(de) FDA-IFA, Gai Dao N°62 - „Die Psychologie des Slawen erwies sich stärker als sozial-demokratische Theorien“ Von: Ewgeniy Kasakow

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Sun Mar 13 16:11:50 CET 2016


Emma Goldman und die Russische Revolution. Kontext, Probleme, Anmerkungen. ---- Innerhalb 
des Pantheons der anarchistischen Theoretiker*innen nimmt Emma Goldman einen besonderen 
Platz ein. Zwar wird ihr Werk meist als im Schatten der Begründer*innen der 
anarchistischen Strömungen wie Proudhon, Bakunin und Kropotkin betrachtet, doch 
wahrscheinlich gehört sie zu den in der heutigen Bewegung beliebtesten und am meisten 
zitierten („Es ist nicht meine Revolution, wenn ich dabei nicht tanzen kann“) 
Anarchist*innen. Goldman hat zwar keinen große theoretische Arbeit hinterlassen – es ist 
bezeichnend, dass ihr wichtigstes Werk ihre Autobiographie ist. Dennoch hat Goldman 
anarchistische Theoriebildung nachhaltig beeinflusst. Besonderes breit rezipiert werden 
ihre Auseinandersetzung mit der Frauenbewegung und mit der Russischen Revolution.

Die Berichte von Goldman und ihres Gefährten Alexander Berkman über ihren
Aufenthalt im bolschewistischen Russland trugen nicht nur zum Sinneswandel vieler
Anarchist*innen und anderen Linker bei, sondern sie sind neben den
Erinnerungen von Wsewolod Wolin (Voline) bis heute eine der
wichtigsten Quellen für die Rezeption der Russischen Revolution in den
anarchistischen Kreisen. Um so bedauernswerter, dass Goldmans Texte
zwar häufig neu aufgelegt werden, aber kaum mit einem notwendigen
Kommentarenapparat versehen und in den historischen Kontext gestellt
werden. Weil Goldmans Ideen ihren anarchistischen Lesern
sympathisch erscheinen, werden weder faktische, noch analytische
Bestandteile ihrer Werke von anarchistischer Seite geprüft.

An diese Stelle soll es nur um einige offensichtlich problematische
Stellen in Goldmans Texten über die Russische Revolution gehen. Doch
die Hinweise auf offensichtliche Ungereimtheiten in den Texten, die
inzwischen fester Teil des anarchistischen Kanons geworden sind, sollen
keineswegs die Verdienste der Autorin schmälern. Emma Goldman
hatte oft keine Gelegenheit die ihr zugetragenen Informationen zu
überprüfen, aber diese Entschuldigung gilt nicht für ihre späteren
Verleger*innen und Übersetzer*innen.

Gewaltapparat und die russischen Anarchist*innen.

1920, als Goldman und Berkman nach Sowjetrussland deportiert
wurden, hatten sich die Beziehungen zwischen Bolschewik*innen und
Anarchist*innen bereits sehr verschlechtert. Vor diesem Hintergrund
verwundert es wenig, dass die anfängliche enge Kooperation, die noch
vor der Oktoberrevolution begann und bis zum Frühling 1918 ohne
große Reibungen verlief, bei Goldman wenig Erwähnung findet. Ihre
Informationsquellen sind primär oppositionell gesinnte Anarchist*innen
gewesen, die kein Interesse daran hatten, die frühere Zusammenarbeit
mit ihren bolschewistischen Feind*innen zu betonen. Das Bild, was
Goldman von staatlichen Gewaltapparat Sowjetrusslands zeichnet,
bedarf daher gewisser Korrekturen und Ergänzungen. Goldman
schreibt: „Die Mehrheit der Tschekisten jedoch sind gewesene
Mitglieder der alten zaristischen Ochrana, der Schwarzen Hundert und
frühere hohe Offiziere der Armee.“ 1 Dass zum Beispiel die
Gefängniswärter*innen des alten Regimes oft übernommen wurden, ist
in der Tat bekannt. Doch Goldmans Beschreibung ist nicht nur das
Ergebnis einer Übertreibung – ein Geheimdienst aus den
Anhänger*innen des gestürzten Ordnung wäre wohl kaum zuverlässig
gewesen. Goldman lässt auch etwas Wichtiges aus. Die Verbündeten der
Bolschewiki -- linke Sozialrevolutionär*innen, Maximalist*innen und
nicht zuletzt einige Anarchist*innen waren anfänglich aktiv am Aufbau
der Tscheka aktiv beteiligt.2 Manchmal wurde ihrem revolutionären
Eifer von bolschewistischer Seite ein Riegel vorgeschoben.3 Schon
während der Oktoberereignisse in Petrograd und Moskau standen
einige Anarchist*innen in der ersten Reihe.

