(de) FAU, „Die Verwirrung ist groß“ --- Die Direkte Aktion hat die Kiewer AktivistInnen Mira und Sniff interviewt.

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Wed Mar 23 11:11:12 CET 2016


Demonstration der Autonomen Arbeiter_innenunion (AWU), Quelle: www.avtonomia.net
Die Ukraine steht am Rande eines Staatsbankrotts. FaschistInnen wurden in das neue Regime 
integriert und im Donbass herrscht noch immer ein blutiger Krieg. Nationalismus und 
Patriotismus erfassten auch die Linke. ---- Die Ukraine steht am Rande eines 
Staatsbankrotts. Etliche FaschistInnen wurden in das neue Regime integriert und im Donbass 
herrscht noch immer ein blutiger Krieg, der den Konflikt unter den Großmächten gefährlich 
angeheizt hat. Außerdem hat der Maidan der ukrainischen Linken einen Schlag versetzt: 
Nationalismus und Patriotismus erfassten auch die eigenen Reihen. Die Direkte Aktion hat 
mit den Kiewer AktivistInnen Mira und Sniff telefoniert. Sie sind aktiv in der 
Gefangenensoligruppe „Anarchist Black Cross“, der syndikalistischen „Autonomous Workers 
Union“ sowie bei „Antifascist Action Ukraine“.

Direkte Aktion: Inwiefern hat sich eure politische Arbeit seit dem Maidan-Umsturz verändert?

Mira: Das größte Problem ist der Nationalismus, der sich auch in den Köpfen vieler Linker 
festgesetzt hat. Umsturz und Krieg haben viele zu PatriotInnen gemacht. Die neue Regierung 
verstärkt das noch mit einer unglaublichen Propagandaschlacht. Zudem werden unsere 
Mobilisierungen heute nicht mehr so ernst genommen wie noch vor dem Maidan. Damals waren 
hundert Leute an einer anarchistischen oder linksradikalen Demo ein starkes Zeichen, heute 
sind wir nicht mehr, doch die Leute sind sich seit dem Maidan größeres gewohnt.

Sniff: Zurzeit hält zudem eine gewisse kollektive Depression Einzug. Viele GenossInnen 
haben resigniert und sich zurückgezogen.

Spielt auch staatliche Verfolgung eine Rolle? Immerhin sind mehrere Polizeipräsidien und 
Ministerien mit Faschisten besetzt worden...

S.: Die Autoritäten beachten uns kaum. Die Faschisten im Polizeiapparat verfolgen noch 
keinen unterscheidbaren Kurs zu früher. Sie befehden zurzeit eher jenen Polizeiflügel, der 
noch unter Janukowitsch gedient hat. Denn diese alte Garde hasst die neuen Beamten, die 
schließlich mitverantwortlich sind für zahlreiche getötete Polizisten.

Wenn nicht mit der Polizei, so habt ihr bestimmt mit Neonazis auf der Straße zu kämpfen?

M.: Bis Ende 2015 verzeichneten wir keine Zunahme faschistischer Gewalttaten in der 
Öffentlichkeit. Ein möglicher Grund dafür war, dass ein Großteil der militanten Neonazis 
an der Front stationiert war. Dazu kommt, dass wir bis dahin kaum für öffentliches 
Aufsehen sorgten.

Doch nun hat sich die Lage für uns verschlechtert. Am 19. Januar etwa wollten in Kiew 
Linke und Menschrechtsgruppen wie jedes Jahr eine öffentliche Gedenkkundgebung für 
Stanislav Markelov und Anastasia Baburova, die in Russland von Nazis der Organisation BORN 
ermordet wurden, abhalten. Zwei Kundgebungen waren geplant, eine menschenrechtliche und 
eine anarchistische. Doch beide mussten abgesagt werden, da Nazis des Asow-Regiments 
aufkreuzten und gewalttätig wurden.

