(de) fda-ifa nigra: Offenburg: Solidaritätsdemonstration mit den von der Repression betroffenen Menschen in der Türkei

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Thu Nov 10 12:55:20 CET 2016


150 Menschen demonstrierten am heutigen Samstag in der Offenburger Innenstadt in 
Solidarität mit den Betroffenen der Repressionswelle gegen HDP-Abgeordnete und linke 
Journalist*innen. ---- Die Geschichte der staatlichen Repression in der Türkei beginnt 
nicht erst mit Recep Tayyip Erdogan. Sie hat eine lange, unheilvolle Tradition. Und genau 
in dieser Tradition stehen Erdogan und seine Partei, die AKP. Die Entwicklungen der 
letzten Jahren lassen nichts Gutes hoffen und viele Menschen sehen die Türkei auf dem Weg 
in eine faschistische Diktatur. Und tatsächlich gibt es dafür Anzeichen: Von der 
schrittweisen Ausschaltung der parlamentarischen Opposition, der Unterdrückung von 
Minderheiten, über die Beschneidung bzw. Abschaffung der Pressefreiheit bis hin zur 
Verschmelzung von Religion und Staat und Gesetzesvorlagen, die Erdogan die 
Alleinherrschaft zusichern sollen. Tausende von Menschen wurden allein seit dem 
Putschversuch am 15. Juli 2016 Opfer der Säuberungen, die auf nichts anderes hinzielen als 
auf die Gleichschaltung der türkischen Gesellschaft.

Und der deutsche Staat und die jeweilige Regierung ist dabei seit Jahrzehnten ein 
verlässlicher Partner für den türkischen Staat und die jeweilige Regierung. Waffen und 
Know-How gehen immer...

In ganz Deutschland fanden Kundgebungen und Demonstrationen statt, die ihre Solidarität 
mit den von der aktuellen Repressionswelle betroffenen Menschen ausdrückten. Auch in der 
Offenburger Innenstadt gingen bei Dauerregen 150 Menschen, zum größten Teil aus der 
ortenauer und auch der Strasbourger kurdischen Community, auf die Straßen. Nur wenige 
Menschen ohne kurdische Wurzeln beteiligten sich an der Spontandemo. Lautstark Parolen 
rufend, mit vielen Schildern und Transparenten zogen sie vom Bahnhof durch die 
Fußgänger*innenzone über das Rathaus zum Lindenplatz, wo die Abschlusskundgebung 
stattfand. Viele Leute trugen Porträts der inhaftierten Oppositionellen der HDP und riefen 
ihre Namen. Es wurden mehrere Reden auf Deutsch und Kurdisch gehalten, die nicht nur die 
Höllenfahrt der AKP kritisierten und sich solidarisch mit den Menschen in der Türkei und 
Kurdistan erklärten, sondern auch radikal an die Wurzel vielen Übels gingen und die 
Abschaffung des Kapitalismus forderten.

Kritisch sehe ich den immer noch vorhandenen Personenkult um den seit Jahren inhaftierten 
Mitgründer der PKK, Abdullah Öcalan, der sich auch in Offenburg z.B. durch Fahnen mit 
seinem Porträt zeigte. Öcalan selbst lehnt diesen Personenkult in der Zwischenzeit ab 
(Mehr dazu, zu seiner Entwicklung, die er im Knast machte und der 
murray-bookchin-inspirierten Idee des Demokratischen Konföderalismsus findet ihr in dem 
Text "Die neue PKK: Wie eine Soziale Revolution in Kurdistan in Gang gesetzt wird" in der 
Gai Dao Nr.46). Völlig absurd wurde es dann, als ich ein Schild mit dem missglückten und 
inhaltlich völlig falschen Wortspiel "Hitlerdogan" sah. Es enthält eine Gleichsetzung von 
Adolf Hitler und Recep Tayyip Erdogan, die vielleicht der emotionalen Betroffenheit 
der*des Schildmaler*in geschuldet ist, aber einem genauen Hinschauen nicht standhält, auch 
wenn sich die Türkei unter Erdogan in eine faschistische Diktatur zu verwandeln scheint.

Die Demo war ein kleines Zeichen der Solidarität mit den mutigen Menschen in der Türkei.

Freiheit für alle Gefangenen.
AKP-Verbot jetzt!

https://nigra.noblogs.org/post/2016/11/05/offenburg-solidaritaetsdemonstration-mit-den-von-der-repression-betroffenen-menschen-in-der-tuerkei/


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