Der Anarchist Fjodor Drugow (1891-1934) wurde zum Beispiel aus dem
Petrograder Revolutionären Militärkomitee in die Allrussische
Außerordentliche Kommission zur Bekämpfung der Konterrevolution
und Sabotage übernommen und wirkte sogar an der Erstellung der
ersten Statuten der Tscheka mit. 4 Drugow verließ die Tscheka nach der
Zerschlagung der anarchistischen „Schwarze Garden“ am 12. April 1918
in Moskau. Drugov prangerte die Politik der Bolschewiki in
anarchistischen Zeitungen an, doch als er im Juli seine Eltern in der
Nähe von Jaroslawl zu besuchen versuchte, wurde er beinah von den
aufständischen Bauern*Bäuerinnen gefangen genommen. 5 Danach
nahm Drugov die Zusammenarbeit mit der Bolschewiki wieder aktiv
auf, versuchte vergeblich eine Strafexpedition gegen die Jaroslawler
Bauern*Bäuerinnen zu organisieren und arbeitete bald wieder bei
Tscheka. 6

Iosif Bleichman (Solnzew) (1868 oder 1874-1921), ebenfalls ein aktives
Mitglied des Petrograder Revolutionären Militärkomitee der
Oktobertage, war zwar wesentlich früher auf kritische Distanz zu den
Bolschewik*innen gegangen, was ihn jedoch nicht davon abhielt, im
März 1918 freiwillig in die Rote Armee einzutreten. 7 In den Jahren von
Goldmans Russslandaufenthalt wurden die Luftstreitkräfte der
Republik von einem anderen ehemaligen anarchistischen Mitglied des
Petrograder Revolutionären Militärkomitee, Konstantin Akaschew
(1888-1931) befehligt. 8

Der scharfe Kritiker des Friedens von Brest-Litowsk und des
bolschewistischen Zentralismus, der Anarchokommunist Alexander Ge
(Golberg) (1879-1919) leitete seit Mai 1918 die Tscheka von Kislowodsk,
wurde zwei Monate später Mitglied der Regierung der
Nordkaukasischen Sowjetrepublik und fiel schließlich den Weißen, die
ihm gefangen nahmen, zum Opfer. 9

Alexei (Foma) Mokrousow (1887-1959) nahm nicht nur an den
Oktoberereignissen in Petrograd teil, sondern war auch Anfang 1918 für
den „Roten Terror“ auf Krim verantwortlich .10

Zeitweiliger Leiter der russischsprachigen Sektion der IWW,
Anarchosyndikalist Wladimir (Bill) Schatow (1887- 1938 oder 1943) war
1919 faktischer Kommandant von Petrograd und unter anderem für die
„innere Verteidigung“ zuständig.11 Ein weiterer Aktivist der
internationalen anarchosyndikalistischen Bewegung, Timofei
Samsonow (Babij) (1888-1955) begann 1918 in der
„Registrierungsabteilung“ (abwehrender Nachrichtendienst) der 3.
Armee der Ostfront eine steile Tschekisten-Karriere. Sein Übertritt zu
den Bolschewik*innen erfolgte erst später.12 Der Weg von Jakow
Kaminski (1891-nach 1954) führte von anarchistischen Gruppen über
die Gefangenschaft bei Machno bis hin zur Tscheka, wo er später
diverse höhere Ämter bekleidete.

Auch in der Auslandsaufklärung fand sich schnell Platz für einige
Anarchist*innen. Alexander Ulanowski (1891-1971) wurde zwar im
März 1921, während des Kronstadt-Aufstandes, in Odessa nach einem
kritischen Auftritt auf einer Kundgebung festgenommen, doch noch im
selben Jahr befand er sich im Auftrag der Tscheka in Deutschland, wo
er von Goldman und Berkman vermittelte Kontakte nutzte.13 Eines der
Urgesteine der sozialdemokratischen und anarchistischen Bewegungen
und Mitstreiter Kropotkins, Wladimir Sabreschnew-Fjodorow (1877-
1939) führte geheime Aufträge Lenins im Ausland aus, wurde
Mitarbeiter im Volkskommissariat für Außenangelegenheiten, bevor er
1922 schließlich offiziell bei der OGPU arbeitete.14

Emma Goldman sah 1920 in der Ukraine, wie angespannt die
Beziehungen zwischen der Bauernbewegung um Machno und den
Bolschewik*innen waren – auf Bündnisse folgten Repressionen, die
dann von neuen Verhandlungen abgelöst wurden. Doch in den anderen
Gegenden beteiligten sich etliche Anarchist*innen, ohne sich vom
Anarchismus los zusagen, aktiv an der Seite der Bolschewiki an der
Niederschlagung der Bauernaufstände. Der Petrograder

Anarchosyndikalist Iustin Schuk (1887-1919) fiel im Kampf gegen die
finnischen Rebell*innen der „Nordingrischen Republik“ („Pohjois-
Inkeri”)1 5 , in Sibirien führte der legendäre georgische Anarchist Nestor
Kalandarischwili (1876-1922) erst den Partisanenkrieg gegen die weiße
Regierung von Admiral Koltschak, später bekämpfte er die Aufstände
gegen die neue rote Macht, wobei er seinen Tod fand.1 6 Sein Mitstreiter
und Nachfolger war der lettisch-polnische Anarchokommunist Ivans
(Janis) Strods (1894-1937). Der Irkutsker Anarchist F.G. Grobow (?-
1918), Mitglied des Allrussischen Zentralen Exekutivkomitees, wurde
während des Arbeiteraufstands in Ischewsk im August 1918
gefangengenommen, gefoltert und hingerichtet.1 7 In diesen Fällen sahen
die Anarchist*innen in den Aufständischen vor
allem Verbündete der Weißen.

