(de) FAU-IAA Direct Action #233 - Gegen den Faschismus

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Mon Mar 21 13:49:28 CET 2016


Die linke Partisanenbewegung in Jugoslawien und Kärnten während des Zweiten Weltkriegs 
---- Alle linken Partisanenbewegungen im von den Nazis besetzten Europa hatten von Beginn 
an den Charakter einer internationalen antifaschistischen Widerstandsbewegung. Dabei 
spielte für viele ausländische Freiwillige in den jeweiligen Partisanenverbänden neben dem 
Antifaschismus auch der proletarische Internationalismus als Motivation eine große Rolle. 
In so gut wie jeder dieser Widerstandsbewegung war die kommunistische Partei entweder ein 
wichtiger oder sogar der bestimmende Faktor. Die internationalen Freiwilligen waren 
anfangs oft Angehörige der politischen Emigration in den betroffenen Ländern, darunter 
viele ehemalige KämpferInnen der Internationalen Brigaden bzw. proletarischen Milizen in 
Spanien (1936–39). Auch von den Nazis verschleppte ZwangsarbeiterInnen schlossen sich fern 
ihrer Herkunftsländer den örtlichen PartisanInnen an. Zu ihnen stießen dann zahlreiche 
entflohene oder von den PartisanInnen befreite Kriegsgefangene der alliierten Streitkräfte.

In allen Partisanenformationen quer durch Europa finden sich deshalb entweder gemischte 
internationale Einheiten oder bewusst zusammengefügte Abteilungen, die aus 
AntifaschistInnen eines bestimmten Landes bestanden.1 Sie alle waren von der Überzeugung 
getragen, gemeinsam mit den regulären Armeen der sogenannten Anti-Hitler-Koalition den 
Faschismus zu besiegen. Und tatsächlich nahm der Partisanenkampf in vielen von den Nazis 
besetzten Ländern zunehmend einen Massencharakter an und wurde so zu einem strategischen 
Faktor im Krieg gegen den Nazifaschismus. Dies galt insbesondere für die Sowjetunion und 
Jugoslawien sowie in geringerem Ausmaß für Frankreich und Italien.

AUSMASS DES BEWAFFNETEN WIDERSTANDES IN EUROPA

Schätzungsweise fünf Millionen PartisanInnen und andere Angehörige bewaffneter 
Widerstandsgruppen kämpften während des Zweiten Weltkriegs gegen die verschiedenen 
faschistischen Truppen. Sie töteten dabei etwa eine Million faschistischer Soldaten und 
KollaborateurInnen, ließen ca. 25 000 Nachschubzüge entgleisen und sprengten mehr als 15 
000 Brücken. An Material der faschistischen Truppen zerstörten die PartisanInnen über 75 
000 Fahrzeuge, etwa 2 000 Geschütze, 1 000 Flugzeuge und 4 000 Panzer.2 Außerdem erbeuten 
sie Unmengen an Waffen, sodass der überwiegende Teil der militärischen und technischen 
Ausrüstung der PartisanInnen dem Gegner im Kampf abgenommen wurde. Aberdutzende 
faschistischer Divisionen wurden durch den Partisanenkrieg gebunden und fehlten der 
Wehrmacht an den regulären Fronten. Zudem störten die PartisanInnen in erheblichen Maße 
die Rüstungsproduktion sowie die Nachschubverbindungen.

In vielen Ländern waren die Partisaneneinheiten für AntifaschistInnen die lang ersehnte 
Möglichkeit, endlich aktiv und bewaffnet gegen Nazideutschland und seine Verbündeten 
kämpfen zu können. Dies galt besonders für NazigegnerInnen aus Deutschland und Österreich. 
In Exiländern wie Frankreich, Belgien, den Niederlanden und der Sowjetunion reihten sich 
viele aus Nazideutschland Emigrierte sofort in die Widerstands- und Partisanengruppen ein. 
Neben den Angehörigen der politischen Emigration waren es desertierte Soldaten der 
Wehrmacht, die den Kern der PartisanInnen aus Deutschland bildeten. Diese Deserteure 
bildeten im gesamten Zeitraum des Krieges den Hauptteil der deutschen PartisanInnen. 
Insgesamt desertierten über 100 000 Soldaten aus der Wehrmacht. Knapp 23 000 sogenannte 
Fahnenflüchtige wurden zu Tode verurteilt und viele von ihnen noch in den letzten 
Kriegstagen erschossen. Deserteure und deutsche PartisanInnen werden bis heute in 
Fortführung der NS-Propaganda und -Justiz in der BRD als»Verräter«verleumdet und 
dementsprechend behandelt. Im Gegensatz zu ehemaligen SS-Angehörigen wurden den 
übergelaufenen Wehrmachtssoldaten in rentenrechtlicher Hinsicht keine Ansprüche aus dieser 
Zeit zuerkannt. In der DDR wechselte die Behandlung von deutschen PartisanInnen – etwa aus 
Jugoslawien – je nach politischer Großwetterlage, da die»Kommunistische Partei 
Jugoslawiens«(KPJ) 1948 aus der kommunistischen Internationale ausgeschlossen wurde.

