(de) a-g freiburg: 16. Juli: Rad-Demo für ein soziales Zentrum in Freiburg!

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Wed Jul 13 09:46:10 CEST 2016


In Göttingen, Athen und Thessaloniki gibt es sie schon, in Berlin, Frankfurt/Main, Leipzig 
und Andernorts versuchen Menschen welche zu schaffen: Die Rede ist von sogenannten 
„sozialen Zentren für alle“. Auch in Freiburg kämpfen wir im Rahmen der Initiative “Großes 
Rasthaus jetzt!” für einen solchen Ort. ---- Ein “Soziales Zentrum für Alle”, das heißt: 
Einen Ort der Begegnung und solidarischen Unterstützung, ohne staatliche Einmischung, ohne 
vom politischen Willen eines Trägers abhängig zu sein, ohne Angst vor rassistischen 
Übergriffen haben zu müssen. Ein Raum für Deutschkurse, für Informationsveranstaltungen, 
für rechtliche Beratung und medizinische Unterstützung, für kulturelles Schaffen und um 
sich zu begegnen. Ein Raum, um unterzukommen und sich selbst ein Essen zu kochen. Ein Ort 
ohne Gängelung durch Behörden und restriktive Hausordnungen.

Ein Haus, in dem Frauen, Homosexuellen und Trans*menschen ein Ort zur Entfaltung geboten 
wird. Ein Ort, an dem über Fluchtursachen gesprochen und Bündnispartner gefunden werden 
können. Wo Fluchterfahrungen ernst genommen werden. Ein Ort, an dem Menschen mit und ohne 
Fluchterfahrung ihre Kämpfe und Bedürfnisse politisch verknüpfen und erweitern können – 
das ist umso wichtiger in Zeiten, wo häufig unterschiedliche sozial benachteiligte Gruppen 
gegeneinander ausgespielt werden. Gerade in Städten wie Freiburg, in dem (Wohn-)Raum knapp 
ist, braucht es Orte wo sich benachteiligte Gruppen, wie Geflüchtete und Erwerbslose nicht 
als Konkurrenten um Job oder Wohnung, sondern als Verbündete im Kampf für bezahlbaren 
Wohnraum und ein gutes Leben für Alle, treffen können.

Aktuell steht mitten in Freiburg das Ex-DGB Haus in der Hebelstraße leer! Da sowohl die 
Lage, als auch die Größe und Zustand des Gebäudes für unsere Zwecke gut geeignet wären, 
suchten wir den Kontakt zum DGB. Nach anfänglicher Unterstützung des lokalen DGB und Verdi 
Ortsverbandes, werden wir nun von lokalen Aktiven, wie auch dem DGB Bundesvorstand 
ignoriert. Selbst auf Vermittlung von Stipendiat*innen der gewerkschaftsnahen Hans Böckler 
Stiftung wird bislang vom Bundesvorstand nicht wirklich reagiert. Es scheint als strebe 
der DGB eine gewinnbringende Vermietung des Gebäudes an die Universität Freiburg an und 
setze in Bezug auf uns, auf eine Hinhaltetaktik. Zwar protestierte die 
Studierendenvertretung der Universität gegen dieses Vorhaben und setzte sich für die 
soziale Nutzung des Gebäudes ein, doch das Rektorat der Uni will sich nicht von seinem 
Kurs abbringen lassen. Die DGB Immobiliengesellschaft VTG ließ die Immobilie rund um die 
Uhr von einem Sicherheitsdienst bewachen.

Es ist davon auszugehen, dass sie Angst vor einer Besetzung wie in Göttingen haben. Sowohl 
der DGB, wie auch die Universität positionieren sich laut eigener Beschlüsse 
flüchtlingssolidarisch, in ihrer realen Politik hier in Freiburg ist davon aber nicht 
immer etwas zu spüren. Wir haben vielmehr den Eindruck, dass sobald die 
Flüchtlingssolidarität materielle Kosten (wie fehlende Mieteinnahmen) nach sich zieht, 
sich die die wohlfeilen Slogans als heiße Luft entpuppen.
Mit der Fahrraddemo wollen wir das Thema “Großes Rasthaus / soziales Zentrum für alle” 
wieder in das Licht der Öffentlichkeit rücken. Wir werden verschiedene Stationen, welche 
mit den Themen Flucht, Fluchtursachen, Rassismus und Willkommenskultur verknüpft sind, 
ansteuern und deutlich machen: Flüchtlingssolidarität muss aus mehr als Worten bestehen! 
Sie braucht einen materiellen Raum um wirksam zu werden. Deshalb her mit dem großen 
Rasthaus! Für ein soziales Zentrum in Freiburg!
16. Juli // 14 Uhr // Grether Gelände

http://www.ag-freiburg.org/cms/aufrufe/16-juli-rad-demo-fuer-ein-soziales-zentrum-in-freiburg


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