1920 brannten die roten Partisan*innen unter der
Anführung des Anarchisten Jakow Trjapizyn (1897-
1920) und der Maximalistin Nina Lebedewa (1895-
1920) die Stadt Nikolajewsk am Amur nieder und
richteten sowohl weißgardistische und japanische
Gefangene, als auch zahlreiche Zivilist*innen hin.
Bald darauf wurden Trjapizyn, Lebedewa und ihre
Mitstreiter*innen dafür von Bolschewik*innen, mit
denen sie zuvor Seite an Seite kämpften, entwaffnet
und erschossen. 18

Noch 1929 waren allein unter den Parteimitgliedern
im Zentralen Apparats der OGPU (Nachfolge-


behörde der Tscheka) sechs ehemalige Anarchist*innen.19 Selbst Genrich
Jagoda (1891-1938), der zwischen 1934 und 1936 das Amt des
Volkskommissars des Innern bekleidete, begann seine politische
Laufbahn in einer anarchokommunistischen Gruppe, was er allerdings
stets verbarg.20 Einer seiner Stellvertreter war Georgi Prokofjew (1895-
1937), aktiver Anarchokommunist bis zu seinem Beitritt zu den
Bolschewiken Ende 1919.21

Diese Fälle zeigen, dass die Haltung der Anarchist*innen zur
bolschewistischen Politik während des gesamten Bürgerkrieges
keineswegs eindeutig war. Entgegen verbreiteter Vorstellungen, waren
Anarchist*innen und andere linke „Juniorpartner*innen“ der
Bolschewik*innen oft nicht für die Milderung, sondern für die
Verschärfung der Verfolgungen der „Konterrevolutionär*innen“, zu
denen auch bürgerliche Spezialist*innen zählten.


„Revolutionärer Enthusiasmus des Volkes“ vs. „administrative Maschinerie“

Goldman kann keineswegs zu den Befürworter*innen der Ausbreitung
der revolutionären Gewalt in Sowjetrussland gezählt werden. In ihren  Erinnerungen zeigt 
sie sich oft auch über den „Roten Terror“ gegenüber
„bürgerlichen Kräften“ empört. Für sie steht aber fest, dass die
Gewaltexzesse einzig und allein durch die staatliche Politik zustande
kommen. Ihre Erklärung für das Scheitern des revolutionären Projekts
in Russland ist einfach. Für Goldman ist „jede Regierung, ganz gleich,
welche Form sie hat, oder unter welchem Vorwand sie handelt, ein totes

Gewicht ist, das den freien Geist und den Tätigkeitsdrang der Massen
lähmt.“ 22 Damit wird suggeriert, dass der „Tätigkeitsdrang der Massen“
nie zu Gewaltexzessen wie dem des „Roten Terrors“ führen würde.
Allein die Geschichte der Februarrevolution und der Agrarrevolten
zwischen Februar und Oktober spricht sehr gegen diese These. Es sollte
nicht vergessen werden, dass die ersten Fälle von der Anwendung der
Todesstrafe nach Oktober 1917 sich nicht gegen wirkliche oder
vermeintliche Konterrevolutionär*innen, sondern gegen
Plünderer*innen und Kriminelle richteten. Schon im Dezember war die
Situation in Petrograd geprägt von Straßenkriminalität, Überfällen auf
Lebensmittellagerräume und Spirituosengeschäfte, sowie Lynchjustiz.23

Dort, wo die Anarchist*innen in den lokalen Räten
für einige Zeit Macht erlangen könnten, haben sie
oft „Übergangslösungen“ und quasi-staatliche
Strukturen eingeführt. 24

