(de) fau.org: Aufruf zur Solidarität mit dem politischen Gefangenen Lukasz Bukowski

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Fri May 27 09:51:58 CEST 2016


Am 27. April ging Lukasz Bukowski (Mitglied der Anarchistischen Föderation Poznan und der 
anarchosyndykalistischen Gewerkschaft, Inicjatywa Pracownicza) für drei Monate ins 
Gefängnis. Er war wegen Körperverletzung eines Polizisten angeklagt und verurteilt worden. 
Zu der Tat soll es gekommen sein, als Aktivist_Innen die Zwangsräumung der Wohnung einer 
Frau mit Behinderung und ihres Ehemannes, Katrzyna and Ryszard Jencz, durch eine Blockade 
verhindern wollten. ---- Die Räumung geschah am 25. Oktober 2011 aufgrund eines 
gerichtlichen Urteils. Da dem Ehepaar keine Sozialunterkunft zugewiesen wurde, wie es 
gesetzlich vorgeschrieben ist,wurden die beiden also tatsächlich auf die Straße gesetzt. 
Es wurden viele Polizisten eingesetzt, die schon Stunden vor der Räumung in dem Gebäude 
auftauchten und den Zugang nicht nur zum Haus, sondern auch zur Wohnung versperrten.

Etwa 70 Aktivist_innen versuchten, die Räumung zu verhindern.Während der Blockade wurden 
drei Leute, darunter Lukasz, festgenommen. Er sagt, dass die Vorwürfe nicht der Wahrheit 
entsprechen und seine Verurteilung ein Racheakt ist, der gegen seinen sozialen Widerstand 
gerichtet ist. Lukasz weigerte sich, die gegen ihn verhängte Geldstrafe zu bezahlen, die 
erst in zwangsweise Ableistung von Sozialstunden und dann in eine Gefängnisstrafe 
umgewandelt wurde. Angetreten hat er die dreimonatige Gefängnisstrafe in Poznan, um 
dadurch auf die Vertreibungen und brutalen Wohnungsräumungen aufmerksam zu machen, die in 
ganz Polen stattfinden. Außerdem will er auch auf die ungleiche und ungerechte Behandlung 
von Mieter_innen aufmerksam machen, sowie auf die Repression gegen all diejenigen, die die 
Mieterrechte verteidigen.

Jedes Jahr stellen polnische Gerichte zwischen 30.000 und 40.000 Räumungstitel aus. Die 
Gerichtsvollzieher führen etwas 8.000 Räumungen durch, oft in Begleitung der Polizei. 
Andere verlassen einfach ihre Wohnungen, wenn sie einen Räumungstitel erhalten. Der 
Hauptgrund für die Räumungen sind wachsende Schulden aufgrund von hohen Mieten bzw. 
Strom-, Gas- oder Wasserrechnungen. Aufgrund niedriger Löhne, prekären 
Beschäftigungsverhältnissen und fehlender Sozialhilfe können viele diese Kosten nicht mehr 
tragen. Dazu kommt das die geräumten Mieter_innen oft keine Sozialunterkünfte zugewiesen 
bekommen, obwohl Leute der untersten Einkommensstufe, Kranke und Arbeitslose Anspruch 
darauf haben.

Zusammen mit den AktivistInnen aus der der Anarchistischen Föderation Poznan und der 
anarchosyndikalistischen Gewerkschaft, Inicjatywa Pracownicza, fordert die FAU das Ende 
der Räumungen und der ungerechten sozialen Wohnungspolitik. Wir rufen gleichzeitig alle 
Aktiven in der anarchistischen Bewegung und in der Mieterrechtsbewegung auf, ihre 
Solidarität mit Lukasz, allen geräumten Mieter_innen und den Opfern polizeilicher 
Übergriffe zu zeigen!

Gegen die Verletzung von Mieterrechten!

Gegen Polizeigewalt!

Stoppt die Zwangsräumungen!

Schickt Lukasz Briefe (auf Englisch oder Polnisch):
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Lukasz Bukowski s. Zbigniewa
Zaklad Karny Gorzów Wielkopolski P-2
ul. Podmiejska 17
66-400 Gorzów Wlkp.

http://www.fau.org/artikel/art_160524-201822


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