(de) fda-ifa: Antifaschsitische Aktion Karlsruhe gegründet von libertäre gruppe karlsruhe

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Tue May 24 14:05:01 CEST 2016


Wir freuen uns, dass es wieder eine Antifa in Karlsruhe gibt und dokumentieren hier die 
Gründungserklärung der Antifaschistischen Aktion Karlsruhe: ---- Dem Rechtsruck 
entgegentreten – Die antifaschistische Offensive organisieren! ---- Mit dieser Erklärung 
geben wir der Öffentlichkeit unsere Existenz bekannt und umreißen kurz die Beweggründe, 
die uns zu diesem Schritt gebracht haben. ---- Die Lücke schließen ---- Nachdem sich die 
Autonome Antifa Karlsruhe im Jahr 2013 nach sieben Jahren antifaschistischer Arbeit 
aufgelöst hatte, entstand eine Lücke innerhalb der radikalen Linken in Karlsruhe, die wir 
nun schließen möchten. ---- In den letzten drei Jahren haben sich zwar wichtige offene 
Strukturen gebildet und es konnte an verschiedenen Orten und auf verschiedenen Ebenen 
gegen Nazis und andere Rechte interveniert werden. Jedoch ersetzt dieses dauerhafte 
Abwehren und Reagieren keine fundamentale und kontinuierliche antifaschistische Theorie 
und Praxis – das haben wir die letzten Monate in verschiedenen Situationen festgestellt. 
Auch die Tatsache, dass sich die Naziszene im Umland und teilweise in Karlsruhe wieder 
offen auf die Straße traut, ist für uns als AntifaschistInnen ein nicht hinnehmbarer 
Zustand. Dem wollen wir auf Dauer wieder etwas entgegensetzen.

Wir haben die Antifaschistische Aktion Karlsruhe gegründet, um als feste Gruppe wieder 
effektiv und gezielt antifaschistische Positionen und Interventionen in den Mittelpunkt 
aktueller Geschehnisse zu rücken. Dabei ist es für uns wichtig Antifaschismus im Kontext 
der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft zu denken. Das bedeutet für uns, dass der 
Faschismus solange eine Bedrohung darstellt, wie der Kapitalismus nicht überwunden ist.

Dem Rechtsruck entgegentreten

Die aktuelle Situation in der BRD, die wir in der Kontinuität der Pogrome Anfang der 
1990er Jahre sehen, und die durch die Mordserie des NSU eine neue Stufe der Bedrohung 
erreicht hat, steht unter dem Zeichen eines erstarkenden Rechtsrucks, der breite Teile der 
Bevölkerung anspricht. Dieser Rechtsruck, der mit vereinzelten Bürgerinitiativen gegen 
Geflüchtetenunterkünfte begonnen hat und zwischenzeitlich mit Pegida in Dresden einen 
Höhepunkt erreichte, scheint auf den ersten Blick wieder etwas abzunehmen – doch der 
Schein trügt. Die Pegida-Bewegung hat mittlerweile in vielen Bundesländern aktive Ableger, 
die in einer immer noch hohen Frequenz auf die Straße gehen. Gleichzeitig entwickelt sich 
die AfD zum parlamentarischen Vertreter dieses Rechtsrucks, hält sich aber auch nicht 
zurück, eigenen Protest auf der Straße zu organisieren, um ihre anti-muslimische und 
rassistische Propaganda außerhalb der Parlamente zu verbreiten. Rechtsaußenvertreter in 
der AfD sehen die Partei längst als Organisator einer nationalen, konservativen 
Revolution, die den Schulterschluss zwischen konservativen und völkisch-nationalistischen 
Kräften vollführen soll.

Die AfD profitiert aktuell vor allem aus der faktischen Isolation der offen faschistischen 
Organisationen, wie „III.Weg“ oder „Die Rechte“ und dem Verbotsverfahren der NPD. Die 
radikale Rechte in der BRD hat sich nach Jahren interner Grabenkämpfe soweit fragmentiert, 
dass sie vor allem auf parlamentarischer Ebene keine Rolle mehr spielen. Auch auf der 
Straße wurde ihnen mit Pegida und Co. ein Teil ihrer Hoheit genommen, welche sie sich zwar 
Stück für Stück, wie z.B. am 1. Mai, versuchen zurückzuholen.

Antifaschismus in die Offensive bringen

Durch die erneute Offenbarung der Krisenhaftigkeit des kapitalistischen Systems wittern 
reaktionäre Kräfte eine Chance auf gesellschaftlichen Einfluss und politische Macht. 
Menschenverachtende Positionen sind so hoch im Kurs wie schon lange nicht mehr. Der 
gesellschaftliche Rechtsruck der letzten Jahre wird in immer mehr Lebensbereichen spürbar. 
Vor allem das letzte Jahr, welches uns, geprägt von regelmäßigen Naziaufmärschen und dem 
Widerstand gegen eben diese, in Erinnerung ist, hat gezeigt, dass im Bereich 
Antifaschismus eine kontinuierlich arbeitende und organisierte Struktur mehr als notwendig 
ist, um der Aufgabe gerecht zu werden.

Um der faschistischen Bewegung in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen 
entgegenzutreten, erachten wir den Aufbau einer linksradikalen, antifaschistischen Schutz- 
und Abwehrorganisation als unerlässlich. Mit unserer Gründung gehen wir hier in der Region 
einen wichtigen Schritt in diese Richtung. Daran gilt es nun in den kommenden Monaten und 
Jahren anzuknüpfen.

Als Antifaschistische Aktion begreifen wir es als unsere primäre Aufgabe den Abwehrkampf 
gegen die faschistische Bewegung zu initiieren, zu gestalten und zu führen. Wir stellen 
dabei als Gruppe keine Konkurrenz zu anderen bestehenden antifaschistischen und linken 
Initiativen dar, sondern sehen uns als Ergänzung zu diesen.

Antifaschistische Aktion Karlsruhe, Mai 2016

https://fda-ifa.org/antifaschsitische-aktion-karlsruhe-gegruendet/


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