(de) fda-ifa: protest gegen die afd-veranstaltung in offenburg

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Fri Mar 18 08:57:19 CET 2016


mehrere hundert anhänger*innen der rassistischen partei afd kamen am vergangenen samstag 
in der bohlsbacher festhalle in offenburg zusammen, um der parteichefin frauke petry, dem 
eu-parlamentsabgeordneten der afd marcus pretzell und dem jetzigen 
afd-landtagsabgeordneten stefan räpple zu huldigen. 150 menschen nahmen an der 
protestveranstaltung gegen den rechten mob teil. ---- im vorfeld der veranstaltung war 
einiges passiert. so gestaltete sich die suche nach einer location für den 
hypnosetherapeuten und konditor stefan räpple nicht leicht. die anmietung des 
schlosskellers in seinem heimatort oberkirch bei offenburg wurde von dessen besitzer 
wieder annuliert. nach einer hektischen suche wurde räpple dann aber mit der festhalle des 
offenburger stadtteils bohlsbach fündig. die offenburger stadtverwaltung konnte sich nicht 
dazu aufraffen, den rassist*innen die rote karte zu zeigen, mensch wolle einen fairen 
wahlkampf gewährleisten.

am 7. märz dann erschien ein recherche-bericht der autonomen antifa aus freiburg, ein 
artikel in der alternativen tageszeitung taz und ein bericht bei radio dreickland, die 
stefan räpple als mitglied der völkischen, nazistischen identitären bewegung outeten. 
belegt wurde dies durch umfangreiche email-zitate. räpple leugnete die 
recherche-ergebnisse und beschuldigte die antifa, die emails gefälscht zu haben.

am abend der veranstaltung kamen über 150 gegner*innen der afd vor dem hautpzugang zur 
festhalle zusammen: unter einer übergroßen (habt ihr die an eurer bundesparteizentrale 
geklaut?) spd-fahne versammelten sich atomkraftgegner*innen (die afd hält an kohle- und 
atomkraft fest.), antifaschist*innen, feminist*innen, kommunist*innen, anarchist*innen, 
bürger*innen und andere schubladen und unterliefen das bullenkonzept, das vorsah, den 
protest abgeschirmt von wannen seitlich vom haupteingang zu postieren. ausgerüstet mit 
fahnen, transparenten, schildern und megafonen konnte so den rassist*innen hautnah gezeigt 
werden, was mensch von ihnen und ihrer ideologie hält.

beim einlass in die halle wurden (fast) alle menschen und ihre taschen von einem 
martialischen ordner*innendienst kontrolliert. vom erscheinungsbild setzte sich dieser aus 
rockern in kluft, hooligans, bodybuildern und klischeenazis zusammen (einer sah aus wie 
adolf hitler in jungen jahren und ratet mal wie er von seinem kameraden gerufen wurde: 
“adi, kommst du mal kurz?”). die halle füllte sich allmählich, so dass am ende sicher 
300-400 afd-anhänger*innen anwesend waren: männer, frauen, familien mit kindern. darunter 
waren auch offensichtliche nazis zu sehen und männer in thor steinar kleidung. die 
stimmung im saal glich einem übergroßen stammtisch, es wurde viel bier konsumiert und 
anwesenden gegner*innen wurde gerne geraten, doch endlich mal arbeiten zu gehen, weil “ihr 
liegt uns doch eh nur auf der tasche!” (grölte der deutsch papa mit dem xten bier am 
hals.). presseverttreter*innen wurden argwöhnisch beäugt, teilweise körperlich angegangen 
und von den ordner*innen mehrmals bedrängt.

der beginn des abends verzögerte sich erheblich, da über 50 afd-gegner*innen in die halle 
gelangt waren und lauthals protestierten. dagegen wiederum protestierte der afd-mob, die 
ordner*innen, stefan räpple (ich glaube, er musste fast weinen) und schließlich wurde der 
pulk von den bullen nach draußen gebracht, wo sich in der zwischenzeit die meisten 
menschen direkt vor dem haupteingang eingefunden hatten.

im voyer postierten sich die bullen und lasen sich das propagandamaterial der afd durch. 
am infotisch von räpple fanden sich übrigens nicht nur afd-flyer und -broschüren, sondern 
auch material der rechtskonservativen zeitung “junge freiheit”.

in der halle konnten räpple, pretzell und petry ihren rassistischen, nationalistischen, 
rechten sermon ablassen und wurden von ihren anhänger*innen dafür abgefeiert.

nun, nachdem das wahlspektakel vorüber ist und die afd in alle drei landtage mit 
zweistelligen prozentzahlen eingezogen ist, muss sich die emanzipatorische linke fragen, 
was zu tun ist. wie gehen wir mit einer partei um, die in sachsen aus dem stand mit über 
24 prozent (der abgegebenen stimmen) als zweitstärkste partei in den landtag kommt? wie 
wird sich das gesellschafliche klima verändern? als anarchist lehne ich das wahlgehampel 
ab, kann aber nicht behaupten, dass mich die wahlergebnisse kalt lassen würden: im 
gegenteil, sie erschrecken mich.

gegen den rechten mob, die afd und ihren rassismus!
die außerparlamentarische, antiautoritäre bewegung aufbauen und stärken!

http://fda-ifa.org/protest-gegen-die-afd-veranstaltung-in-offenburg/


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