Goldman deutet die Revolution ähnlich wie die
russischen Volkstümler*innen und Sozialrevo-
lutionäre – im Mittelpunkt steht der „revolutionären
Enthusiasmus des Volkes“.25 Dem „Volk“ unterstellt
Goldman des Öfteren ihre eigene Ideen. Wenn im
Rahmen der Revolution sich etwas ereignet, was
nicht Goldmans Vorstellungen entspricht, dann
sucht die nach vierunddreißig Jahren nach Russland
zurückgekehrte Revolutionärin immer „oben“ nach
den Ursachen, die angehimmelte Massen verkörpern
dagegen immer den Willen zum Guten. „Die
Bolschewiki auf ihrem Wege zur Macht, weit entfernt der Vortrupp der
Revolution zu sein, wie sie vorgeben, waren vielmehr der Damm, an
dem sich die steigende Flut der Volkskraft gebrochen hat.“26 Darüber,
welche Spannungen zwischen den Bauern*Bäuerinnen, die sich Land
als Eigentümer*innen aneigneten, und dem Rest der Bevölkerung
entstanden, findet sich kaum etwas in Goldmans Schriften. Goldman ist
unerschütterlich davon überzeugt, dass die Bauern*Bäuerinnen, die sich
im Kampf gegen den Staat gerade auf ihre exklusiven Verfügungsrechte
als Eigentümer*innen des Bodens beriefen, für einen „libertären
Sozialismus“ stehen würden: „Die Psychologie des Slawen erwies sich
stärker als sozial-demokratische Theorien.“27

Goldman geht von Kropotkins These aus, dass „die einzige Garantie für
den Erfolg der Revolution in der geistigen Anlage des Volkes, sein
eigenes Wirtschaftsleben zu organisieren, enthalten ist“.28 Am Staat
kritisiert sie den „kalten, unpersönlichen Charakter“29. „Der Staat“, so
Goldman, „ist ein Ausdruck für die legislative und administrative
Maschinerie, mit deren Hilfe bestimmte Geschäfte des Volkes – und
schlecht – erledigt werden.“ 30 Insgesamt schenkte Goldman der
Staatstheorie eher wenig Aufmerksamkeit. Wie Peter Seyferth
bemerkte, bilden in Goldmans berühmten Werk „Anarchismus und
andere Essays“ Stellen, die sich mit dem Staat beschäftigen gerade mal
1 1/2 von 225 Seiten.31 Der Grundgedanke von Goldmans Staatskritik,
ähnlich wie bei Kropotkin, ist die organisatorische Überflüssigkeit des
Staates. Den spezifischen Funktionen der verschiedenen Staatsformen
in Bezug zu verschiedenen Wirtschaftsarten schenkt Goldman wenig
Aufmerksamkeit, den Staat bleibt für sie etwas historisch
Unverändertes, das Verhältnis des Einzelnen zum Staat bildet eine Art
„Hauptwiderspruch“. „Die Zivilisation ist ein ständiger Kampf des
Individuums [...] gegen den Staat. Dieser beständige, unaufhaltsame
Konflikt stellt die Geschichte der Menschheit dar.“ 32 Sowohl der Staat,
als auch das Individuum sind für Goldman überhistorische Größen.
Unabhängig vom Inhalt des Konflikts zwischen Staat und Individuum
ist Goldman als Anarchistin auf der Seite des Letzteren.

Goldmans Kritik am Vertrauen der zeitgenössischen Marxist*innen in
die Kraft des ökonomischen Determinismus schlug schnell um in
Sehnsucht nach den quasi-religiösen, visionären Enthusiasmus. „ Die
Verjüngung der Menschheit braucht die Inspiration und die
energiespendende Kraft eines Ideals“.33 Das Lob von Fortschritt und
Wissenschaft findet sich in ihren Werken neben unverhohlen
antiaufklärerischen Passagen. „Utopischer Sozialismus ist nicht von
jener Art, die sich selbst in der Falle der Politik fangen ließe, er ist
vielmehr von der Art, die Enthusiasmus, Begeisterung, Mut und
Idealismus verliehen hat und noch weiterhin verleiht.“ 34 Dass das
Erkennen der vorgefundenen Welt auf gar keinen Fall den
„Enthusiasmus, Begeisterung und Mut“ stören darf, auch wenn diese
auf falschen Annahmen beruhen, dieser bornierte Gedanke verleiht
manchen Spielarten von Anarchismus die Form eines säkularen
Glaubens.

Das paradoxe an Goldmans Argumentation ist, dass sie im gleichen
Atemzug materielle Interessen als einen Grund für anarchistische
Gesellschaft benennt. „Der einzige legitime Zweck von Gesellschaft ist
es, den Bedürfnissen der Individuen zu dienen, ihren Bestrebungen
entgegenzukommen.“ 35 Für Befriedigung der eigenen Bedürfnisse sind
Ideale, Enthusiasmus und Begeisterung selten nötig.

Anarchismus ist für Goldman nie bloß das Ergebnis von
Klasseninteressen, es ist eine
Aufgabe von zivilisatorischem und
anthropologischem Maßstab.36 Sie
wähnt sich „der Tatsache bewusst,
dass Anarchismus, dessen
eigentliche Wurzeln Teil der
natürliche Kräfte sind, sehr wohl
zerstört, jedoch kein gesunde
Materie zerstört, sondern para-
sitäre Auswüchse, die sich von der
Lebensessenz der Gesellschaft er-
nähren. Der Boden muss schlicht-
weg vom Unkraut bereinigt
werden, um schließlich gesunde
Früchte hervorbringen zu kön-
nen.“ 37 Obwohl Natur, Zivilisation,
Leben und – etwas differenzierter – Gesellschaft in Goldmans Werk
Größen sind, auf die ständig Bezug genommen wird, um die
anarchistischen Anliegen zu untermauern, ist gleichzeitig das
Individuum „die wahre Realität im Leben“38. „Der Mensch, das
Individuum ist die einzige Realität“39, schreibt Goldman, während sie
zugleich sich auf die Richtigkeit der anarchistischen Erkenntnisse und
auf die objektivistische Idee des Fortschritts pocht.

