffentlichkeit holen.

Die Ausstellung stellt einige der federführenden mujeres libres vor und thematisiert 
sowohl ihre praktischen Arbeiten und ihre Rolle in der Spanischen Revolution, als auch 
ihre theoretische Auseinandersetzung mit Geschlechterbeziehungen und der Rolle der Frau in 
der Gesellschaft.

Dauer: vom 6. 10. bis 4.11.2016
Ort: Anarchistische Bibliothek und Archiv Wien, Lerchenfelder Straße 124-126, 1080 Wien, 
Stiege 3, Tür 1a (Hof)
Öffnungszeiten: Di & Mi: 15-21h, Do & Fr: 15-19h, Sa 14-21h

www.a-bibliothek.org

https://www.anarchismus.at/anarchistischer-blog/8267-wien-veranstaltungsreihe-zum-spanischen-buergerkrieg


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