(de) FAU Dresden: Solidarität ohne Grenzen - Aktionstag gegen Festung Europa am 6. Februar (en)

a-infos-de at ainfos.ca a-infos-de at ainfos.ca
Thu Feb 4 13:25:38 CET 2016


Am 6. Februar 2016 planen rechte Organisationen in 13 Ländern einen gemeinsamen Aktionstag 
gegen die europäische Flüchtlingspoltik. Darunter befinden sich rechtsradikale 
Massenbewegungen wie Front National (Frankreich) und militante Organisationen wie die 
Goldene Morgenröte (Griechenland) die sich nicht scheuen, mit Waffengewalt und sogar Mord 
gegen Refugees und politische Gegner_innen vorzugehen. Federführende Rolle hat die 
Pegida-Bewegung aus Dresden (Deutschland). Wir bitten hiermit um Beteiligung an den 
europaweiten Gegenaktivitäten. ---- Zu keiner Zeit seit 1945 waren die Menschen in Europa 
so bedroht von einer zweiten „Nacht des Faschismus“ wie heute. Die europaweiten Aktionen, 
aber auch der Einfluss von Rechtsradikalen auf Regierungen wie in Frankreich, Ungarn und 
Polen machen sowohl den Grad an professioneller Vernetzung als auch an finanzieller Stärke 
deutlich, mit dem die Bewegung mittlerweile agiert. Emanzipatorisch-linke und libertäre 
Strukturen sind im Grad ihrer Vernetzung, ihrer Aktions- und Mobilisierungsfähigkeit im 
Vergleich aktuell im deutlichen Nachteil.

Was wir gerade erleben, ist eine Radikalisierung von hunderttausenden Menschen in Europa, 
die in wesentlichen Punkten auf Abstiegsängsten, sozialer Not und Perspektivlosigkeit 
gründet. Die aktuellen Geschehnisse stellen die Weichen, ob sich eine solche 
Radikalisierung gegen andere Menschengruppen richtet oder sich in einen gemeinsamen, 
emanzipatorischen Kampf aller Unterprivilegierten um eine gerechtere wirtschaftliche und 
politische Ordnung verwandelt.

Einen Kampf der sich nur in Gegenprotest ergießt, müssen wir deshalb zwangsläufig 
verlieren. Zwar sind Gegenproteste sicher trotzdem besser, als keinerlei Einspruch zu 
erheben. Mittelfristig können wir dem sich ausweitenden, rechten Gedankengut jedoch nur 
mit eigenen Lösungsstrategien und Erklärungsmustern begegnen. Wir müssen vermitteln, dass 
die von rechts präsentierten Lösungsstrategien, d.h. Repression, Abschottung und 
aggressive Außenpolitik die globale Prekarisierung und Verelendung bestenfalls auf Kosten 
der eigenen Freiheit und des Lebens anderer für eine Weile entschleunigen. Wir müssen 
vermitteln, dass Ungerechtigkeit, Entmündigung und Perspektivlosigkeit eines überwiegenden 
Teils der Weltbevölkerung eine Notwendigkeit des Kapitalismus darstellen und dass der 
Traum von der gesicherten Vollbeschäftigung ein für alle Mal vorbei ist. Schließlich 
müssen wir auch darüber aufklären, dass die Hauptfluchtursachen und die Traumatisierung 
vieler Refugess eben gerade in der Aufrechterhaltung dieser Wirtschaftsordnung begründet 
liegen. Gerade der Kapitalismus lebt von der Deklassierung, brutaler Unterdrückung und dem 
Krieg in ganzen Kontinenten.

Auch wenn es bis ans Ende unserer Kräfte geht, über unsere Unterstützung von Refugees und 
Migrant_innen dürfen wir dabei nicht die Prekarisierten mit hiesiger Staatsbürgerschaft 
aus den Augen verlieren. Wir müssen diese Kämpfe zusammen denken und führen, um nicht 
einer radikalen Rechten in die Hände zu spielen und selbst zu bürgerlich-paternalistischen 
Wohlfahrtler_innen zu werden.

Wir rufen deshalb dazu auf, am 6. Februar nicht nur antifaschistischen Gegenprotest und 
Selbstschutz zu organisieren, sondern eben auch mit direkten Aktionen und eigenen 
inhaltlichen Veranstaltungen Solidarität, direkte Aktion, Antikapitalismus und 
Selbstorganisation, letztlich die gesamte Konzeption unserer anarchosyndikalistischen 
Bewegung als eine tatsächliche Alternative zum heutigen Elend darzustellen. Wir rufen auch 
dazu auf, die europäische Rechte als das zu benennen was sie ist: Das Beste was dem 
Kapitalismus hierzulande passieren konnte, um unsere bitter nötigen Klassenkämpfe und das 
Zusammengehen verschiedener Betroffenengruppen auszubremsen.

Gegen die Feinde der Emanzipation, für einen freiheitlich-antikapitalistischen Aufbruch in 
Europa!

Freie Arbeiter_innen-Union Dresden

http://www.fau.org/artikel/art_160128-160923


More information about the A-infos-de mailing list