(de) fau berlin: Aktivierende Umfrage zu Arbeitsbedingungen von Promovierenden

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Sun Nov 27 13:01:43 CET 2016


In der kommenden Woche steht der erste Gerichtstermin unserer Kolleginnen an, die die 
Technische Universität auf Versetzung und Schmerzensgeld wegen Mobbing verklagt haben. Die 
Universitätsleitung tut bisher nur wenig gegen die untragbaren Arbeitsbedingungen im Team 
des millionenschweren Drittmittelprojekts "Rural Futures". Eine aktivierende Umfrage soll 
nun den Arbeitsalltag von Promovierenden erforschen und zu gelebter Solidarität ermutigen. 
---- Und? Wie prekär bist du beschäftigt? ---- Direkt zu der Umfrage gelangt ihr hier. 
---- Im Gütetermin könnte die Technische Universität nun zeigen, dass ihnen die Rechte 
ihrer Arbeiter*innen nicht egal sind, endlich Verantwortung übernehmen und auf unsere 
Forderungen eingehen. Wie der Termin auch ausgehen mag, die Bildungssektion der FAU Berlin 
wird sich weiterhin für gute Arbeitsbedingungen an den Universitäten einsetzen.

Denn eines zeigt der Fall klar: im Wissenschaftsbetrieb mangelt es eklatant an praktischer 
Solidarität und an unabhängigen Selbsthilfestrukturen. Nur in seltensten Fällen, wie hier 
in Frankfurt, können Arbeiter*innen statusübergreifend organisiert werden. Die Wenigen, 
die sich überhaupt organisieren, kämpfen um bessere Tarife jeweils nur für die eigene 
Statusgruppe - bundesweit gibt es dabei keine nennenswerte Organisation, die sich für die 
Arbeitsverhältnisse der etwa 30.000 Promovierenden stark macht. Obwohl kaum ein 
Drittmittelprojekt, die heute für die Unis überlebenswichtig sind, ohne den Einsatz von 
Doktorand*innen durchgeführt werden könnte, wird ihre Arbeit nur selten als solche anerkannt.

Exemplarisch für die gesellschaftliche Abwertung der Arbeit von Promovierenden stehen die 
chauvinistischen Kommentare, die sich beispielsweise unter einem Tagesspiegel-Artikel zum 
Fall tummeln. Getreu dem Motto "wer in die Wissenschaft will, muss erst einmal einstecken" 
wird hier den Betroffenen jegliches Recht auf einen Arbeitskampf abgesprochen. Obwohl 
Promovierende oft jahrelang Vollzeit auf nur halben Stellen für Prestigeprojekte der Uni 
arbeiten und zeitgleich an der Promotion schrauben müssen, gelten für sie anscheinend die 
gängigen Regeln der Arbeitswelt als aufgehoben.

Die Organisierung wagen

Daher wird die Bildungssektion der FAU Berlin in Zukunft vermehrt zum Aufbau solidarischer 
Strukturen im Wissenschaftsbetrieb und zu prekären Arbeitsbedingungen von Promovierenden 
arbeiten und informieren.

Als ersten Schritt haben einige Unterstützer*innen des Arbeitskampfes, einen aktivierenden 
Fragebogen erarbeitet. Dieser soll mit den Mitteln der militanten Untersuchung 
Promovierende deutschlandweit dazu anregen, sich kritisch mit ihren Arbeitsverhältnissen 
auseinanderzusetzen und mögliche Auswege aufzeigen.

Macht mit und verbreitet die Umfrage: http://bit.ly/2f0ODn8
https://berlin.fau.org/news/aktivierende-umfrage-zu-arbeitsbedingungen-von-promovierenden


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