(de) FAU Berlin, Mall of Shame, Openmallmaster muss zahlen, Metatec geht zugrunde
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Wed Jan 27 15:43:19 CET 2016
Am Donnerstag den 21. Januar verhandelte das Arbeitsgericht Berlin zwei weitere Klagen von
Bauarbeitern der „Mall of Berlin“ in der ersten Instanz gegen die dubiose Briefkastenfirma
openmallmaster GmbH. Das Gericht gab in diesem Fall den Klagen der FAU Berlin recht.
Während der Klage eines Arbeiters am 13. Januar in der zweiten Instanz nicht stattgegeben
wurde, sind derzeit die meisten Klagen zugunsten der Bauarbeiter ausgegangen. Dazu stehen
jedoch auch Berufungstermine an. Mittlerweile spricht die FAU Berlin von einem
„Prozess-Marathon“. ---- Beim Prozess bestand für das Gericht kein Zweifel, dass die
Arbeiter auf der Mall of Berlin gearbeitet haben. Nach monatelangem teils öffentlichen
Leugnen durch Metatec, openmallmaster und dem Geschäftsführer der insolventen ehemaligen
Generalübernehmerin Fettchenhauer Controlling & Logistic GmbH, Andreas Fettchenhauer, ist
dies leider immer noch eine gewichtige Tatsache. Zur Debatte stand nun die Klärung der
Anstellungsverhältnisse. openmallmaster-Anwalt Smiechowski war vor Gericht nicht mehr
sicher, ob openmallmaster nicht doch Arbeiten an einem Objekt durchgeführt hat, welches
durch die Arbeiter beschrieben wurde.
Auch die Tätigkeiten um die Mittelsperson Sascha Parpiev, der laut Smiechowski lediglich
Dolmetschertätigkeiten ausführte, ließen sich nicht auf eben jene eingrenzen. Auch
Smiechowskis wütende Äußerungen zum Prozessende, welche die Glaubwürdigkeit der Arbeiter
in Frage stellen sollten und die Prozesse als „Belastung für die Steuerzahler“ titulierten
(wobei openmallmaster selbst mehr als dubios erscheint bezüglich Erfüllung „steuerlicher
Pflichten“) schienen keinen überzeugenden Eindruck gemacht zu haben. Das Gericht sprach
den beiden Arbeitern einen Anspruch auf den Baumindestlohn zu.
Metatec zugrunde gegangen
Das zweite beklagte Subunternehmen, die Metatec Fundus GmbH (Metatec), welches die
Arbeiter beschäftigte, wurde im Oktober vom Gericht zur Zahlung der ausstehenden Löhne
verurteilt. Das Gericht zeigte sich damals überzeugt, dass die Arbeitsverhältnisse
bestanden haben. Metatec war zuvor auch auf anderen Baustellen unternehmerisch tätig
gewesen. Die FAU Berlin mobilisierte daher mehrmals gegen das Berliner Unternehmen und
setzte es merklich unter Druck. Neuere Großaufträge schienen nicht mehr drin gewesen zu
sein. Im Laufe der Prozesse verlor es drei Anwälte und wechselte klammheimlich die
Adresse, welches sie versuchte geheim zu halten. Nun wurde der FAU Berlin bekannt, das
Metatec noch Anfang Dezember Insolvenz angemeldet hat und damit endgültig zugrunde
gegangen ist. Die Ansprüche der Arbeiter gegen das Unternehmen belaufen sich auf ca. 1.900
Euro.
Huth ist nicht vergessen
Die Arbeiter wurden ohne schriftliche Verträge zu rechtswidrigen Niedriglöhnen beim Bau
der Mall of Shame, welche durch die insolvente Fettchenhauer Controlling & Logistic GmbH
als Generalübernehmerin unter Investor Harald Huth betreut wurde, beschäftigt. Dabei
erhielten sie nicht einmal die ihnen zustehende Summe der Niedrigstlöhne. Die FAU Berlin
machte daher auch immer auf die Verantwortungskette aufmerksam, an deren Ende Harald Huth
ebenso Verantwortung zu tragen hat.
Bis heute musste der Investor Harald Huth keinerlei Konsequenzen aus den Skandalen um die
Mall of Shame fürchten. Er ist weiterhin mit in der Öffentlichkeit teilweise umstrittenen
Bauvorhaben in Berlin aktiv und wurde auch durch den Politikbetrieb unbehelligt gelassen.
Huth gab sich bis zuletzt unwissend und gleichzeitig unwillig, für die ausstehenden Löhne
einzustehen – auf ein Schreiben durch den Anwalt der FAU Berlin zur Aufforderung einer
gütlichen Einigung zeigte der „Bauherrscher“ (Cicero) keine Reaktion. Im Zuge der
Metatec-Insolvenz prüft die FAU Berlin nun die Geltendmachung der Löhne gegenüber Harald
Huths HGHI GmbH.
https://berlin.fau.org/news/mall-of-shame-openmallmaster-muss-zahlen-metatec-geht-zugrunde
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