Am 14. Februar wurde zudem eine anarchafeministische Demonstration in Charkiw angegriffen, 
was zu zwei Verletzten führte. Die Zunahme der Gewalt ist kein Zufall. 
Freiwilligenbataillone und nationalistische Organisationen mobilisieren zunehmend gegen 
die Regierung und üben sich in einer sehr aggressiven Rhetorik. In Kiew griffen am 20. 
Februar im Rahmen des Maidan-Jubiläums Rechte die Polizei und diverse als „russisch“ 
deklarierte Geschäfte an.

S.: Ein Eindruck davon, was uns vermehrt erwarten könnte, wenn Faschisten von der Front 
zurückkehren und zu Hause „für Ordnung“ sorgen wollen, zeigen zwei Beispiele: Bei der 
letzten Gay-Pride in Kiew warf ein ehemaliger Freiwilliger eine Bombe in Richtung Umzug 
und verletzte dabei einen Polizisten. Und als im August die rechtsextreme Partei Swoboda 
das Parlament stürmen wollte, warf ebenfalls ein Kriegsrückkehrer eine Granate in die 
verhasste Polizei-Sondereinheit...

Während Sniff von bombenwerfenden Nazis erzählt, fallen – gut hörbar – drei Schüsse. 
Aufregung. Kontaktabbruch. Kurz darauf ein Anruf.

S.: ... Comrade, are you there?

Ja, was war los?

Schüsse auf der Straße. Wir wissen nicht warum, mussten aber kurz raus, um nachzuschauen.

Kommt so was öfters vor?

In Kiew eigentlich nicht. Die Leute haben sich seit dem Maidan aber an einiges gewöhnt, 
auch an das Donnern von Detonationen oder an Schüsse.

Kommen wir also auf den Krieg zu sprechen. Seit seinem Beginn im April 2014 sind über 9000 
Menschen getötet worden, die Infrastruktur des Donbass ist weitgehend zerstört, die 
Wirtschaft beider Seiten leidet. Der Waffenstillstand ist brüchig. Wer will eigentlich 
noch kämpfen?

S.: Die Ukraine hatte vor dem Maidan eine relativ kleine Armee, doch der Umsturz löste 
einen Boom von freiwilligen Einschreibungen aus. Viele Maidan-Aktivisten ließen sich 
rekrutieren. Das hat sich drastisch geändert. Heute geht kaum einer mehr freiwillig an die 
Front. Es gibt Zwangsrekrutierungen und Haftstrafen für Dienstverweigerer. Doch für manche 
aus dem Heer der Arbeitslosen ist der Kriegsdienst eine gangbare Option.

M.: Zunehmend verbreitet sich in der Armee der schwarze Humor. Er verdiene sein Geld „als 
Kanonenfutter“, sagte mir kürzlich ein Soldat, der wie viele seine Illusionen verloren 
hat. Im Osten wiederum vernichtete der Krieg tausende Arbeitsplätze, was die Männer in die 
Söldnertruppen und die Frauen in die Prostitution treibt. Die tausende Kriegsflüchtlinge 
wiederum haben längst jede Hoffnung auf ein besseres Leben in Russland oder in der 
Westukraine aufgegeben. Auf beiden Seiten sind sie faktisch unerwünscht und werden, wenn 
überhaupt, nur miserabel unterstützt.

Ukrainische Faschisten und Neonazis aus ganz Europa haben sich in rund dreißig Bataillonen 
der sogenannten „Antiterroroperation“ gegen die abtrünnigen Volksrepubliken Donezk (DNR) 
und Lugansk (LNR) im Donbass angeschlossen...

M.: Richtig, aber im Osten sieht es leider nicht besser aus. In Westeuropa kennt man die 
Bilder vom Maidan mit seiner Nazisymbolik oder die Kampfeinheiten des Rechten Sektors und 
von Swoboda. Doch es scheint kaum bekannt, dass auch in den Einheiten der DNR und LNR 
unzählige Faschisten kämpfen, sogar solche aus der Westukraine. Meist handelt es sich bei 
diesen Rechten jedoch um prorussische Nationalisten, russische Faschisten und Anhänger der 
rassistischen „Eurasischen Bewegung“.

Aber gibt es nicht auch linke, antifaschistische Kämpfer auf Seiten der Volksrepubliken?

