(de) FAU Berlin, DEVI Gastro beantwortet Lohnforderung mit Schadenersatzforderung gegen Gewerkschaftsmitglied

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Tue Jul 19 10:15:54 CEST 2016


Ein Mitglied der Basisgewerkschaft FAU Berlin geht mit einer Lohnklage gegen den Betreiber 
des Restaurants „Barist“ vor. Der Betreiber hat jedoch eine Widerklage eingereicht, in der 
er Schadenersatzansprüche gegenüber dem FAU-Mitglied geltend machen will - wegen 
„rechtswidrigen“ Aktionen, zu denen angeblich der ehemalige Mitarbeiter seine Gewerkschaft 
angezettelt haben soll. ---- Am Mittwoch, den 20. Juli, findet der zweite Gerichtstermin 
eines FAU-Mitglieds gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber DEVI Gastro GmbH statt. Das 
Gewerkschaftsmitglied hatte als Eisverkäufer im Restaurant „Barist“ der Firma DEVI Gastro 
am Hackeschen Markt gearbeitet. Zusammen mit der FAU Berlin fordert der Betroffene eine 
Nachzahlung von Überstundenlohn, Nachtzuschlägen und Urlaubsgeld.

Beim ersten Gütetermin am 22. April war der Anwalt von DEVI Gastro,
Dr. Mehmet Coca, der Ansicht, dass Barist dem FAU-Mitglied keinen
ausstehenden Lohn schulden würde. Der Anwalt des FAU-Mitglieds,
Sebastian Kunz, bestand auf der Forderung, drückte aber seine
Bereitschaft zum Verhandeln aus. Der Prozess setzt sich nun nach 3
Monaten fort.

Mittlerweile hat DEVI Gastro auch eine Widerklage gegen den
Betroffenen eingereicht, in der Schadenersatzansprüche in Höhe von
fast 8,000 € gefordert werden, die angeblich aufgrund von „illegalen“
Aktionen der FAU entstanden sind. DEVI Gastro behauptet, dass der
Betroffene für die Aktionen der FAU Berlin haftet, weil er sie mit den
besagten Aktionen beauftragt hätte. „In unserer Gewerkschaft gilt: Ein
Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle“, meint Markus Weise,
Sekretär der FAU Berlin. „Wer denkt, dass ein Mitglied für die
Aktionen der Gewerkschaft verantwortlich ist, hat das Konzept einer
Gewerkschaft nicht verstanden.“

Die Widerklage erinnert an die einstweilige Verfügung gegen die FAU
Berlin, die DEVI Gastro bereits in der Vergangenheit erwirkt hat.
Demnach darf die FAU Berlin u.a. keine Kundgebungen mehr gegen die
Gaststätte veranstalten, noch ihr Verhalten und ihre Leistung im
Internet kommentieren, noch kritische Flugblätter über sie
verteilen. Gegen die einstweilige Verfügung hatten am 4. Juni in
Berlin mehr als 300 Personen demonstriert. Die FAU Berlin wird
juristisch gegen die einstweilige Verfügung vorgehen.

Der Gerichtstermin findet am Mittwoch, den 20. Juli um 9:45 in Raum
224 des Berliner Arbeitsgerichts (Magdeburger Platz 1) statt.

Pressekontakt und Interviewanfragen:
Pressesekretariat der FAU Berlin
faub-presse at fau.org
Tel: 030-287 008 04
Grüntaler Straße 24 | 13357 Berlin
berlin.fau.org/presse


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