Freilich, Individuen sind für Goldman unterschiedlich. Der Anklägerin
der bolschewistischen Politik ist die Idee einer Avantgarde nicht fremd:
„...es ist immer das Individuum, das den befreienden Gedanken und die
befreienden Tat hervorbringt. [...] Sozial gesprochen, war es immer der
Prophet, der Seher, der Idealist, der von einer Welt träumte, die seinem
Herzenswunsch eher entspräche und der den Weg zu größeren
Errungenschaften beleuchtete.“40 Antiautoritäre Kritik und
hohepriesterlicher Geniekult finden sich in Goldmans Werk dicht
nebeneinander. Da Goldman in ihren Ausführungen häufig ohne
Vermittlung von einem „objektivistischen“ in einen
„individualistischen“ Modus wechselt, ohne besonders auf die
argumentative Stringenz zu achten, laden ihre Text zu interessierten
Lesarten ein. Es verwundert daher nicht, dass, während die
Anarchist*innen Goldman als Kritikerin jeglichen Dogmen feiern, so
manche*r liberale*r Kritiker*in zu Schlüssen kommt, wie: „Die genaue
Lektüre [...] macht [...] einen ausgeprägten Dogmatismus in
Kombination mit dem Anspruch auf ein Erkenntnismonopol
deutlich.“ 41

Aufstand der linken Sozialrevolutionär*innen und „Taganzew-Komplott“

Goldman setzte sich immer wieder für die politisch Verfolgten ein,
wobei ihre Bemühungen nicht nur den Anarchist*innen galten.
Besondere Stellung nimmt in ihrem Werk die Auseinandersetzung mit
dem Fall von Maria Spiridonowa (1884-1941), der Anführerin der linken
Sozialrevolutionäre ein. Goldman war an der internationalen
Solidaritätskampagne für die als Heldin der ersten russischen
Revolution geltende Spiridonowa beteiligt. Seit dem Bruch zwischen
den Bolschewiki und ihren ehemaligen Koalitionspartner*innen, den
linken Sozialrevolutionär*innen
urde Spiridonowa, mal unter
Hausarrest gestellt, mal in
geschlossene Psychiatrie, mal in
Gefängnisse gesperrt.

Die problematische Seite von
Goldmans Verteidigungsargu-
mentation für Spiridonowa ist,
dass sie sich zu den Ereignissen
von Juli 1918 äußert, die sie
scheinbar vor allem aus den
späteren Darstellungen einiger
Sozialrevolutionärer kannte.

Während des V. Allrussischen
Sowjetkongress am 6. Juli ermordeten die linken Sozial-
revolutionär*innen den deutschen Botschafter Graf von Mirbach. Der
Attentat wurde von zwei Mitgliedern, die bei Tscheka dienten,
begangen und richtete sich gegen den Frieden von Brest-Litowsk. Die
folgenden Ereignisse sind als Aufstand der linken
Sozialrevolutionär*innen in die Gesichtsschreibung eingegangen. Die
auf der Seite der PLSR42 stehenden
Truppen nahmen den Vorsitzenden
der Tscheka, Felix Dserschinski
fest, weitere bolschewistische
Funktionär*innen als Geiseln und
besetzten den Telegraph und die
Tscheka-Gebäude, während die
Bolschewiki die sozialrevolutionäre
Fraktion des Kongresses verhaftete.
Auch in Petrograd kam es zu einer
Erhebung der Sozialrevolutio-
när*innen, die vom oben erwähn-
ten alten Bekannten Goldmans, Bill
Schatow niedergeschlagen wurde.

Am 8. Juli endete das Kräftemessen
in Moskau mit dem Sieg der Bolschewiki.

