(de) FDA-IFA, Gai-Dao N°65 Mai 2016 - Krieg. Macht. Flucht. -- Aufruf zum War starts here Camp 2016 Von: War starts here

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Thu May 12 14:28:18 CEST 2016


Bei diesem 5. Camp wollen wir* unser Augenmerk auf die Ursachen und Folgen der 
kriegerischen Verhältnisse richten und ein wenig über unseren Tellerrand hinaus schauen. 
Wir hoffen auf viele Menschen, denen das Thema Flucht und Migration ein Anliegen ist, die 
mit uns darüber diskutieren und auch praktisch eingreifen wollen. Das Camp wird ein Ort 
dafür sein. Wir wollen eine Diskussion auf Augenhöhe mit allen, die das Gleiche antreibt: 
die Abneigung gegen die zerstörerischen Verhältnisse weltweit. ---- In den vergangenen 
Jahren ist durch die War Starts Here Kampange dezentral und durch das Camp am GÜZ einiges 
an Aktionen gelaufen. Während des Aktionstages im letzten Camp hat es sogar eine Gruppe
bis nach Schnöggersburg geschafft und ein Wohnhaus symbolisch als besetzt markiert! ---- 
Aber sieht mensch der Realität ins Auge wird die „Stadt“ fertiggestellt ohne das der Bau 
komplett verhindert werden
kann! Immer wieder
gibt es kleine Erfolge im
Widerstand gegen das
GÜZ, wie das Absehen
von Bußgeldern durch
Verweigerung, aber vor
allem in der Region ist
es am köcheln, wie auch
die Neonaziszene, die in
Letzlingen am Aktions-
tag in den vergangenen
Jahren immer wieder
präsent war. Erst wurde versucht Schnöggersburg geheim zu halten,
diese Taktik der Bundeswehr ist nicht aufgegangen und nun veranstaltet
sie, durch das Medieninteresse verursacht, regelmäßige „Medientage“
und geht plötzlich ganz offen mit der Kriegsübungstadt um. Die Bun-
deswehr hat nun nach der ersten Pressemitteilung fürs Camp angekün-
digt, dass in der Campzeit gar keine Übungen statt finden würden, was
aus unserer Erfahrung wieder eine Lüge ist, um die campenden Men-
schen zu diffamieren. Hinzu kommt eine Gegenveranstaltung der Bür-
germeisterin von Letzlingen, die wie an den vergangenen Aktionstagen
ein Volksfest veranstalten wird! Die Menschen, die dem Camp helfen
oder dies vorhatten, werden (auch wirtschaftlich) unter Druck gesetzt
dies nicht zu tun. Der Besitzerin der Camp-Wiese wurde mit einer üb-
len Beleidigung an ihrer Hauswand gedroht „Danke du Anarcho
Schlampe dein Haus wird brennen“ die Regionale Presse hat dies völlig
verharmlost und den Camp Teilnehmer*innen zugeschoben. Durch die
vergangenen 4 Camps hat sich in der Bevölkerung einiges getan, wir
finden es ist wichtig, an
dieser Kontinuität an-
zuknüpfen, sind aber
auch offen dafür, dass
ein anti-militaristisches
Camp auch an anderen
Orten statt finden kann
und muss, an Orten wo
der Krieg ebenfalls be-
ginnt.

SCHNÖGGERSBURG

Hier im GÜZ bündeln
sich viele Facetten von
Krieg und Militarisie-
rung nach Außen und
Innen, auf einer Fläche
von 230km2 mit verlas-
senen Dörfern, Wald
und Heide, wird mit
modernster Lasertech-
nik Krieg geübt. Auf der Baustelle der gigantischen Kriegsübungsstadt
„Schnöggersburg“, die der Erprobung städtischer Aufstandsbekämpfung
dienen soll, sind schon große Teile der Stadt fertiggestellt. Die Stadt hat
schon die erste U-Bahn Station Sachsen Anhalts, dazu kommt ein Ban-
kenviertel, Stadion, Altstadt, Wohnhäuser (teilweise beheizt!) ein Indus-
triegebiet und ein Elendsviertel! Insgesamt werden es ca. 520 Gebäude
sein, die schon jetzt den Finanziellen Rahmen von 100 Mio. Euro fast
ums doppelte sprengen. Ab 2017/18 soll schon geübt werden und 2020
die „Stadt“ fertig sein. Auch die Polizei und andere Nato-Truppen wer-
den in der Kriegsübungsstadt ausgebildet! Damit gewinnt die Einrich-
tung immer mehr an Bedeutung für die NATO und deren künftige
Kriege.

KRIEG BEGINNT HIER – STOPPEN WIR IHN HIER!