DIE ANTIFASCHISTISCHE PARTISANENBEWEGUNG IN JUGOSLAWIEN

Die nach der Sowjetunion3 stärkste Partisanenbewegung entstand in Jugoslawien. Nach dem 
Einmarsch der Wehrmacht am 6. April 1941 kapitulierte die königlich-jugoslawische Armee 
bereits am 17. April bedingungslos. Nun standen deutsche, italienische, ungarische und 
bulgarische Truppen in Jugoslawien4 und zerstückelten das Land. Alle vier Besatzungsmächte 
verleibten sich jugoslawische Gebiete in ihr jeweiliges Staatsgebiet ein und Kroatien 
wurde ein eigener Staat mit einer faschistischen Regierung. Am 21. April kapitulierte auch 
das gleichzeitig überfallene Griechenland.5

Entgegen der Komintern-Linie6 begrüßten die illegalen Widerstandsgruppen innerhalb 
Nazideutschlands auf Flugblättern den sofort beginnenden Partisanenkampf in Jugoslawien 
und Griechenland schon vor dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion. Als am 4. Juli 1941 
die jugoslawische KP zum allgemeinen Aufstand gegen die faschistischen Besatzer aufrief, 
operierten bereits mehrere kleine Partisanengruppen in verschiedenen Teilen des Landes. Im 
Frühjahr und Sommer 1941 brachen in allen Landesteilen bewaffnete Aufstände aus und Ende 
September kontrollierten die antifaschistischen PartisanInnen und die serbischen 
nationalistisch-monarchistischen Tschetniki-Verbände mehr als zwei Drittel Serbiens und 
fast ganz Montenegro. Der Generalsekretär der KPJ, Josip Broz (Kampfname»Tito«), wurde zum 
Oberbefehlshaber der antifaschistischen PartisanInnen ernannt. Tito war ein kroatischer 
Bauernsohn, der mit 15 Jahren eine Schlosserlehre absolvierte und danach als Mechaniker 
arbeitete. Er nahm an der Russischen Revolution 1917 teil und war Mitglied der Roten Garde 
in Petrograd. Zurück in Jugoslawien arbeitete er u.a. in einer Werft an der Adriaküste und 
wurde Sekretär der Metallgewerkschaft und Mitglied der (illegalen) KP. Tito ging 1936 nach 
Spanien, um bei den Internationalen Brigaden gegen den Franco-Faschismus zu kämpfen.

Die KPJ übernahm gleich zu Beginn der Aufstände eine organisatorische Führungsrolle, da 
sie wegen ihrer illegalen Tätigkeit im ehemaligen Königreich auf eigene Erfahrungen als 
Untergrundbewegung zurückgreifen konnte. Die großen Geländegewinne der jugoslawischen 
PartisanInnen im Sommer 1941 waren u.a. dadurch möglich geworden, da mehrere deutsche 
Divisionen an die Ostfront abgezogen worden waren. Der antifaschistische Widerstand konnte 
zu dieser Zeit auch eine Fabrik zur Herstellung leichter Waffen (Gewehre, Bomben und 
Munition) in Uzizc in Westserbien aufbauen. Die Befreiung eines weiten zusammenhängenden 
Gebietes in Westserbien, das der Größe nach dem Gebiet der Schweiz entsprach, war im 
Herbst 1941 die erste bemerkenswerte militärische Niederlage der siegesgewohnten Nazis im 
besetzten Europa. Nach den Erfolgen der PartisanInnen verlegten die Nazis eilig aus 
Frankreich, Griechenland und von der deutsch-sowjetischen Front Verstärkungen nach 
Jugoslawien. In einer großangelegten Offensive zwangen sie die PartisanInnen in schweren 
Kämpfen sich in die Berge zurückzuziehen. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt liefen deutsche 
Soldaten zu den PartisanInnen über. Des weiteren stießen vereinzelt Angehörige der 
deutschstämmigen Minderheit zu den antifaschistischen KämpferInnen.Die deutschen 
Besatzungstruppen überzogen Jugoslawien mit einem unvorstellbaren Terrorregime.