Goldmans Version der Ereignisse kommt ohne jeglichen Hinweis auf
den bewaffneten Kampf zweier revolutionärer Parteien aus:
„Spiridonowa und ihre Gesinnungsgenossen sehen in dem Frieden von
Brest-Litowsk den größten Verrat an der Revolution. Sie betrachteten
die Anwesenheit Mirbachs in Sowjet-Rußland als eine Beleidigung und
als eine Bedrohung seitens des Imperialismus. Sie forderten offen zur
Tötung von Mirbach und zur Erhebung gegen die deutschen
Eindringlinge auf. Sie sahen die Revolution in Gefahr. Sie bekannten
ihren Glauben offen, nie aber hatten Spiridonowa und ihre Kameraden
Kenntnis oder gar Anteil an irgend einem Komplott zur Eroberung der
Macht.“ 43

Tatsächlich, sind sich die Historiker*innen nach der Öffnung der
sowjetischen Archive weitgehend einig, dass die linken
Sozialrevolutionär*innen vor der Ermordung Mirbachs keinen Komplott
zum Sturz der Bolschewiki schmiedeten.44 Ihr Aufstand trug eher
deklarativen Charakter – ihre ehemaligen Bündnispartner*innen sollten
vor vollendete Tatsachen gestellt und zur Kursänderung gezwungen
werden. Goldman spielt aber die Aktivitäten der PLSR runter,
schließlich hat die Partei nicht einfach die Ermordung Mirbachs
gefordert, sondern es auch organisiert. Letztendlich erwies sich die
Aktion als völlig nutzlos, schon weil die erhofften deutschen
Reaktionen weitgehend ausblieben.

Ein anderer Fall, den Goldman anführt, ist der Prozess der Mitglieder
der sogenannten „Petrograder Kampforganisation“ um Professor
Wladimir Taganzew. Diese Organisation wurde von der Tscheka im
Sommer 1921 aufgedeckt und stellte eher ein Konglomerat von diversen
antibolschewistischen Zirkeln dar. Zwar war die Orientierung der
Führung gemäßigt monarchistisch bis rechtsliberal, aber es wurde auch
versucht die protestierenden Arbeiter*innen oder illegal aus Finnland
zurückgekehrte Kronstädter Matrosen einzubeziehen. Nach 1991 galt die
Taganzew-Gruppe lange Zeit als eine Erfindung des bolschewistischen
Geheimdienstes, alle verurteilten Teilnehmer*innen (der Berühmteste
war der Dichter Nikolai Gumiljow) wurden posthum rehabilitiert.

Jedoch beweisen die Dokumente der Emigration, dass es wirklich eine
konspirative Organisation gab, wenn auch eine sehr amorphe. Die selbst
für die Zeit ungewöhnlich harten Urteile werden heute mit der Angst
der Parteiführung vor einem „neuen Kronstadt“ erklärt.

Einerseits lässt sich Goldman nicht von den Grenzen der politischen
Lager vom Protest abbringen, andererseits ist ihre Argumentation dafür,
dass das Prozess fabriziert sei, nicht überzeugend. „Denn wie z.B.
können 68 Personen an einer Verschwörung beteiligt sein, ohne dass die
ganze Stadt darum wissen sollte? Und doch wurden 68 Personen letzten
Sommer in Petrograd erschossen, in Verbindung mit dem
Tagantsewschen "Komplott".“ 45 Die Geschichte des Russischen
Bürgerkrieges kennt bei weitem größere Komplotte und
Geheimorganisationen, an deren Existenz kein Zweifel besteht. Zudem
wurden im Rahmen des Taganzew-Prozesses insgesamt 833 Personen
belangt, und allein die Anzahl der Hingerichteten und der bei der
Festnahme Getöteten liegt bei 96 Personen.46

Goldman versucht sowohl im Fall von Spiridonowa, als auch im Fall
der „Taganzew-Organisation“ primär mit der „Unschuld“ der
Angeklagten zu argumentieren, während die heutigen Diskurse ihre
Taten als Widerstand anerkennen.

„Arbeiteropposition“ und die Gewerkschaften

Goldmans Aufenthalt in Sowjetrussland fiel mit der sogenannten.
„Gewerkschaftsdebatte“ innerhalb der bolschewistischen Partei
zusammen. Es bildeten sich mehrere Fraktionen, wobei Goldmans
Sympathien eindeutig auf der Seite der „Arbeiteropposition“ liegen, die
sie überschwänglich als Vertreter der authentischen Arbeiterinteressen
darstellt: „Die [...] wichtigste Richtung war die 'Arbeiteropposition', die
von Frau Kollantaj und Schlappnikow geführt wurde, und die die
wirkliche Meinung der Arbeiter vertritt und von ihnen unterstützt
wird. Diese Opposition besteht darauf, dass die Militarisierung der
Gewerkschaften das Interesse der Arbeiter an dem wirtschaftlichen
Wiederaufbau des Landes erstickt und ihre produktiven Fähigkeiten
gelähmt hat. Sie fordert die Befreiung der Massen vom Joche des
bürokratischen Staates und seinem korrupten Beamtentum und die
Möglichkeit für die schöpferische Betätigung der Volkskräfte.“ 47

Die Versuchung, in der Arbeiteropposition durch bürokratische
Privilegien unverdorbene, „echte“ Proletarier*innen zu sehen, bleibt bis
heute für viele Autor*innen groß.48 Dabei sollte folgende Tatsache nicht
vergessen werden: Von ihren „linientreueren“ Gegnern in der Partei
wurde die Arbeiteropposition gerade mit dem Argument bekämpft, sie
vertrete Interessen der Gewerkschaftsfunktionäre, und die Umsetzung
ihrer Forderungen würde den Gewerkschaften ihre Funktion als
Interessenvertretung der Arbeiter*innen rauben. Wenn die
Gewerkschaften die Leitung der Wirtschaft übernehmen, so der
Einwand, hätten die Arbeiter*innen keine Instanz, die sie gegen die
Vorgesetzten schütze.49 Auch wenn es sich hierbei um taktisch bedingte
Rhetorik handeln mag, so wirft es doch ein etwas anderes Licht auf die
Zusammensetzung der Arbeiteropposition, die gerade obere Etagen der
Gewerkschaften vereinigte.