S.: Alle langjährigen antifaschistischen AktivistInnen, die wir kennen, sind aus dem 
Donbass geflüchtet. Doch tatsächlich kämpfen nicht nur Rechte auf beiden Seiten. Auch 
Kämpfer, die sich als „links“ verstehen sind beiderseits zu finden.

Hier sprechen viele Linke über die sogenannte „Prizrak-Brigade“, in welcher sich Teile als 
antifaschistisch und kommunistisch begreifen.

S.: In der großen Mehrheit handelt es sich hierbei keineswegs um KommunistInnen im 
ursprünglichen Sinne. Auch der ehemalige Kommandant Aleksej Mozgovoi, der im Mai – wohl 
auf Befehl der LNR-Führung – einem Mordanschlag zum Opfer fiel, war höchstens ein Populist 
mit generellen Phrasen über soziale Gerechtigkeit, am liebsten wetterte er einfach gegen 
die Oligarchen.

M.: Mozgovoi war auch der Mann, der eine versammelte Volksmenge über die Todesstrafe für 
einen Angeklagten abstimmen ließ. Einem Vergewaltigungsopfer und generell allen Frauen 
riet er, die Straßen und Bars zu meiden und stattdessen zu Hause für die Reproduktion „des 
Volkes“ zu sorgen. Die Begriffe „Antifaschismus“ und „Kommunismus“ muss man vor dem 
Hintergrund unserer Geschichte verstehen, sie lassen sich nicht einfach in ein westliches 
Begriffsverständnis übertragen.

Ist die italienische Ska-Punk-Band Banda Bassotti also umsonst für die Prizrak-Brigade und 
die Volksrepubliken auf Solidaritätstournee gegangen?

M.: Was Banda Bassotti tut, ist sehr dumm. Sie glauben, im Donbass einen 
antifaschistischen Aufstand ausmachen zu können. Ich bin mindestens einmal im Monat im 
Osten und weiß deshalb: Einen solchen Aufstand gibt es nicht! Die Band soll endlich 
aufhören mit dieser Kampagne, die einen sinnlosen Krieg begünstigt und der sozialen 
Befreiung nicht im Geringsten dient.

Banda Bassotti ist ja nicht alleine. Auch die ukrainische marxistisch-leninistische 
Organisation „Borotba“ unterstützt die Volksrepubliken.

M.: Das stimmt. Aber es ist schon interessant: Hier in der Ukraine höre ich vielleicht 
einmal pro Monat von dieser Gruppe, die wohl höchstens 200 Mitglieder umfasst. Bin ich 
jedoch in Deutschland sprechen mich die Leute dauernd auf sie an. Dafür haben einige Leute 
von der deutschen Roten Hilfe gesorgt, die für Borotba eine Spendenaktion starteten. Ganz 
am Anfang war Borotba auf dem Maidan präsent, machte aber schnell eine Kehrtwende. Im 
politischen Leben hier spielen sie kaum eine Rolle und die radikale Linke der Ukraine hat 
sich mit einem Protestschreiben an die Rote Hilfe gewandt. Aber ja, wir wissen von 
mindestens einem Mitglied, das auf Seiten der Volksrepubliken kämpft.

Wie haben sich denn die AnarchistInnen zum Maidan verhalten?

S.: Unterschiedlich. Ganz am Anfang waren wir nicht dabei. Doch dann beschränkte die 
Regierung die Demonstrations- und Versammlungsrechte und schritt mit massiver Gewalt ein, 
worauf einige von uns auf den Maidan gingen und eine „schwarze Hundertschaft“ gründeten. 
Wir wollten verhindern, dass der Staat sich komplett in ein autoritäres Regime verwandeln 
würde.

Und dann wurdet ihr vom Platz geprügelt.

S.: Ja. FeministInnen, AnarchistInnen und linke GewerkschafterInnen, die Flagge zeigten, 
lebten gefährlich. Wir bildeten danach eine Gruppe, die Spitäler bewachte. Denn es kam 
immer wieder vor, dass die Schergen des Staates Verletzte entführten, misshandelten und 
sogar töteten. Erfreulich ist, dass es genau diese Gruppe ist, die heute den Kampf gegen 
die Verschlechterungen im Gesundheitswesen anführt.