Es kam zu Massenerschießungen in der Zivilbevölkerung, Judenverfolgung, dem Niederbrennen 
von Häusern und ganzen Ortschaften und der Verschleppung von Familienangehörigen der 
PartisanInnen in Konzentrationslager. Zudem erging eine Anweisung der Generalität der 
Wehrmacht an ihre Einheiten in Südosteuropa, für jeden getöteten deutschen Soldaten 100 
Geiseln und für jeden verwundeten 50 Geiseln zu erschießen. An den Massakern beteiligte 
sich auch die faschistische Ustascha-Regierung in Kroatien, indem sie 100 000 SerbInnen 
und zehntausende Jüdinnen und Juden sowie Roma ermordete.Nachdem die faschistische 
Besatzungsmächte zum Jahresende 1941 vorübergehend wieder die Initiative ergriffen und die 
PartisanInnen aus Serbien und Montenegro nach Ostbosnien zurückgedrängt hatten, musste die 
antifaschistische Bewegung darauf reagieren. Die bisherige Strategie mit lokalen und 
regionalen Territorialverbänden, die sich überwiegend aus der bäuerlich Bevölkerung 
zusammensetzten und starr, das heißt nur vor Ort agierten, musste überdacht und ergänzt 
werden.

Daher wurde am 21. Dezember 1941 mit der Ersten Proletarischen Brigade die erste offensiv 
und überregional operierende gesamt-jugoslawische Kampfeinheit gebildet. Später erfolgten 
noch weiter Gründungen von Proletarischen Brigaden. Durch ihre starke Motivation und die 
relativ gute Ausrüstung stellten die Proletarischen Brigaden so etwas wie die 
Eliteeinheiten des antifaschistischen Widerstandes dar. Sie waren zudem der deutlichste 
Ausdruck für eine sozialrevolutionäre Politik im damaligen Jugoslawien, da sie 
unmissverständlich für antikapitalistische und multiethnische Vorstellungen und Positionen 
standen. Genau aus diesem Grund polemisierte Stalin in Moskau heftig gegen die Aufstellung 
der Proletarischen Brigaden. Der sowjetische Staatschef wollte die Westalliierten nicht 
mit – wie er es ausdrückte –»sozialrevolutionären Experimenten«verängstigen!

DAS PARTISANINNENLAZARETT „FRANJA“

NEUORDNUNG DER SOZIALEN VERHÄLTNISSE

Während des Kampfes gegen die faschistischen Besatzer leiteten die linken PartisanInnen in 
Jugoslawien so etwas wie eine soziale Revolution ein. Bis zur Kapitulation des Königreichs 
1941 hatten in Jugoslawien feudale Verhältnisse vorgeherrscht und die serbischen 
Tschetniki-Verbände kämpfen für deren Wiederherstellung. In den befreiten Gebieten 
entstanden unter dem Schutz der antifaschistischen PartisanInnen Räte, sogenannte 
Volksbefreiungsausschüsse, die das öffentliche Leben sofort neu gestalteten. Diese lokalen 
und regionalen Räte wurden zu einem»Antifaschistischen Rat der Nationalen Befreiung 
Jugoslawiens«(AVNOJ) zusammengefasst. In den Jahren 1942 und 1943 traten jeweils 
gesamt-jugoslawische Delegiertenversammlungen in den bosnischen Städten Biha und Jaice 
zusammen, um über die Fragen des Befreiungskampfes und der revolutionären Neuordnung der 
Gesellschaft zu beraten sowie um eine Verfassung für eine neue föderativ-sozialistische 
Republik zu beschließen. Bei der grundlegenden Neuordnung der sozialen Verhältnisse kam es 
der antifaschistischen Bewegung sicherlich zugute, dass sich Stalin und Churchill auf 
einen jeweils fünfzigprozentigen Einfluss in Jugoslawien geeinigt hatten. Im Gegensatz 
dazu ließen die Westalliierten nach dem Krieg beispielsweise in Italien und Griechenland 
keine»sozialistischen Experimente«zu und intervenierten im griechischen Bürgerkrieg 
(1945-1949) massiv zugunsten der rechten und bürgerlichen Kräfte.