Fazit
Heute, wo zahlreiche Quellen über die russische Revolution zugänglich
sind, die für Goldman und viele ihre Zeitgenoss*innen verborgen
waren, erscheint das Wertvollste an ihren Erinnerungen die Zeugnisse
darüber, was sie selbst sah und nicht aus zweiter oder dritter Hand
erfuhr. Die Stellen in ihrem Buch, wo sie ihre Besuche in
„vorbildlichen“ und „normalen“ Kinderheimen, die Schilderungen der
Anfänge des Phänomens der sowjetischen „Pokasucha“ (Potemkinschen
Dörfer) oder die Mechanismen der Korruption während des
Kriegskommunismus, ihre Gespräche mit Kropotkin sind wichtige
Dokumente der Zeit, die eine Erforschung jenseits der Glorifizierung
und kitschigen Heldenkult verdienen.

Endnoten

1 E. Goldman: Niedergang der Russischen
Revolution. Berlin, 1987. S. 39.

2 V.P. Buldakov: Krasnaja smuta. Priroda
i posledsstvija revoljucionnogo nasilija.
M., 1997. S.224.

3 S.A. Pavljucenkov: Voennyj
kommunizm v Rossii: vlast' i massy. M.,
1997. S. 202.

4 V.L. Genis: Fjodor Pavlovic Drugov //
Voprosy istorii. 3/2010. S. 55-75.

5 Anscheinend sympathisierten sie mit
dem Aufstand von „Bund zur
Verteidigung der Heimat und der
Freiheit“ in Jaroslawl (6.-21. Juli 1918).

6 Ebd.

7 P. Avrich: The Russian Anarchists.
Princeton, N.J. 1967. S.134.;

8 V.V. Kriven'kij: Blejchman, Iosif
Solomonovic// Politiceskie partii Rossii.
Konec XIX - pervaja tret' XX veka. M.,
  Emma Goldman1996. S. 69-70.V.V. Kriven'kij: Akašev,
Konstantin Vasil'evic // Politiceskie partii Rossii. Konec XIX - pervaja
tret' XX veka. M., 1996. S. 23-24.

9 P. Avrich: The Russian ... S. 198.;V.V. Kriven'kij: Ge, Aleksander Jul'evic// 
Politiceskie partii Rossii. Konec XIX - pervaja tret' XX veka. M., 1996.S. 144-145.; D.I: 
Rublev: Ge, Aleksander Jul'evic // Revoljucionnaja mysl'v Rossii XIX- nacala XX veka. M., 
2013..

10 V.S. Korolev: Cernomorskaja tragedija: Cernomorskij flot vpoliticeskom vodovorote 
1917-1918 gg. Tavrija, 1994. S. 20.; A.G.Zarubin;W.G.Zarubin: Bez pobiditelej. Iz istorii 
graždanskoj vojny v Krymu.Simferopol', 2008. S. 271, 309.

11 E. Goldman: Gelebtes Leben. Autobiographie. Hamburg, 2014. 2.Auflage. S. 544-545, 670.; 
N.A. Kornatovskij: Bor'ba za KrasnyjPetrograd. L., 1929.; P. Avrich: The Russian ... . S. 
197-198.; C. Falk: Liebeund Anarchie & Emma Goldman. Ein erotischer Briefwechsel. 
EineBiographie. Berlin, 1987. S. 242-242.

12 Razvedka i kontrrazvedka v licach:Enciklopedija rossijskich specslužb.
M., 2002. S. 439-440.;Archiv VCK: Sbornik dokumentov.M. 2008. S. 702-
703.; M.A. Alekseev; A.I. Kolpakidi; V.Ja. Koncik: Enciklopedija voennoj
razvedki. 1918-1945 gg. M., 2012. S. 687.

13 N.M. Ulanovskaja; M.A. Ulanovskaja: Istorija odnoj sem'i. SPb, 2003.
S. 43-47.

14 P. Avrich: The Russian ... . S. 55-59, 199.; V. Kriven'kij: Fedorov-
Zabrežnev, Vladimir Ivanovic// Politiceskie partii Rossii. Konec XIX -
pervaja tret' XX veka. M., 1996. S. 654-656.; M. Panteleev: Aganty
Kominterna: soldaty mirovoj revoljucii. M., 2005. S. 59-60.

