(de) Anarchistische Gruppe Neuköll: Solidarität mit dem Kiezladen Friedel54

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Sun Nov 20 09:29:46 CET 2016


aufkleber-hausWir, die Anarchistische Gruppe Neukölln, solidarisieren uns bedingungslos 
mit dem Kampf, um den im Kollektiv organisierten und verwalteten Kiezladen Friedel54! ---- 
Die aktuelle Immobilienpolitik stellt vielerorts Projekte mit emanzipatorischem und 
antikapitalistischem Anspruch vor die Eigentumsfrage, um eben diese mit einer 
Verwertungslogik zu beantworten. Sei es der illegale Polizeieinsatz ohne Senatsbeschluss 
rund um das ‘Gefahrengebiet' Rigaerstraße, der Räumungstitel gegen den Laden für 
Revolutionsbedarf (M99), der Kampf um das kollektive Zentrum (KoZe) in Hamburg oder eben 
die aktuelle Situation rund um den Kiezladen in der Friedelstraße 54. ---- Nachdem die 
Modernisierungsbestrebungen der millionenschweren Citec Immo Invest GmbH abgewendet werden 
konnten und somit die Mieten für die ansässigen Mieter_innen vorerst stabil blieben, steht 
nun ein neues Schwergewicht im Ring. Die international verflochtene und undurchsichtige 
Pinehill S.à.r.l. ist nun neue Eigentümerin der Immobilie und führt die von der Citec 
eingeleitete Kündigung und Räumung des Kiezladens fort.

Das Angebot, das gesamte Haus Friedelstr. 54 über eine Stiftung und mit dem 
Mietshäusersyndikat zu kaufen um dadurch einen beständigen Raum in Selbstverwaltung zu 
etablieren, wurde von den Eigentümer_innen und den beteiligten Politiker_innen des Bezirks 
Neukölln mehr oder weniger belächelt und sabotiert.
Dies zeigt uns wieder einmal auf traurige Art und Weise, dass Eigentumsverhältnisse in der 
gesellschaftlichen Logik über menschlichen Bedürfnissen wie Emanzipation, Selbstverwaltung 
und sicherem Wohnraum stehen.

Für uns als Anarchist_innen stellt die gelebte Selbstorganisation und die Verteidigung von 
Freiräumen wie der Friedel54 einen essentiellen Punkt in der Umsetzung unserer politischen 
Praxis dar. Hier können wir einmal im Monat Essen auf Spendenbasis anbieten, unsere 
Gruppentreffen abhalten, Info- und Diskussionsveranstaltungen organisieren, 
Dokumentationen zeigen und Solitresen veranstalten. Deswegen streiten wir für den 
Kiezladen Friedel54 und alle bedrohten Projekte in denen die bestehenden Verhältnisse des 
Eigentums kritisiert und angegriffen werden können.

Wir wollen uns nicht länger verwerten, verdrängen und verarschen lassen! Darum müssen wir 
den Kampf um unsere Räume wieder einmal selbst in die Hand nehmen. Also kommt solidarisch 
und kämpferisch zur Kiezdemo gegen Gentrifizierung am 19.11.16 um 16:30h (Startpunkt 
Herrfurthplatz in Neukölln).

Lasst uns Eigentumsverhältnisse in Frage stellen und selbstverwaltete Räume erkämpfen und 
verteidigen!
Solidarität mit der Friedelstraße 54 und allen kämpferischen Projekten mit 
emanzipatorischem Anspruch!
Für das schöne Leben! Für die Anarchie!

https://anarchistischegruppe.noblogs.org/post/2016/11/16/solidaritat-mit-dem-kiezladen-friedel54/


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