Auch das Geschlechterverhältnis geriet in Jugoslawien in Bewegung. Der Frauenanteil bei 
den PartisanInnen schwankte zwischen 5 und 15 Prozent. Über 100 000 Frauen kämpften bei 
den jugoslawischen PartisanInnen, wovon ca. ein Viertel im Kampf fiel. Etwa 2 000 
Partisaninnen erlangten den Offiziersrang. Dazu kamen noch Sanitäterinnen, Ärztinnen und 
Kurierinnen. In den befreiten Gebieten organisierten Zivilistinnen eine»Antifaschistische 
Frauenfront«, die an der Neuordnung des sozialen Lebens durch die Befreiungsbewegung 
mitarbeitete und dabei auf erweiterte Rechte von Frauen bestand. Im Herbst 1942 führten 
die Volksbefreiungsräte in den von der Widerstandsbewegung kontrollierten Gebieten das 
passive und aktive Wahlrecht für Frauen und Männer über 18 Jahren ein. Die 
antifaschistischen Frauenkomitees arbeiteten auch in den besetzten Gebieten – wenngleich 
notgedrungen im Geheimen. Die Frauen organisierten zudem nahezu die gesamte Parteiarbeit 
der KPJ, da fast alle Männer in den Wäldern und Bergen waren. Des weiteren leisteten die 
Frauen Wachdienste und Patrouillengänge um die Ortschaften. Sie waren als Kurierinnen 
unterwegs, brachten verwundete KämpferInnen unter Lebensgefahr aus den Kampfgebieten, 
sprengten Telefonzentralen und Strommasten und führten Attentate gegen leitende Nazis 
durch.7 Tausende dieser antifaschistischen Frauen landeten in den faschistischen 
Gefängnissen und Konzentrationslagern.

INTERNATIONALE FREIWILLIGE

In den Reihen der jugoslawischen PartisanInnen gab es 1943 bereits italienische 
(Garibaldi-Division), tschechische (Jan-Zizka-Brigade), ungarische (Sandor 
Petöfi-Bataillon) und französische (Bataillon Liberté) Einheiten sowie weitere 
KämpferInnen aus Bulgarien Österreich, der Slowakei und der Sowjetunion. Im August 1943 
wurde das deutsche Thälmann-Bataillon innerhalb der jugoslawischen Partisanenarmee 
gebildet. Dazu wurden viele deutsche PartisanInnen aus den jugoslawischen Verbänden 
herausgenommen, was diese nicht so gern sahen, da viele deutsche KämpferInnen in den 
jeweiligen Einheiten wichtige Funktionen inne hatten. Als Einsatzgebiet wurde dem 
Thälmann-Bataillon Slawonien zugewiesen, da dort viele Dörfer mit deutschstämmiger 
Bevölkerung existierten. Die zunächst 40 Leute starke Einheit zog durch noch nicht 
befreite Ortschaften und hielt auf öffentlichen Versammlungen Ansprachen an die 
Angehörigen der deutschen Minderheit. So wuchs das Bataillon auf 200 KämpferInnen an, da 
neben weiteren deutschen PartisanInnen aus anderen Einheiten noch desertierte 
Wehrmachtssoldaten und deutschstämmige JugoslawInnen dazu stießen. Gerade letztere kamen 
der Einberufung in die Wehrmacht zuvor, indem sie sich stattdessen den PartisanInnen 
anschlossen. Als erste Aktion zerstörte das Bataillon zwei Kilometer Eisenbahnlinie und 
zwei Brücken der Strecke Belgrad-Zagreb. Danach beteiligte es sich an der Zerschlagung von 
Gestapo- und Gendarmeriestützpunkten. Eine schwere Niederlage erlitt das 
Thälmann-Bataillon zusammen mit zwei anderen Bataillonen der 18. Brigade bei Mikleuš am 
Fluss Vojilovica. Nach tagelangen Gefechten wurden die PartisanInnen von faschistischen 
Panzern überrollt und viele, die fliehen wollten, ertranken im Fluss. Über 60 deutsche 
AntifaschistInnen des Bataillons liegen bei Mikleu in einem Gemeinschaftsgrab. Die 
deutsche Partisaneneinheit musste neu formiert werden und beteiligte sich danach in 
kleinerer Kompaniestärke weiter an den Kämpfen gegen die Wehrmacht, die faschistischen 
Ustascha- und nationalistischen Tschetnikiverbände.8

AUFSCHWUNG UND SIEG DER PARTISANINNEN

Einen erneuten Aufschwung nahm die Partisanenbewegung in Jugoslawien nach der Kapitulation 
Italiens und dem Waffenstillstand vom 8. September 1943. Die PartisanInnen gingen sofort 
gegen die italienisch besetzten Küstengebiete in Slowenien und Dalmatien vor, um an die 
Waffen und Ausrüstung der italienischen Armee zu gelangen. Dies gelang auch und mit den 
erbeuteten Waffen konnten ca. 80 000 PartisanInnen neu ausgerüstet werden. Zusätzlich lief 
ein Teil der italienischen Soldaten zu den PartisanInnen über. Daraufhin verlegten die 
Nazis nochmals sieben Divisionen nach Jugoslawien, um wenigstens die Häfen an den Küsten 
zurückzuerobern, was ihnen bis Ende 1943 auch gelang. Das Hinterland kontrollierten jedoch 
zu weiten Teilen die PartisanInnen.

