(de) fda-ifa: Wen stört's? Art FaiL Köln - Antisemitismus bleibt

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Thu Nov 3 14:03:29 CET 2016


Hakenkreuz und Davidstern gehen in der Arbeit des Künstlers Juraj Kralik auf der Art.Fair 
Köln nahtlos ineinander über. Was historisch sowie politisch inakzeptabel ist, wird in der 
Kunstwelt weitgehend kommentarlos toleriert. Kulturschaffende in anarchistischer 
Gewerkschaft rufen zu direkter Kritik auf ---- Freie Arbeiter_innen Union Dresden - 
Branchengruppe Kunst/Kultur ---- Auf der Art.Fair Köln, einer sich als "international" und 
"zeitgenössisch" begreifenden Kunstmesse in Deutschland, war vom 27. - 30. Oktober 
folgendes "Kunstwerk" zu sehen: Mannshoch formen gefärbte Münzen zwei Symbole. Je nach 
Perspektive sieht man ein Hakenkreuz oder die Flagge des Staates Israel mit Davidstern.

Beide Symbole werden kommentarlos zusammengefügt. Der slowenische Künstler Juraj Kralik 
(http://jurajkralik.com/) schweigt bisher zu seiner bildnerischen Äußerung. Auch die ihn 
vertretende Galerie Kir Royal (http://www.kirroyal.es) übernimmt keine Verantwortung: "Die 
Interpretation des Werkes lässt der Künstler offen bzw. er überlasst sie dem Betrachter." 
(https://tapferimnirgendwo.com/.../die-galerie-kir-royal-nimm.../) lässt ihr Vertreter 
Juan Cárdenas Romero auf Nachfrage verlauten.

Die Gleichsetzung der faschistischen deutschen NSDAP mit dem Staat Israel ist eines der 
bekanntesten antisemitischen "Argumente". Geschichtsrevisionismus und die Relativierung 
der Shoah sind deren Fundament. Die Münze als Symbol des Geldes, der Finanzwelt und der 
damit assoziierten vermeintlichen ökonomischen Macht, bilden hier nur die Spitze des 
antisemitischen Eisberges.

Auch aus historischer Sicht ist Kritk zu üben: Auf eben diesem Messegelände in Köln Deutz 
fanden ab 1933 nationalsozialistische Veranstaltungen statt: Im Februar 1933 hielt Adolf 
Hitler hilt hier eine Wahlkampfrede, im April fand hier die nationalsozialistische 
"Deutsche Woche" unter dem Titel "Denk deutsch - kauf deutsch" statt. Später wurden Juden 
und Jüdinnen, Rom_nja und Opositionelle von hier aus in die Vernichtungslager deportiert 
(Jürgen Wilhelm, Das große Köln-Lexikon, 2005, S. 355).

Wir sind schockiert, dass ein solches Bild auf einer Kunstmesse ohne nennenswerten 
Widerstand mehrere Tage hängen kann. Die Verbreitung antisemitischer Stereotype und 
letztlich menschenverachtende Hetze dürfen auch unter dem Deckmantel der Kunst keinerlei 
Akzeptanz erfahren. Wir sind immer wieder schockiert über die Geisteshaltung, sowie die 
Verantwortungs- und Gewissenlosigkeit, mit der diese von einer Messe und einer Galerie 
geplant und von vielen Besuchenden toleriert wird.

Die kritische Zurkenntnisnahme dieser Arbeit beruht im Gegensatz zur Einschätzung des 
Kurators nicht einfach auf "Empfindungen" von "Einzelnen"("Sollte ich mit der Ausstellung 
des Werkes Besucher aufgeregt, verärgert oder verletzt haben, tut mir das sehr leid, 
jedoch stehen Pressefreiheit und Freiheit der Kunst als unumstößliche Grundsätze unserer 
Demokratie über den Empfindungen eines Einzelnen"). Diese Arbeit überhaupt erst zu machen 
und sie dann auszustellen sind politische Akte und sind antisemitische Statements.
Die aktuelle politische Situation und der zunehmende Rechtsruck in vielen Europäischen 
Ländern lassen es nicht zu, keinen Standpunkt zu beziehen. Nur vermeintlich "freies" und 
vor allem politisches Subjekt, kann sich auch ein Künstler der Verantwortung für die 
eigenen Aussagen nicht entziehen. Genauso wenig kann dies eine Galerie, eine Direktion 
oder eine Besuchende der Art-Fair Köln.

In diesem Sinne möchten wir als Kulturschaffende dazu aufrufen Verantwortung zu 
übernehmen. Die Fähigkeit Kritik zu üben soll und muss immer wieder erprobt werden. Wir 
fordern die Verantwortlichen auf, Verantwortung zu übernehmen und Stellung zu beziehen. 
Wir bitten um Unterstützung diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen.

Juraj Kralik
jurajkralik.com
kralikjuraj at hotmail.com

art.fair:
http://www.art-fair.de
Direktion: Walter Gehlen / gehlen at art-fair.de / 0221-42039310;
Andreas Lohaus / lohaus at art-fair.de / 0221-42039310

Galerie Kir Royal:
http://www.kirroyal.es
info at kirroyal.es, +34 680 964 670, +34 682 607 943
Kir Royal Gallery; Calle del General Pardiñas, 52
28001 Madrid, Spain

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