(de) fda-ifa: Demo in Offenburg: Stoppt die Abschiebungen nach Afghanistan von nigra

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Fri Nov 4 17:04:00 CET 2016


Über 100 Menschen demonstrierten am gestrigen Samstag in der Offenburger Innenstadt gegen 
das Rücknahmeabkommen zwischen dem deutschen und afghanischen Staat und die aktuell damit 
verbundenen abgelehnten Asylanträgen und Abschiebungen. ---- 1-demozug ---- 
2-afghanistan-ist-nicht-sicher ---- 3-wir-wollen-sicherheit ---- 4-refugees-welcome-a ---- 
5-abschlusskundgebung-1 ---- 6-abschlusskundgebung-2 ---- 7-abschlusskundgebung-3 ---- 
8-wer-kommen-will-soll-kommen ---- [Zum Vergrößern/zur Diaschau, Bilder anklicken] ---- 
Afghanistan ist seit Jahrzehnten ein von Krieg zerrüttetes Land. Und seit Jahrzehnten 
flüchten Menschen von dort in die Nachbarländer und auch nach Europa. Verstärkt wurde die 
Fluchtbewegung durch den NATO-Rachefeldzug gegen die Taliban und Al Quaida nach dem elften 
September 2001. Ein verheerender Krieg folgte, der das ohnehin schon arme Land immer 
weiter ins Elend stürzte und immer mehr Menschen zur Flucht zwang.

Auch wenn der eigentliche Krieg nicht lange dauerte, sind die Folgen gravierend und bis 
heute zu beobachten. Allein im ersten Halbjahr 2015 wurden über 103.000 Menschen in 
Afghanistan durch bewaffnete Auseinandersetzungen vertrieben. Besonders junge Menschen 
sehen für sich dort keine Zukunft mehr und verlassen ihre Heimat.

Dennoch hat die Bundesregierung am zweiten Oktober 2016 unter Führung von 
Bundesinnenminister Thomas de Maizière beschlossen, dass Afghanistan ein sicheres Land 
sei: Der deutsche Staat hat mit dem afghanischen Staat ein Rücknahmeabkommen geschlossen. 
In einem Brief an die Länder hat de Maizière gefordert, das Abkommen "zügig mit Leben zu 
füllen".

Doch nicht nur der deutsche Staat will afghanische Menschen in Elend und Krieg abschieben, 
auch die Europäische Union hat sich vertraglich abgesichert und sich mit dem "Joint Way 
Forward on migration issues between Afghanistan and the EU" ein Instrument in die Hand 
gegeben, das Abschiebungen nach Afghanistan erleichtert.

Es wird wieder kälter in Deutschland, Zeit sich zu bewegen. Und so folgten über 100 
Kinder, Männer und Frauen, hauptsächlich aus der afghanischen Community in Offenburg und 
der Ortenau dem Aufruf zur Demo "Stoppt die Abschiebungen nach Afghanistan". Initiiert und 
organisiert wurde sie von afghanischen Geflüchteten.
Vom Bahnhof zog die Demo über den Wochenmarkt und erreichte so eine gute Außenwirkung. 
Dazu trugen auch die unablässig gerufenen Forderungen und Parolen und die über Megafon 
verlesenen Reden bei. Immer wieder schlossen sich dem Demozug spontan Menschen an. 
Vereinzelt konnten rassistische Statements vernommen werden.
Am Rathaus fand vor großem "Publikum" die Abschlusskundgebung statt. Hier wurden weitere 
Reden verlesen.

Die Demo war sehr kurzfristig angesetzt, nur spärlich beworben und nur eine handvoll 
solidarische Menschen aus der anarchistischen Szene und dem Umfeld des Linken Zentrums R12 
beteiligten sich. Für eventuelle weitere Aktionen wurden Kontakte geknüpft und 
Unterstützung angeboten.

Wer bleiben will, soll bleiben.
Wer kommen will, soll kommen.
No border, no nation.
Für die Anarchie.

Links:
Abschiebungen nach Afghanistan
"Joint Way Forward on migration issues between Afghanistan and the EU" (PDF)
Im ersten Halbjahr 2015 wurden rund 103.000 Menschen in Afghanistan durch bewaffnete 
Auseinandersetzungen vertrieben.
https://fda-ifa.org/demo-in-offenburg-stoppt-die-abschiebungen-nach-afghanistan/


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