Die Westalliierten unterstützten bis in die zweiten Hälfte des Jahres 1943 nur die 
serbischen Tschetniki, die sich auf den jugoslawischen König sowie die monarchistische 
Exilregierung in London bezogen. Erst als die antifaschistischen PartisanInnen eine immer 
stärkere Eigendynamik entwickelten und in allen Landesteilen auf dem Vormarsch waren, 
machten die Westalliierten eine Kehrtwende und unterstützten auch den linken 
antifaschistischen Widerstand. Welchen Einfluss die PartisanInnen mittlerweile auf den 
Fortgang des Zweiten Weltkriegs ausüben konnten, kann aus einem kurzen Vergleich abgelesen 
werden. Ende 1944 waren die Besatzungsmächte gezwungen, gegen die 51 jugoslawischen 
Divisionen (mit etwa 500 000 KämpferInnen) 40 Divisionen mit rund 580 000 Soldaten 
einzusetzen. Zur selben Zeit standen an der italienischen Front den 24 alliierten 
Divisionen 28 deutsche Divisionen mit ungefähr 350 000 Mann gegenüber.9Die endgültige 
Befreiung Jugoslawiens durch die linke Partisanenbewegung, die, wie schon erwähnt, im 
Sommer 1944 bereits eine Stärke von 500 000 KämpferInnen erreicht hatte, begann von 
Serbien aus (Belgrad wurde im Oktober 1944 befreit) und zog sich bis zum 15. Mai 1945 hin. 
Noch bis zu zwei Wochen nach der offiziellen Kapitulation Nazideutschlands kämpften Reste 
der Wehrmacht und SS-Einheiten zusammen mit Ustascha- und Tscheniki-Einheiten in Slowenien 
weiter. Die jugoslawische Partisanenbewegung, aus spontanen kleinen Gruppen und 
Abteilungen entstanden, bestand am Ende des Kriegs schließlich aus 800 000 KämpferInnen.

DIE PARTISANENBEWEGUNG IN KÄRNTEN

Eine Ausnahmestellung nahm der Partisanenkampf in Kärnten ein, da er der einzige 
dauerhafte bewaffnete Widerstand auf den Boden Nazideutschlands selbst war. 1939/40 
widersetzten sich einige Kärntner Slowenen dem Einberufungsbefehl zur Wehrmacht und 
versteckten sich in den Wäldern und Bergen. Zu ihnen gesellten sich bald entflohene 
Wehrmachtssoldaten und so entstand ein erster Kern einer Widerstandsbewegung. Sie holten 
die versteckten Waffen hervor, die KämpferInnen des»Republikanischen Schutzbundes«beim 
gescheiterten Arbeiteraufstand vom Februar 1934 (in Linz, Wien und anderen Industrieorten 
wie Steyr, St. Pölten, Graz usw.) zurückgelassen hatten. Die WiderstandskämpferInnen 
legten Verstecke und Depots in den Wäldern und Felswänden an und gingen immer wieder in 
die Täler und Ortschaften, um dort unter der slowenischsprachigen Bevölkerung 
antifaschistische Propaganda zu betreiben. Als Rückzugsgebiet nutzten sie das nahe 
Jugoslawien. Diese ersten Gruppen wurden als sogenannte»Grüne Kader«bekannt und waren, 
trotzdem nur schlecht bewaffnet, häufig in Scharmützel mit der Polizei verwickelt. Die 
Mehrzahl der»Grünen Kader«ging in den ersten Partisanengruppen auf, die sich Ende 1941 in 
Südkärnten am Karawankengebirge bildeten. Neben bewaffneten Gruppen entstanden auch erste 
Ausschüsse und Komitees der»Osvobodila Fronta«(OF – Befreiungsfront), die die politische 
Organisation des Widerstandes war. Tragende Kraft der Befreiungsfront war die KP 
Sloweniens (KPS).

