(de) fau.org: 1. Anarchistisches Zentrum auf Kuba seit der Zerschlagung der Bewegung ---- (aber nur wenn alle helfen das Geld für das Haus zusammen zu bekommen)

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Sun Feb 28 17:32:47 CET 2016


Nach vielen Jahren öffnen sich die Grenzen und mit den Veränderungen in Kuba ergeben sich 
neue Möglichkeiten und Gefahren für die kubanische Gesellschaft. Es ist daher 
unabdinglich, die Arbeit derer zu stärken, die von Kuba aus einen kritischen, 
antikapitalistischen und antiautoritären Blick auf ein System haben, dessen Auswirkungen 
sich jeden Tag mit zunehmender Deutlichkeit im nationalen Geschehen zeigen. ---- Nach mehr 
als einem Jahrzehnt der sozialen und politischen Aktivitäten im Observatorio Crítico 
Cubano und fünf Jahren als Teil der anarchistischen Gruppe Taller Libertario Alfredo Lopez 
(TLAL) haben wir erkannt, dass eines der Hauptprobleme für unsere Arbeit und die 
Ausweitung unserer sozialen Kämpfe das Fehlen eines festen Ortes ist, von dem aus wir 
unsere Community entwickeln und unsere Identität stärker und nachhaltiger ausprägen können.

Wer sind wir?

TLAL ist ein dezidiert anarchistisches Kollektiv mit einer konstanten, jahrelangen 
Aktivität. Dabei waren wir bestrebt, unsere Ansätze zu radikalisieren und gleichzeitig 
tief in der kubanischen Gesellschaft und ihren Communities verwurzelt zu bleiben. In 
kurzer Zeit ist es uns gelungen, das Libertäre Frühlingstreffen in Havanna (Jornadas 
Primavera Libertaria) als jährliches Ereignis zu etablieren, bei dem wir versuchen 
anarchistische oder libertäre Aktionen und Diskussionen zusammenzuführen. Darüber hinaus 
sind wir Herausgeber*innen einer bescheidenen gedruckten erscheinenden Zeitschrift „Tierra 
Nueva!“, mit der wir – nicht ohne Schwierigkeiten – versuchen, unsere kritischen 
Sichtweisen der normalen Bevölkerung näherzubringen, die kein Internet hat und den 
Großteil der kubanischen Gesellschaft ausmacht. Außerdem sind wie bestrebt, die 
freiheitlichen, anarch at -syndikalistischen und ökologischen Ideale voranzubringen, die in 
der Geschichte dieses Landes bereits vor dem Sieg der Revolution 1959 präsent waren und 
deren Auswirkungen noch heute aus kleinen versteckten Ritzen des aktuellen kubanischen 
Systems dringen.

Eines der größten Projekte, die wir derzeit vorantreiben, ist die im März 2015 gemeinsam 
mit anderen Genoss*innen der Region gegründete Anarchistischen Föderation in Mittelamerika 
und der Karibik (F.A.C.C.), ein Netzwerk, das noch sehr viel Potential verspricht.

Um das Tempo der Projekte und Aktionen beizubehalten, benötigen wir einen physischen Raum 
– um zusammenkommen und uns in praktischer Solidarität zu üben, um die Ideen des 
Kooperativismus, der Horizontalität, der Selbstorganisation und der Autonomie zu erproben.

Was suchen wir?

Angesichts der praktischen Unmöglichkeit, in Kuba einen Raum anzumieten, ist unser 
Vorschlag der Kauf einer Immobilie, in Form eines Hauses oder einer Wohnung, um dort unser 
Libertäres Soziales Zentrum und Bibliothek gründen zu können. Der Ort soll nicht nur als 
ständiger Sitz der anarchistischen Gruppe Taller Libertario Alfredo Lopez (TLAL) für 
Treffen und andere Aktivitäten zur Verfügung stehen, sondern auch eine libertäre 
Bibliothek beherbergen. Diese wird sich aus den jahrelang angesammelten Materialen 
zusammensetzen: inlöndische und ausländische Schenkungen sowie selbst erworbenes Material. 
Dazu gehören unterschiedlichste digitale und Printformate: periodische oder einmalige 
Erscheinungen, digital oder analog, CDs, DVDs, Filme, Audios usw. Vorzug bekommen die 
Materialien, die sich direkt oder indirekt auf den Anarchismus beziehen, jedoch werden 
auch jene Materialien, die sich aus jedweder politischen Perspektive den sozialen Kämpfen 
in der Geschichte widmen, ebenfalls präsent sein.

