(de) fau: Die FAU Halle beteiligt sich an der Kampagne gegen Ausbeutung im Minijob!

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Sat Jul 30 17:48:40 CEST 2016


JUNG UND BILLIG IN HALLE? ---- Minijobs sind Arbeitsverhältnisse wie alle anderen auch. 
Geringfügig Beschäftigte haben die selben Rechte wie VollzeitarbeiterInnen. Das ist leider 
bisher nicht überall angekommen, oder es wird bewusst ignoriert. ---- Probleme mit dem 
Recht auf bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, unbezahlte Überstunden 
oder kalte Kündigungen scheinen eher die Regel als die Ausnahme zu sein. Über ein Fünftel 
der Arbeitsverhältnisse bundesweit sind geringfügige Beschäftigungen. In Halle sind es 
über 16%. Und der Sektor wächst. Die tolerierte Missachtung von Arbeitnehmerrechten und 
die damit einhergehenden Lohnkosteneinsparungen machen einen Großteil der Attraktivität 
der Minijobs für die ArbeitgeberInnen aus. Wer aber auf den 450€-Job angewiesen ist, dem 
schmerzt jeder kleine Lohnwegfall.

Ein anderer Grund, der Minijobs zu den bevorzugten Beschäftigungsverhältnissen macht, ist 
die hohe Fluktuation. Die Belegschaft des Betriebs wechselt ständig und es bilden sich 
kaum feste, solidarische Beziehungen unter den KollegInnen. Wer von Ungerechtigkeiten 
betroffen ist, steht meist allein da und kann sich maximal damit vertrösten bald einen Job 
mit besseren Arbeitsbedingungen zu finden. Tatsächlich kommt für viele nach dem einen 
Minijob nur der nächste Minijob. Viele bleiben in den prekären Arbeitsverhältnissen hängen 
und nach jahrelanger Unterbezahlung ist Altersarmut vorprogrammiert.

Weil die ArbeitgeberInnen nur selten Konsequenzen fürchten müssen, wenn sie ihren 
Angestellten Rechte vorenthalten, breitet sich die geringfügige Beschäftigung weiter aus. 
Und weil die Angestellten vereinzelt bleiben, werden die ArbeitgeberInnen auch weiterhin 
kaum mit Konsequenzen zu rechnen haben. Seine Rechte am Arbeitsplatz zu kennen, ist das 
eine, sie wirklich zu bekommen das andere. Aber so lange wir es einfach hinnehmen, bleiben 
unsere KollegInnen und wir unsicher beschäftigt. Auf dieser Basis lässt sich keine 
Existenz aufbauen.

Die FAU Halle will dazu ermutigen sich kritisch mit den eigenen Arbeitsbedingungen 
auseinanderzusetzen, sich aus der Vereinzelung zu befreien und sich gemeinsam 
auszutauschen. Wir wollen der Ausbeutung, der Vereinzelung und der Verunsicherung eine 
solidarische Organisation entgegenhalten. Deshalb wollen wir die "Jung und Billig" 
Kampagne auch nach Halle tragen, um die alltägliche, verwerfliche Ausbeutung in Minijobs 
anzuprangern. Wir wollen MinijobberInnen über ihre Rechte informieren, ihnen solidarische 
Unterstützung bieten und die Möglichkeiten für langfristige Verbesserungen im Betrieb 
durch gewerkschaftliche Gegenwehr aufzeigen. Durch basisgewerkschaftliches Engagement in 
den Betrieben können, über die Einhaltung gesetzlicher Mindeststandards hinweg, auch 
langfristige und nachhaltige Verbesserungen durchgesetzt werden.

Deshalb bieten wir jeden ersten Mittwoch im Monat 17 Uhr im Infoladen-Glimpflich in der 
Ludwigstraße 37 eine gewerkschaftliche Sprechstunde an, wo wir über eure Situation im 
Betrieb und über Verbesserungsmöglichkeiten diskutieren wollen.

Mehr Informationen zu der Kampagne „Jung und Billig? – Gegen Ausbeutung im Minijob!“ 
findet ihr unter:
www.minijob.cc.

Allgemeines Syndikat Halle
Freie ArbeiterInnen-Union
Ludwigstraße 37
06110 Halle
www.fauhalle.blogsport.de
Tel.: 0176 54470263
E-Mail: sprechstunde-fauhal at fau.org

http://www.fau.org/artikel/art_160721-201719


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