Im August 1942 kam es zu ersten größeren Gefechten zwischen einem slowenischen Bataillon 
und der SS in Kärnten. Im darauffolgenden Monat führten die Nazis eine Offensive mit 
20.000 Mann durch, die jedoch keinen Erfolg hatte. Die Kärntner PartisanInnen erhielten 
massive Unterstützung aus der Bevölkerung, die ihnen nicht nur Verpflegung zukommen ließ, 
sondern als eine Art Nachrichtendienst fungierte. Ende 1942 arbeiteten bereits dutzende 
von Ortsausschüssen der OF in allen Teilen Kärntens, auch in den größeren Städten 
Klagenfurt und Villach. Die Verbindungen reichten schon zu diesem Zeitpunkt bis nach Graz. 
Diese Kontakte mündeten in eine dauerhafte Zusammenarbeit mit österreichischen 
AntifaschistInnen sowie der KPÖ.Durch diese Kooperation ermutigt, ordnete der Hauptstab 
der slowenischen PartisanInnen in Jugoslawien an, dass ein erstes Bataillon in Kärnten 
gebildet wird, dass sich ausschließlich aus Kärntner SlowenInnen zusammensetzen und nur in 
Kärnten operieren sollte. Dieses»1. Kärntner Bataillon«weitete bald seine Aktionen auch 
nach Ostkärnten aus, wobei Propaganda unter der Bevölkerung und Überfälle auf 
Polizeistationen im Mittelpunkt der Aktivitäten standen.

Ab Mai 1944 erhielten die Kärntner PartisanInnen britische Waffenlieferungen, die aus 
Flugzeugen abgeworfen wurden. In Österreich war inzwischen als überparteiliche 
antifaschistische Organisation für deutschsprachige ÖsterreicherInnen sowie für Angehörige 
der slowenischen Minderheit die»Österreichische Freiheitsfront«(ÖFF) entstanden, die seit 
1944 eine Kampagne für den Beitritt zu den PartisanInnen im ganzen Land entfaltete. 
Daraufhin meldeten sich immer mehr Freiwillige aus Klagenfurt, Villach und der Steiermark. 
Viele österreichische AntifaschistInnen unterstützten die PartisanInnen auch mit 
Lebensmittel, technischer Ausrüstung und Sanitätsmaterial.In den ersten beiden Jahren des 
Kampfes bildete die Drau eine Barriere, da die Polizei- und SS-Kräfte die wenigen Brücken 
über den Fluss scharf bewachten. Im Sommer 1944 operierten dennoch schon drei Einheiten 
nördlich der Drau und dehnten ihre Aktivitäten bis in die Steiermark aus. Vor allem die 
kleinen deutschsprachigen Einheiten wurden in den Norden und somit in das Zentrum 
Österreichs geschickt. Unter ihnen befanden sich ehemalige Schutzbündler und 
SpanienkämpferInnen. Die Nazis fürchteten nichts so sehr wie die Ausweitung der Kämpfe in 
andere Regionen des Landes.

Deswegen warfen sie immer wieder starke SS-Verbände nach Kärnten und verstärkten besonders 
das Drautal. Sie konnten jedoch nichts mehr an der Tatsache ändern, dass die Kärntner 
PartisanInnen eine Front innerhalb Nazideutschlands etablieren hatten, noch dazu eine 
Front, die ständig wuchs und von den Nazis trotz mehrerer Großoffensiven nicht beherrscht 
werden konnte. Im August 1944 verließen die Kärntner PartisanInnen erstmals ihre bisherige 
Taktik und griffen Naziverbände auch frontal an. Sie konnten immer offener agieren und den 
SS-Einheiten empfindliche Schläge zufügen. Seit Oktober 1944 entstanden auch innerhalb der 
jugoslawischen Partisanenformationen österreichische Bataillone. Immer mehr 
AntifaschistInnen aus Wien und Graz gingen in die Berge, genauso wie österreichische 
Kriegsgefangene aus der Sowjetunion sowie weiterhin Deserteure der Wehrmacht. Am 7. Mai 
1945 marschierten schließlich die PartisanInnen in Klagenfurt/Celovec ein, entwaffneten 
die letzten Nazieinheiten und befreiten die Landeshauptstadt.10 Nach dem Sieg über 
Nazideutschland verfolgten die britischen Militärs vor allem die kommunistischen Kader der 
Kärntner PartisanInnen, parallel zu ihrem Vorgehen gegen andere Widerstandsbewegungen in 
den befreiten Ländern Europas. Diese Politik setzte sich auch im besiegten und befreiten 
Deutschland fort. Britische Militär- und Geheimdienstangehörige folterten systematisch 
Frauen und Männer, die sie für KommunistInnen und SympathisantInnen der Sowjetunion 
hielten. Dazu betrieb das britischen Kriegsministerium in Nachkriegsdeutschland zahlreiche 
(auch geheime) Verhörzentren. In Jugoslawien waren die antifaschistischen PartisanInnen 
nach dem Krieg gefeierte HeldInnen, in Deutschland und Österreich wurden sie zu Verfolgten 
und nicht wenige verschwanden hinter Gefängnismauern.