15 P. Avrich: The Russian ... . S. 148, 157, 198.; M. Moršanskaja: Iustin
Žuk. Ocerk ego zizni i dejatel'nosti. L., 1927.

16 V.V. Kriven'kij: Kalandarišvili, Nestor Aleksandrovic // Politiceskie
partii Rossii. Konec XIX- pervaja tret'
XX veka. M., 1996. S. 235-236.

17 Protokoly 1-go Vsero??ijskogo s''ezda
anarcho-kommunistov. Moskva,
zasedanie ot 25 dekabrja 1918 g. //
Politiceskie partii Rossii. Konec XIX –
pervaja tret' XX veka. 1917–1935 ??.
Dokumenty i materialy. Tom 2.
Anarchisty. M.,1999. S.132-133.

18 A. Gutman; E. L. Wiswell (trans.); R.A.
Pierce (ed.) The Destruction of
Nikolaevsk-on-Amur, An Episode in the
Russian Civil War in the Far East.
Fairbanks, 1993. ; T. Ornackaja; Ju.
Cipkin: Bor'ba Sovetskoj Rossii i
Dalnevostocnoj Respubliki za likvidaciju
intervencii na Severnom Sachaline v
1920-1925 gg. // Problemy Dal'nego
Vostoka. 2/2008. S. 138-152.

19 Byvšye cleny nebol'ševistskich partij i
ucastniki belogo dviženija v apparate
GPU-OGPU (1922-1929 gg.) // Voprosy
istorii. 8/2006. S. 143-146. Hier: S. 143.

20 N.P.Petrov; K.V. Skorkin: Kto
rukovodil NKVD 1934-1941. Spravocnik.
M., 1999. S. 459-460.

21 Ebd. S. 349-350.

22 E. Goldman: Niedergang ... . S. 21.

23 Buldakov: Krasnaja smuta ... . S. 225.; V.M. Lavrov: „Krest'janskij
paralemnt“ Rossii. (Vserossijskie s''ezdy krest'janskich deputatov v 1917-
1918 godah). M., 1996. S. 136.

24 D.I. Rublev: Social'no-politiceskie preobrazovanija anarchistov v Rossii
perioda graždanskoj vojny: samoupravlenie i etatizm // Prjamuchinskie
ctenija 2009. M., 2011. S. 121-142.

25 Ebd. S. 23.

26 Ebd. S. 78.

27 E. Goldman: Die Russische Revolution und das autoritäre Prinzip // A.
v. Borries; I. Weber-Brandies (Hg.): Anarchismus. Theorie, Kritik, Utopie.
Nettersheim, 2007. S.193-212. Hier: S. 2194.

28 Ebd.

29 Ebd. S. 77.

30 E. Goldman: Das Individuum, die Gesellschaft und der Staat // Ders.:
Frauen in der Revolution, Bd. 2, Berlin, 1977. S. 63-78. Hier: S. 67.

31 P. Seyferth: Einladung // Ders. (Hrsg.): Den Staat zerschlagen!
Anarchistische Staatsverständnisse [Staatsverständnisse, Bd. 78].Baden-
Baden, 2015. S. 9-42. Hier: S. 26.

32 E.Goldman: Das Individuum ... . S. 65. Vergl. auch: E. Goldman:
Anarchismus – wofür er wirklich steht // Ders.: Anarchismus und
andere Essays. [Klassiker der Sozialrevolte Bd. 22]. Münster, 2013. S. 37-
54. Hier: S. 40.

33 E.Goldman: Das Individuum ... . S. 77.

34 E. Goldman: Sozialismus: Gefangen in der Falle der Politik // Ders.:
Widerstand. Deutsche Erstübersetzungen. Anarchistische Vereinigung
Norddeutschland.[Meppen/Ems], o.J. S. 35-40. Hier: S. 38.

35 Ebd. S. 78.

36 Dabei waren Goldmans eigene Aktivitäten meistens an ganz
konkreten Interessen geknüpft: Wehrpflicht, Abtreibungsrecht,
Streikrecht ect.

37 E. Goldman: Anarchismus – wofür er wirklich steht ... . S. 39.

38 E. Goldman: Das Individuum, die Gesellschaft ... . S. 64.

39 Ebd. S. 67.

40 Ebd. S. 69. Streng genommen ist es immer „das Indiviuum“, der eine
Gedanke hervorbringt, egal ob befreiend oder nicht. Auch für Gedanken,
die nicht im Goldmans Sinne befreiend sind gilt – es muss ein Subjekt
da sein, der sie denkt.

41 A. Pfahl-Trauberg: Rezension: E. Goldman: Anarchismus und andre
Essays. Münster, 2013 // Jahrbuch Extremismus und Demokratie.
26/2014. S. 394-396. Hier: S. 395.

42 Partei der linken Sozialrevolutionären

43 E. Goldman: Niedergang ... . S. 90.

44 L. Häfner: Die Partei der Linken Sozialrevolutionäre in der russischen


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