Andererseits werden auch die für ein soziales Zentrum typischen Aktivitäten stattfinden; 
Vorträge, Events, Treffen, Küche für alle, Präsentation von Texten, Partys, 
Filmbesprechungen, Austausch mit ausländischen oder inländischen Besucher*innen aus 
anderen Provinzen, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Werkstätten und vieles mehr.

Wie viel benötigen wir?

Für den Kauf benötigen wir 12.000 Euro. Bei unseren letzten Reisen nach Frankreich und 
Spanien kamen dank der Solidarität unserer Genoss*innen mehr als 1.000 Euro zusammen. 
Darum bitten wir euch bei diesem Crowdfunding-Projekt um einen Gesamtbetrag von 11.000 Euro.

Warum fragen wir?

Weil wir keine Fördergelder von Staaten, Regierungen oder NGOs bekommen. Das möchten wir 
auch gar nicht, um unsere völlige Unabhängigkeit zu sichern und uns nicht irgendwelchen 
politischen Programmen unterordnen zu müssen. Manchmal bekommen wir Spenden von Gruppen 
oder Einzelpersonen, die unsere Prinzipien selbstlos und ohne Vorbedingungen unterstützen. 
Unsere Praxis erzeugt auch keinerlei Profit, eher im Gegenteil. Es sollte auch klar sein, 
dass mit dem Durchschnittsverdienst in Kuba (20 $ im Monat) nicht die hohen Kosten einer 
Unterkunft gedeckt werden können. Zumindest nicht mit ehrlicher Arbeit, bei der niemand 
ausgebeutet wird.

Wer wird vom sozialen Zentrum und der Bibliothek profitieren?

Erstmal alle, die Mitglieder der TLAL sind und unbezahlt in den Räumen arbeiten. Das 
schließt auch die Leute ein, die dort tatsächlich leben werden und das Gebäude betreuen. 
Jenseits von TLAL wird es die uns umgebende Community sein, da wir vorhaben, Bindungen mit 
der Nachbarschaft einzugehen und unseren Raum zur Verfügung zu stellen. Für uns würde ein 
solches Projekt keinen Sinn ergeben, wenn es losgelöst wäre von den Nöten und Personen, 
die es umgeben.

Die Projekte des Observatorio Crítico, in dem wir weiter aktiv bleiben werden, sollen 
ebenfalls die Büros nutzen können, um auf diese Weise ihre Aktivitäten weiter ausbauen zu 
können. Darüber hinaus werden kubanische und internationale Studierende und Forscher*innen 
in der Bibliothek einzigartige und kostbare Informationsquellen finden.

Und selbstverständlich werden auch alle libertären und antikapitalistischen Besucher*innen 
im sozialen Zentrum aufgenommen werden, ebenso wie andere Personen, die unserer 
Solidarität bedürfen.

Was bekommen die Spender*innen zurück?

Wir haben nicht viel Material, das wir im Gegenzug zurückgeben können, nur unsere 
Dankbarkeit und gute Stimmung. Natürlich haben alle Spender*innen Platz in unserem Zentrum 
in Kuba und Zugriff auf alle Annehmlichkeiten desselben.

Darüber hinaus würden wir, wenn ihr einverstanden seid, eure E-Mail-Adressen in unseren 
Mail-Verteiler aufnehmen, damit ihr regelmäßig die kubanische libertäre Zeitung „Tierra 
Nueva!“ erhaltet.

Für diejenigen, die ihre Namen veröffentlicht sehen wollen, haben wir eine 
Unterstützerliste auf unserer Webseite, wo diejenigen aufgeführt sind, die uns geholfen 
haben, unser Projekt zu realisieren. Alle, die beigetragen haben, werden wir einen 
ausführlichen Bericht zukommen lassen, wo wir beschreiben, in welcher Weise die Gelder 
genutzt wurden.

Eure Mithilfe ist entscheidend, wenn wir antikapitalistische und libertäre Ideen in Kuba 
und der Karibik voranbringen wollen!

Übersetzung: ein Mitglied der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen

http://www.fau.org/artikel/art_160223-181048


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