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Wed Feb 24 13:18:30 CET 2016


Anarchistische Vorstellungen über eine Gesellschaft ohne Herrschaft und Ausbeutung sind 
eng mit der Geschichte der ArbeiterInnenbewegung und Sozialer Bewegungen verknüpft. In 
verschiedensten Ländern der Welt - von Deutschland über Spanien bis nach Argentinien - 
nahmen anarchistische Bewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts Massencharakter an. 
Alleine in Deutschland beteiligten sich in der Hochphase 1920 über 100.000 Menschen an der 
anarchosyndikalistischen Gewerkschaftsbewegung. ---- Faschismus, Bolschewismus und Zweiter 
Weltkrieg bedeuteten die Zerschlagung dieser "alten" anarchistischen Bewegung und ihrer 
Organisationen. Im Nachkriegseuropa spielte der Anarchismus kaum mehr eine Rolle. Mit der 
68er-Revolte wurden anarchistische Vorstellungen wieder präsenter und sind seitdem z.B. in 
verschiedenster Form in Sozialen Bewegungen anzutreffen. Und auch der Anarchosyndikalismus 
gewinnt wieder zunehmend an Bedeutung.

AnarchistInnen geht es nicht darum, die Welt ins Chaos zu stürzen - auch wenn das gerne 
mal behauptet wird. Unser Ziel ist eine Gesellschaft, die auf der Freiheit des Individuums 
ebenso fußt, wie auf sozialer Gleichheit: Die produzierten Reichtümer sollen nicht nur 
einigen wenigen zu Gute kommen, sondern allen. Entsprechend setzen wir uns auch gegen jede 
Art von Unterdrückung auf Grund des Geschlechts, der Hautfarbe oder der Sexualität ein und 
sind FeindInnen jeder Diktatur - auch der staatskommunistischen.

Michail Bakunin formulierte den anarchistischen Standpunkt im 19. Jahrhundert 
folgendermaßen: "Wir sind überzeugt, dass Freiheit ohne Sozialismus Privilegienwirtschaft 
und Ungerechtigkeit, und Sozialismus ohne Freiheit Sklaverei und Brutalität bedeutet." 
Ersteres erleben wir im Kapitalismus tagtäglich, zweiteres lehrt die abschreckende 
Geschichte des Versuchs, eine sozialistische Gesellschaft mittels totaler Kontrolle über 
Staat, Wirtschaft und Gesellschaft aufzubauen.

"Eine Gesellschaft ohne Staat ist doch nicht möglich! Das ist ja eine schöne Utopie, 
aber..." Ob die Menschen im 16. Jahrhundert eine Gesellschaft ohne Könige und Adel für 
möglich hielten? Jedenfalls waren 1936 in Spanien viele der Meinung, dass eine 
Gesellschaft ohne Staat nicht nur möglich, sondern auch umsetzbar ist - und so 
organisierten sich 1,5 Millionen Menschen in der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft 
CNT. Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs schufen sie in Teilen Spaniens eine 
anarcho-sozialistische Gesellschaft - dem bislang größten anarchistischen 
Gesellschaftsexperiment setzte der Spanische Bürgerkrieg ein blutiges Ende.

Warum diese Homepage? Weil ich anarchistische Vorstellungen nicht nur für umsetzbar, 
sondern eine anarchistische Gesellschaft auch für erstrebenswerter halte als das 
derzeitige kapitalistische System sozialer Ungerechtigkeiten und des Konkurrenzkampfes 
"Alle gegen Alle". Dieses führt dazu, dass eine verschwindend kleine Minderheit von 
Menschen über einen Großteil des von allen erschaffenen Reichtums verfügen kann - und 
diese Macht wird mittels Staatsgewalt abgesichert. Demgegenüber erstreben AnarchistInnen 
eine klassenlose Gesellschaft freier und gleichwertiger Männer und Frauen auf Basis von 
Kooperation und "Gegenseitiger Hilfe". Politische, ökonomische und soziale Systeme werden 
von Menschen gestaltet - sie sind nicht gott- oder naturgegeben und daher änderbar. 
Schaffen wir uns eine andere Zukunft!
Weder Herr, noch Sklave - weder Herrin, noch Sklavin!

https://www.anarchismus.at/


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