Aber dennoch: Der nationalistische Taumel erfasste auch AnarchistInnen?

M.: Einige durchaus. Ehemalige Genossen meldeten sich freiwillig bei der Armee. Der 
langjährige antifaschistische Aktivist, Gewerkschafter und Anarchist Alexander Kolchenko 
sang nach seiner Verurteilung zu zehn Jahren Gefängnis die ukrainische Nationalhymne. Weil 
es der russische Inlandsgeheimdienst FSB war, der ihn verhaftet und nach Moskau 
verschleppt hatte, konnte das zwar auch als Provokation verstanden werden. Doch all dies 
zeigt, die Verwirrung war und ist vielerorts groß.

Diese Verwirrung führt anscheinend auch zu einer Vermischung. Selbst in einer Analyse der 
Rosa-Luxemburg-Stiftung wird die Gruppe „Autonomer Widerstand“ als links eingestuft. Was 
sind das für Leute?

S.: Bis vor kurzem waren das klar antisemitische RassistInnen und FaschistInnen, die 
völkische Fackelmärsche organisierten. Mit dem Maidan ist jedoch etwas sehr interessantes 
passiert. Die Gruppe ist vermeintlich nach links gerückt, hält sich mit dem Rassismus 
zurück und setzt dafür auf antikapitalistische Parolen und fordert die sozialistische 
Revolution. Zudem gab sie sich einen „autonomen“ Look, wie wir ihn von links kennen.

M.: Antifaschistische Hooligans von Arsenal Kiew sind jetzt mit dieser Gruppe befreundet. 
Und auch ehemalige Freunde von uns finden, der „Autonome Widerstand“ sei jetzt links. 
Tatsächlich ist es anders rum, diese ehemaligen GenossInnen sind nach rechts gerückt. Das 
hat auch mit dem Phänomen des „manarchism“ zu tun, das wir leider hier und in Russland 
kennen. Dabei handelt es sich um „anarchistische“ Machos, die sich nur für „den 
Klassenkampf“ interessieren und besonders die LGBT-Bewegung verabscheuen. Speziell aus 
diesem Umfeld sind Leute übergelaufen.

Wurde deshalb auch der legendäre anarchistische Revolutionär Nestor Machno von rechts 
vereinnahmt?

S.: Das ist nichts Neues. Machno wird gerne zum ukrainischen Nationalhelden stilisiert. 
Über seine sehr eingehenden Überlegungen zum anarchistischen Kommunismus wird bewusst 
geschwiegen. Das liegt aber auch daran, dass hier lange keine wirklichkeitsnahen 
Darstellungen über ihn verfügbar waren. In der Sowjetunion wurde Machno bloß als 
„krimineller Bandit“ gebrandmarkt.

Die Kommunistische Partei der Ukraine (KPU) – seit dem Maidan verschiedentlich unterdrückt 
– wurde im Dezember mitsamt ihrer Symbolik endgültig verboten. Wer hat sie zuletzt 
eigentlich noch gewählt?

M.: Meine Großmutter hat sie immer gewählt… Nein, im Ernst, auch hier stimmen die 
Begrifflichkeiten längst nicht mehr. Die KP ist eine durchwegs konservative Partei und 
wird immer schlimmer. Sie unterstützte Janukowitsch fast bis zum Schluss. Jetzt paktiert 
sie unter neuem Namen sogar mit der rechten und homophoben Verschwörungstheoretikerin 
Natalija Witrenko, ihrerseits Vorsitzende der Progressiven Sozialistischen Partei der Ukraine

S.: Wohl ohne sich der Ironie bewusst zu sein, nennt die Partei ihre neue Koalition jetzt 
„Linke Opposition“. So hießen in der Sowjetunion die trotzkistischen AbweichlerInnen.

Aber wie bewertet ihr das Verbot der KP politisch?

