(de) direkteaktion.org: Für einen libertären Frühling -- Mall of Shame: Bezahlt die Arbeiter!

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Sat May 28 11:41:43 CEST 2016


Mit Konzeptlosigkeit und Trübsal blasen ist noch keine emanzipatorische Bewegung weit 
gekommen. Auch wenn die letzten Wochen und Monate alles andere als Feierlaune aufkommen 
lassen, wollen wir euch mit dieser Ausgabe doch ermuntern nach vorn zu sehen, die Ärmel 
hochzukrempeln und an einem libertären Frühling mitzuwirken. ---- Solidarität statt 
Ausgrenzung! Das heißt für uns auch, Antifaschismus und anarchosyndikalistische 
Aufbauarbeit nicht als zwei Paar Schuhe zu begreifen. Antifa-Arbeit ist notwendig, zum 
einen schon deshalb, um überhaupt im Betrieb, in der Schule oder auf der Straße die 
eigenen Ideen vertreten zu können, ohne attackiert zu werden. Zum anderen sind unsere 
Mitglieder und Kolleg_innen ohne deutsche Staatsbürgerschaft eben nicht nur strukturell 
von Ausweisung oder Abschiebung und besonders unverhohlener Ausbeutung betroffen, sondern 
werden eben immer öfter auch auf der Straße beleidigt und angegriffen. Unser Selbstschutz 
als libertäre Gewerkschaftsföderation ist daher eine Selbstverständlichkeit. Andererseits 
ist die Formulierung gesellschaftlicher Alternativen jenseits des Kapitalismus eben auch 
eine Notwendigkeit um nicht unausweichlich an Boden zu verlieren. Und auch im Hier und 
Jetzt sind es die Beispiele von gelebter Solidarität über Grenzen hinweg, die manchen 
Kolleg_innen die rechten Floskeln im Hals stecken bleiben lassen. Ein Ansporn weiterzumachen.

In dieser Ausgabe werfen wir auch darum einen Blick auf Aktivitäten der FAU in den 
Bereichen Migration, Bau, Erwerbslosigkeit und Gastronomie. Vieles andere fand keinen 
Platz. Genannt seien hier kurz die Organisation von Mitarbeiter_innen und Studierenden im 
Bildungsbereich, ebenso die Betriebsgruppen (Frankfurt a.M.), Branchensektionen (Hannover, 
Berlin, Köln, Stuttgart) und Arbeitskämpfe (z.B. Leipzig) im Bereich Gesundheit und 
Soziales. Spannend auch die vielfältigen Aktionen zum Minijobsektor (Kampagnen, 
Lohnspiegel), zu Gewerkschaftsfeindlichkeit (Demos, Kundgebungen) und Kollektivbetrieben. 
Über die FAU hinaus werden Arbeitskämpfe befreundeter Organisationen z.B. bei DHL, Amazon 
und der Gefangenengewerkschaft GG/BO unterstützt. Daneben unterhalten Syndikate 
Treffpunkte und Soziale Zentren (z.B. in Hamburg, Moers, Düsseldorf, Bielefeld) und setzen 
in Mietkämpfen oder auch feministischen und antifaschistischen Aktionen ein. Schließlich 
ist Bildung zu einer breiten Palette von Themen ein zentrales Element 
anarchosyndikalistischer Tätigkeit. Was wir der deprimierenden Realität entgegen stellen 
ist also alles andere als eine Einpunktbewegung.

Elementar dabei ist, die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse nüchtern einzuschätzen 
und dem rechten und neoliberalen Mainstream nicht das Märchen vom guten Sozialstaat 
entgegen zu halten. Die aktuelle Lage der kapitalistischen Wirtschaft lässt wenig Raum für 
Zugeständnisse an die Lohnabhängigen. Wichtig ist es deshalb, sich so gut es geht gegen 
Verschärfungen unserer Lebensbedingungen zur Wehr zu setzen und gleichzeitig zügig an 
einer sozial-anarchistischen Alternative zu arbeiten. Dazu ist es einerseits elementar, 
die Debatte mit Bündnissen wie „Ums Ganze!“, der „Föderation deutschsprachiger 
Anarchist_innen“ oder der „Transnational-Social-Strike-Plattform“ zu suchen, anderseits 
sich nicht mit der konzeptlosen Negation der Verhältnisse zufrieden zu geben, wie in 
linksradikalen Kreisen leider oft üblich.

Als FAU nehmen wir in über 30 Städten diese Aufgabe gemeinsam in die Hand. Wir würden uns 
freuen diesen Weg gemeinsam mit euch zu gehen!

Infos über die FAU in Eurer Region findet ihr auf www.fau.org und den unter „vor Ort“ 
verlinkten Seiten der lokalen Syndikate.

www.fau.org/ortsgruppen

https://www.direkteaktion.org/verteilzeitung-mai/solidaritaet-statt-ausgrenzung


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