(de) anarcho-syndikalismus: Spanien: Massenproteste bei Bildungsstreik

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Fri Nov 25 09:10:49 CET 2016


Rund 200.000 Schüler*innen, Studierende, Lehrer*innen und Eltern haben am 28.10. in etwa 
70 spanischen Städten ihre Tätigkeit niedergelegt und gegen die zunehmende Privatisierung 
des Bildungssystems und die Wiedereinführung des Zwischenprüfungssystems aus der Zeit der 
Franco-Diktatur protestiert. Auf Großdemonstrationen in Madrid, Barceloa, Granada und 
Bilbao, aber auch in kleineren Städten, versammlten sie sich massenhaft und zogen 
lautstark durch die Straßen. ---- Aufgerufen hatte die Studierenden-Gewerkschaft "Sindicto 
de Estudiantes". Aber auch Gewerkschaften, wie die anarchosyndikalistische CNT-IAA, 
beteiligten sich an dem Streiktag. In Córdoba wurden zwei Demonstrant*innen durch 
Polizeiangriffe verletzt.

Die Proteste entzünden sich nicht nur an der neoliberalen Sparpolitik in der andauernden 
Wirtschaftskrise, die zu massenhafter Jugendarbeitslosigkeit geführt hat, sondern auch 
wegen der Verstrickungen des rechten Katholizismus in die Vergabepolitk von 
Privatschullizenzen. Dadurch würde einerseits ein reaktionäres Weltbild verbreitet und 
andererseits massiv in die repressive Stadtplanung zugunsten bürgerlicher Neubauviertel 
eingegriffen.

Doch vor allem der zunehmende Ausschluss von Jugendlichen aus derArbeiter*innen-Klasse, 
denen der Zugang zu Bildung systematisch verwehrt werden soll, mobilisierte 
Hunderttausende zu dem Aktionstag. So hieß es in dem Aufruf:

"Die Absicht der Regierung ist simpel: Wenn junge Menschen aus Arbeiterfamilien so oder so 
eine Zukunft voll prekärer Zustände und Ausbeutung erwarten, warum sollten sie dann Geld 
für ihre Bildung ausgeben? Für Familien mit mehr Ressourcen ist die Situation jedoch 
anders. Sie leiden nicht in der Art und Weise unter den Kürzungen, denn sie haben Zugang 
zu privater Nachhilfe, zu privaten Akademien und alles andere, was sie brauchen. Für sie 
wird das Bestehen der neuen Prüfungen kein Problem sein.

Wenn dieser Angriff durchkommt, sprechen wir von der Rückkehr in eine Zeit, in der Bildung 
nur etwas für eine privilegierte Minderheit war. Das Ziel ist die Zerstörung des 
öffentlichen Bildungssystems und seine Umwandlung in eine Marktdienstleistung, mit welcher 
die Bosse privater Bildungsunternehmen große Profite einfahren können. Allerdings: Das 
Recht auf Bildung für alle wurde nur durch großen Einsatz und große Kämpfe erstritten. 
Unsere Eltern und Großeltern haben hart dafür gekämpft und wir dürfen es uns nicht von 
denen wegnehmen lassen!"

Mehr Informationen bei LabourNet:
http://www.labournet.de/internationales/spanien/soziale_konflikte-spanien/

CC: BY-SA

http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2016/10/29/spanien-massenproteste-bei-bildungsstreik/#more-230


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