RACHE UND ERSCHIESSUNGEN NACH DEM KRIEG

Doch wieder zurück zu den Ereignissen in Jugoslawien. Die PartisanInnen befreiten das Land 
weitgehend ohne sowjetische Hilfe, allerdings mit großen Verlusten. Deutsche 
Vergeltungsmaßnahmen an der Zivilbevölkerung, die Völkermordpraxis der kroatischen 
Ustascha, der Kampf mit den serbischen Tschetniki und die Kampfhandlungen gegen die 
Besatzer forderten weit über 500 000 Opfer. Im Laufe des Krieges sank die Einwohnerzahl 
von 15 Millionen Menschen um 1,7 Millionen. Davon starben 305 000 direkt an der Front bei 
Kampfhandlungen.11

Die Landbevölkerung sowie die ArbeiterInnen aus allen Teilen und Regionen Jugoslawiens 
hatten mit eigenen Kräften ihr Land befreit und nach ihren Vorstellungen eine neue 
sozialistische Bundesrepublik aufgebaut. Dieser Kampf und die Rolle, die die PartisanInnen 
dabei eingenommen hatten, wurden im Nachkriegs-Jugoslawien nicht nur ein wichtiger Teil 
des Selbstverständnisses des sozialistischen Staates, sondern geradezu überhöht und 
mythologisiert. Diesem Mythos stehen die in der Realität gegen die ehemaligen Besatzer und 
den Kollaborateuren verübten Rachemaßnahmen entgegen. Der Kollaboration wurden alle 
bezichtigt, die nicht aktiv am Widerstand beteiligt waren. Es kam zur Vertreibung, 
Enteignung, Internierung und Ermordung von Angehörigen der deutschstämmigen und 
italienischen Minderheit. Die Staatsmacht überzog nach Kriegsende das Land mit 
Hinrichtungen und regelrechten Massakern. Um den antifaschistischen Staatsgründungsmythos 
keine Kratzer zuzufügen, wurden Orte mit Massengräbern der Hingerichteten als militärische 
Sperrgebiete gegen die Öffentlichkeit abgeschirmt. In Slowenien und Kroatien verübten die 
antifaschistischen PartisanInnen am Ende des Krieges Massaker an tatsächlichen oder 
vermeintlichen Nazi-KollaborateurInnen. Insgesamt sollen etwa 30 000 KroatInnen und 14 000 
SlowenInnen ohne Gerichtsverfahren von PartisanInnen in den Wäldern Sloweniens kurzerhand 
erschossen worden sein. Der linke jugoslawische Schriftsteller Tone Seliskar schrieb nach 
dem Krieg selbstkritisch:»Wir haben die Rache als Programm und Inhalt mit Blut in unsere 
Herzen eingebrannt...«12

DIE»FÖDERATIVE VOLKSREPUBLIK JUGOSLAWIEN«

Schon während des Kriegs waren die regionalen Räte (Volksbefreiungsausschüsse) in einem 
zentralen»Antifaschistischen Rat der Volksbefreiung Jugoslawiens«(AVNOJ) 
zusammengeschlossen worden, um durch diese Zentralisation einerseits die Aktivitäten der 
lokalen und regionalen Ausschüsse zu koordinieren, aber andererseits auch, um diese besser 
steuern und unter Kontrolle halten zu können. Aus den gleichen Gründen setzte die KPJ des 
weiteren innerhalb der Partisanenformationen nach und nach eine strikt militärische 
Struktur durch, um sie ab Ende 1944 in eine reguläre Armee überführen zu können. Die 
Umformung der autonomen Organe und selbstverwalteten Strukturen, die während des Kriegs an 
der Umgestaltung der Gesellschaft federführend beteiligt gewesen waren, führte dazu, dass 
diese Strukturen nach der Befreiung nahtlos die Gestalt von Exekutivorganen der 
staatlichen Macht annehmen konnten.