S.: Wie gesagt, die KP hat die kümmerlichen Reste ihrer Popularität mit dem Maidan 
praktisch vollständig verloren und war nicht mehr fähig, genug Stimmen auf sich zu 
vereinen, um ins Parlament einzuziehen. Der Zweck der Unterdrückung der KP war also nicht 
primär die Neutralisierung eines politischen Gegners. Viel mehr kreierte das Parteiverbot 
ein Bild des erfolgreichen Kampfes gegen die „separatistische Bedrohung durch die 
Kommunisten“. Jenes Bild also, das man im Osten nicht zeichnen konnte, da dort militärisch 
nicht viel erreicht wurde. Zudem freut das Verbot auch den Oppositionsblock, also die 
Nachfolgepartei von Janukowitschs Partei der Regionen. Denn viele ehemalige WählerInnen 
der Kommunisten werden nun diese Partei wählen. Auch ehemalige ParteigängerInnen 
Janukowitschs, welche es geschafft haben, sich in die herrschenden Parteien einzugliedern 
(hauptsächlich in den Block Petro Poroschenko) sind erleichtert, da in den Medien nun die 
KommunistInnen als Staatsfeind Nummer eins gehandelt werden und nicht die ehemaligen 
Parteigänger Janukowitschs. Und natürlich gibt das Verbot auch den FaschistInnen Auftrieb, 
die seit jeher gegen alles Kommunistische hetzten.

Linke Parteien scheinen praktisch überall in der Krise zu stecken. Gleichzeitig stehen 
Aufstände und Umstürze, die von Platzbesetzungen ausgehen, symptomatisch für die jüngste 
Geschichte. Was heißt das für die Linke?

M.: Nicht an den Erhebungen teilzunehmen, wäre fatal und würde auf eine Verteidigung des 
Alten hinauslaufen.

Aber wie in der Ukraine so aktuell auch in Venezuela haben die Aufstände das rechte Lager 
gestärkt.

S.: Das zeigt doch, dass wir wieder ein Konzept haben müssen, eine Alternative, die wir 
verfolgen können. Es ist auch falsch, die Aufstände ständig dem westlichen Imperialismus 
in die Schuhe zu schieben, auch wenn dieser immer involviert war und ist.

Ihr wollt also einen konkreten anarchistischen Gegenvorschlag zum Bestehenden. Im viel 
diskutierten Buch „Der kommende Aufstand“ wird das gar nicht eingefordert, sondern viel 
mehr die Kraft des Aufstands an sich betont.

S.: Wir haben das Buch nicht gelesen. Doch wir können sagen, dass hier in der Ukraine die 
rein destruktive Betonung des Anarchismus mehrheitlich abgelehnt wird.

Was würdet ihr anders machen, wenn ihr noch einmal vor die Zeit der Maidan-Proteste zurück 
könntet?

M.: Schwer zu sagen... Unser größtes Problem waren ja nicht die FaschistInnen, sondern 
eine ignorant und dumpf auftretende Volksmasse. Was unser Verhalten angeht, hätten wir 
vielleicht mehr Aktionen und Theorievermittlungen machen und aus dem subkulturellen 
Kontext ausbrechen müssen. Und auf dem Maidan wäre es wichtig gewesen, den Menschen die 
Möglichkeit zu geben, über ihre Forderungen und Vorstellungen zu debattieren. So etwas wie 
die spanischen „asambleas populares“ gab es auf dem Maidan kaum. Statt zu diskutieren, 
wurden hier vor allem Parolen nachgebrüllt.

Und wie können euch GenossInnen aus dem Ausland unterstützen?

M.: Erstmal sollen die Leute aufhören, die Kriegsparteien zu unterstützen. Das ist nicht 
unser Krieg! Dann ist der internationale Austausch enorm wichtig. So trafen wir uns mit 
GenossInnen aus Ex-Jugoslawien, die sich ja in einer vergleichbaren Situation befanden. 
Auch die Verbindung zur Bewegung in Russland werden wir intensivieren.

S.: Wir wollen zudem die GenossInnen aller Welt ermahnen, die Fragen über Aufstand, Krieg 
und Internationalismus auf breiter Ebene zu diskutieren, bevor es zu spät ist.

https://www.direkteaktion.org/2016-03/Ukraine


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