(de) Anarchistische Gruppe Neukölln: Veranstaltung - Was ist anarchistische Stadtpolitik?

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Sat May 14 14:21:25 CEST 2016


Anfang März hat der Bund mit der Brache an der Stallschreiberstraße eines der letzten 
größeren Grundstücke im Innenstadtbereich Berlins höchstbietend veräußert. Bezahlbare 
Wohnungen für die rasant wachsende Stadt mit einem Drittel Armutsbevölkerung werden hier 
nur wenige entstehen. Im September 2015 wurde der Verkauf des Dragonerareals am 
Mehringdamm durch eine Kampagne des Bündnisses Stadt von Unten im Bundesrat gestoppt, doch 
die Rückabwicklung lässt seither auf sich warten. Ein Jahr zuvor war das Projekt 
Rathausstern Lichtenberg des Mietshäuser Syndikats nach über zweijähriger Arbeit im 
Konzeptvergabeverfahren unterlegen. Die Gruppe ist nach Leipzig ausgewichen, da in Berlin 
nichts mehr zu machen war. Der Druck in dieser Stadt steigt, und das nicht nur, was 
bezahlbaren Wohnraum angeht. Zu Aufwertung und Verdrängung kommen rassistische Kontrollen, 
private Sicherheitsdienste und Polizeigewalt. Nicht nur soziale Zentren werden immer 
wieder brutal geräumt.

Etwa 16 Mal am Tag springt der starke Arm des Staates der unsichtbaren Hand des Marktes 
bei, um gekündigte Mieter*innen aufs Pflaster zu werfen. Dabei hat die Stadt einen 
jährlichen Haushaltsüberschuss von 1 Mrd. Euro. Anstatt bezahlbaren Wohnraum für alle zu 
schaffen, werden vorzeitig Schulden getilgt, um keine Begehrlichkeiten aufkommen zu 
lassen. Unter diesen Bedingungen haben sich in den letzten Jahren zahlreiche 
stadtpolitische Initiativen gegründet. Doch was sind die Perspektiven einer radikalen 
Stadtpolitik und wie ist es möglich, inmitten der Abwehrkämpfe ein utopisches Projekt zu 
rekonstruieren, das nicht bei sozialpolitischen Forderung stehen bleibt? Gibt es letztlich 
sogar einen anarchistischen Modus stadtbezogener Politik? Grundlegende Thesen sollen zur 
Diskussion gestellt werden.

Der Abend mit einem Einleitungsvortrag von Jan Rolletschek wird veranstaltet vom Kiezladen 
Friedel54 (friedel54.noblogs.org) in Kooperation mit der Gustav Landauer Denkmalinitiative 
(Berlin) (www.gustav-landauer.org). Es ist die 7. Veranstaltung im Rahmen der Reihe “Logik 
der Verdrängung [Logik des Kapitals]”

https://anarchistischegruppe.noblogs.org/post/2016/04/15/veranstaltung-was-ist-anarchistische-stadtpolitik-21-04-20-uhr-laidak/


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