Auch die Stellung der Frau in der Gesellschaft hatte sich zwar gegenüber den 
patriarchal-feudalen Verhältnissen im ehemaligen Königreich verbessert, war jedoch von 
einer realen Gleichstellung der Geschlechter weit entfernt. Am 6. Dezember 1942 hatte der 
KPJ-Vorsitzende und Oberbefehlshaber der PartisanInnen, Tito, auf dem Nationalkongress 
der»Antifaschistischen Frauenfront«in einer Rede noch verlauten lassen:»Genossen, es ist 
offensichtlich, daß Frauen den Großteil der Bürden dieses Kampfes auf sich genommen haben, 
im Hinterland wie an der Front. Die Frauen Jugoslawiens, die in diesem Kampf so viele 
Opfer gebracht haben, die so standhaft in den ersten Reihen der Nationalen Befreiungsfront 
aushielten, sie sind berechtigt, eine Tatsache hier festzuhalten, für heute, für morgen 
und für immer: daß dieser Kampf auch für die Frauen selbst produktiv sein muß, daß ihnen 
niemand je wieder diese mit ihrem Blut getränkten Früchte entreißen kann. (...) Manche 
Leute im Ausland [eine Anspielung auf die konservative Exilregierung, Anm. d. Verf.] mögen 
hoffen, daß in Jugoslawien die alte Ordnung wieder siegen wird, daß die Frauen in die 
Küche zurückkehren und nichts mehr mitzureden haben werden. Aber, Genossen, die Frauen 
haben ihre Prüfung bestanden. Sie haben bewiesen, daß sie nicht nur fähig sind, den 
Haushalt zu führen, sondern auch, mit der Waffe zu kämpfen, und daß sie fähig sind, zu 
regieren und Macht auszuüben.«13Von diesen hehren Versprechungen blieb nach der Befreiung 
nicht mehr viel übrig.

Trotzdem die jugoslawische Staats- und Parteiführung bewusst einen anderen Kurs als 
beispielsweise in der Sowjetunion einschlug und die sozialen Veränderungen tatsächlich 
auch Resultat von Bewegungen von unten waren (Ausschüsse, Komitees, Partisanentum, etc.), 
führten die Entwicklungen langfristig nicht zu egalitären Verhältnissen. Zwar etablierte 
die KPJ, in Abgrenzung zum sowjetischen Vorgehen nach dem Zweiten Weltkrieg in den ost- 
und ostmitteleuropäischen Ländern, einen föderativen (also nicht zentralistischen) 
Bundesstaat und ein System der Arbeiterselbstverwaltung. Zudem verzichtete die 
jugoslawische Staatsführung mit ihrem eigenständigen Kurs faktisch auf die wirtschaftliche 
Unterstützung aus der Sowjetunion (folgerichtig erfolgte 1948 der Bruch zwischen Belgrad 
und Moskau). Aber die ungewöhnliche Mischung aus parteikommunistischen Elementen (z. B. 
ein Einparteiensystem) und Selbstverwaltungsstrukturen hielt im Laufe der Zeit den realen 
Widersprüchen und widerstrebenden Interessen innerhalb der Gesellschaft nicht Stand.

DIE ARBEITERSELBSTVERWALTUNG IN JUGOSLAWIEN

Das jugoslawische Modell der 1950 von oben gesetzlich eingeführten 
Arbeiterselbstverwaltung führte zur Entstehung einer sozialistischen Marktwirtschaft. 
Diese beruhte sowohl auf der Grundlage des Wertgesetzes als auch des kollektiven 
Eigentums. Die selbstverwalteten Betriebe sollten eine sozialistische Warenproduktion für 
den Tausch über Märkte bereitstellen. Es entstand ein Widerspruch zwischen den von 
gewählten Arbeiterräten mitverwalteten Betrieben und dem Rest der jugoslawischen 
Gesellschaft. Die Lohnabhängigen wurden zu TeilhaberInnen, die versuchten ihren Gewinn zu 
maximieren. Diese Belegschaften kämpften für Marktreformen und eröffneten Konfrontationen 
mit den politischen sozialistischen Institutionen in Jugoslawien. In dieser Logik 
erschienen Bündnisse der ArbeiterInnen mit dem Management und den TechnikerInnen ihrer 
Betriebe sinnvoller als mit Instanzen aus der offiziellen Politik bzw. dem sozialistischen 
Staat. Gleichzeitig gerieten die Arbeiterräte der selbstverwalteten Betriebe immer stärker 
unter Druck, Anreize für mehr Profitabilität zu schaffen, etwa durch Rationalisierung, 
professionelles Management oder über

https://www.direkteaktion.org/233/gegen-den-faschismus


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