Wo alles Front werden soll, darf die Auflehnung gegen Militarisierung
und Krieg nicht länger alleinige Zuständigkeit von Friedensbewegung
und Antimilitarist*innen
sein. Militarisierung, „ver-
netzte Sicherheit“, Auf-
standsbekämpfung und
letztlich Krieg sind immer
auch ein Angriff auf alle so-
zialen und emanzipatori-
schen Bewegungen und
somit gegen alle Menschen,
die für eine befreite Gesell-
schaft kämpfen. Wir wün-
schen uns ein offenes und
selbstorganisiertes Camp
verschiedener emanzipatori-
scher Strömungen. Also ver-
netzen wir uns international,
um zusammen Strategien
und Konzepte zu entwickeln
und zu diskutieren, Aktionen
zu machen und dem militärischen Treiben vielfältigen Widerstand ent-
gegen zu setzen.

WERFEN WIR UNSERE FRAGEN UND DIE ERFAHRUNGEN UNSERER KÄMPFE ZUSAMMEN!

Wir werden – in Anerkennung all unserer Unterschiede – ein gemein-
sames internationales Camp gegen die Militarisierung der Gesellschaft
und das Gefechts Übungszentrum Altmark aufbauen. In Diskussionen
und Aktionen wollen wir von der Bandbreite unserer Kämpfe profitie-
ren. Machen wir der militarisierten Zurichtung der Welt ein Ende! Um
effektiven Widerstand aufzubauen, gilt es zunächst zu verstehen, womit
wir es bei „neuen” Kriegen zu tun haben. Wo im stillen neben dem Pro-
pagandakrieg rund um den Nahen Osten und der Ukraine sich Konflik-
te zuspitzen, wie z.B. der Bürgerkrieg in Burundi. Was hat sich seit dem
Kalten Krieg verändert? Wie positionieren „wir“ uns in gegenwärtigen
sozialen Bewegungen und zukünftigen Kriegen? Welche Unterschiede
zwischen Piratenjagd und Intervention in sogenannte Schurkenstaaten
sind bedeutsam oder ist beides nur Ausdruck eines permanenten
Kriegszustandes? Finden wir es wichtig, ob dem Konzept der Auf-
standsbekämpfung tatsächlich kommende Aufstände zu Grunde liegen?
Wie z.B die Gefahrengebiete oder hoch aktuell, der „Nationale Ausnah-
mezustand“ in Frankreich, der nun bis Ende Mai verlängert wurde! Was
verbirgt sich alles hinter dem Begriff Terrorismus und wie wird er ins-
rumentalisiert? Und noch wichtiger, wie und wo es mit dem War Starts
Here Camp weiter gehen soll? Was soll mit Schnöggersburg und dem
GÜZ passieren wenn die Bundeswehr irgendwann hoffentlich nicht
mehr existiert?

Gerade jetzt ist es wichtig, Militarisierung, Krieg, Terror und Flucht zu-
sammen zu denken und ihre Ursachen sichtbar zu machen. Ebenso
wollen wir praktisch vor Ort beweisen, dass wir den Krieg dort, wo er
beginnt auch aufhalten können. Damit sind in diesem Sinne alle Akti-
onsformen willkommen, die den laufenden Militärbetrieb markieren,
blockieren, sabotieren! Manöver finden hier fast täglich statt, das Ge-
lände ist nur teilweise ein-
gezäunt und riesengroß. So
bieten sich vielfältige Akti-
onsfelder: zum Beispiel
Schienen, Straßen, Zäune,
Gebäude, Wege, Lagerhal-
len, Überwachungsinfra-
struktur, Fahrzeuge,
Flugmaschinen, Kommuni-
kationsnetze, Zulieferer,
Rüstungsbetriebe...

Wie in jedem Jahr wird es
rechtlichen Beistand und
natürlich eine KüfA (Küche
für Alle) geben!

Werdet Teil des Camps,
bringt eure Inhalte mit aufs
Camp! Bringt euch in die Mobilisierung ein, schreibt eigene Aufrufe
und besucht den nächsten bundesweiten offenen Ratschlag in Magde-
burg!

Mehr Informationen zum nächsten Ratschlag, Schnöggersburg, dem
GÜZ und dem jahrzehntelangen Widerstand gibt es auf der Homepage
www.war-starts-here.camp und natürlich auf dem Camp!

* Das „Wir“ richtet sich in dem Aufruf an alle Campenden!

Quelle und weitere Infos
War stats here Let s stop it here
www.war-starts-here.camp
Camp 25-31.7.2016
Sa 30.7.2016 Aktionstag!

Spendenkonto: War starts here Camp
Konto: 2030420447
BLZ: 43060967 (GLS Bank)
IBAN: DE64 4306 0967 2030 4204 47
BIC: GENODEM1GLS


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