(de) fau berlin - Am 4. Juni: Demo! Gewerkschaftsfreiheit statt Klassenjustiz! - aktualisiert am 23.05.2016 (en, tr)

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Thu May 26 12:50:34 CEST 2016


Immer häufiger müssen wir uns mit Klagen gegen die Veröffentlichung von Lohnbetrug, 
Missachtung elementarer Arbeitsrechte und Ähnlichem in Bezug auf gewerkschaftliche 
Auseinandersetzungen beschäftigen. Am 4. Juni gehen wir auf die Straße um zu zeigen, dass 
wir uns vom Union-Busting nicht einschüchtern lassen werden. Kommt vorbei. Helft uns, ein 
unmissverständliches Zeichen zu setzen! ---- Unser Aufruf zur Demonstration in.. ---- Auf 
die Strasse! Damit die Bosse endlich zahlen! ---- Mit unserer Basisgewerkschaft, der 
Freien Arbeiterinnen und Arbeiter Union (FAU) Berlin, gewinnen wir unsere Arbeitskonflikte 
oft nach kurzer Zeit. Schließlich sind die Verstöße der Bosse meist jenseits von Gut und 
Böse, weshalb oft schon ein kleineres Säbelrasseln zur Einsicht und Erfüllung unserer 
Forderungen führt. Doch derzeit stecken wir in mehreren zähen Lohnkämpfen! So haben unsere 
acht rumänischen Kollegen, die beim Bau des Konsumtempels „Mall of Berlin“ perfide 
ausgebeutet wurden, nach über zwei Jahren Kampf noch immer keinen Lohn gesehen! Die 
Verantwortlichen verstecken sich hinter einer Kette von Subunternehmen und versuchen uns 
mit langwierigen Gerichtsprozessen zum Aufgeben zu bringen.

Ein anderer Kollege wurde von einem Restaurant um über 1.000 Euro geprellt. Das ist zwar 
alles andere als untypisch für die Gastrobranche. Doch in diesem Fall will der Boss nicht 
nur partout nicht zahlen, sondern hat zusätzlich eine einstweilige Verfügung gegen uns 
erwirkt. Der FAU Berlin ist es nun bei Strafe von bis zu sechs Monaten Haft oder 250.000 
Euro Buße untersagt, öffentlich Anschuldigungen gegen das Restaurant zu erheben. Es läuft 
bereits eine Untersuchung wegen Nötigung gegen einen unserer Genossen! Anstatt dass der 
Boss die für ihn läppische Summe endlich bezahlt, steckt er sein Geld lieber in Anwälte 
und Gerichte.

Immer öfters sind wir Ziel solcher juristischer Angriffe. Das ging schon soweit, dass es 
der FAU Berlin im Jahr 2010 untersagt war, sich „Gewerkschaft“ zu nennen. Die Strategie 
der Bosse ist dabei offensichtlich. Sie scheuen keine Kosten, wenn es darum geht eine 
kämpferische Gewerkschaft mundtot zu machen. An den KollegInnen, die sich zu wehren 
trauen, soll ein Exempel statuiert werden. Denn auf keinen Fall sollen weitere 
Beschäftigte auf die Idee kommen, ihre Rechte einzufordern. Und die Chefs wissen, dass es 
sich kaum ein/e ArbeiterIn leisten kann, Gerichtsprozesse zu führen. Vor dem Recht sind 
wir eben nur scheinbar alle gleich.

Die Bosse haben diese Rechnung aber ohne die FAU Berlin und ihre FreundInnen gemacht! Als 
solidarische Gewerkschaft kämpfen wir mit vielseitigen Mitteln bis zum Schluss. Wir zählen 
aber auch auf Unterstützung „von außen“. Zeigt euch solidarisch mit den kämpfenden 
KollegInnen und kommt auf die Demo. Ein Angriff auf eine/n, ist ein Angriff auf uns alle!

Die Angriffe auf die Gewerkschaftsfreiheit richten sich allerdings nicht nur gegen die 
FAU. Sie folgen einem Muster auch in anderen Regionen Europas. In Barcelona wird seit 
Kurzem gegen unsere spanische Schwestergewerkschaft CNT ermittelt, die der „Erpressung“, 
„Nötigung“ und „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ verdächtigt wird, weil sich 
CNT-GewerkschafterInnen selbstorganisiert gegen die prekären Arbeitsbedingungen in der 
Gastro-Branche zur Wehr setzen. Und in Frankreich, wo vor dem Hintergrund des 
Ausnahmezustandes ein ganzes Bündel von Gesetzen gegen unsere Rechte durchgepeitscht 
werden soll, hat die Polizei in den letzten Tagen Gewerkschaftslokale der CNT-F gestürmt 
und GewerkschafterInnen verletzt oder inhaftiert.

Kein Boss und kein Gericht wird uns zum Schweigen bringen! Gewerkschaftsfreiheit verteidigen!

DEMONSTRATION am Samstag 4. Juni, 14 Uhr am Hackeschen Markt.

https://berlin.fau.org/news/am-4-juni-demo-gewerkschaftsfreiheit-statt-klassenjustiz


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