(de) FAU Berlin, DGB kündigt Honorarkraft nach gewerkschaftlichen Aktivitäten!

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Tue Feb 2 12:19:29 CET 2016


FAU Berlin erwirkt Bezahlung eines Verzugsaufschlags beim DGB – danach wird dem 
Betroffenen der Vertrag gekündigt! ---- In einer Jugendbildungsstätte des DGB in Flecken 
Zechlin (Brandenburg) sind Honorare für Seminare nicht nur äußerst gering (100 Euro am 
Tag)1, diese werden darüber hinaus seit Jahren oftmals nicht fristgerecht gezahlt – und 
das obwohl vertraglich eine absurd hohe Zahlungsfrist von fünf Wochen festgehalten ist. 
---- Ein freiberuflicher Seminar-Teamer, welcher dort mehrere Jahre regelmäßig tätig war, 
wollte diesen Zustand nicht länger hinnehmen und forderte über die FAU Berlin für seine 
verspäteten Honorare Verzugsaufschläge. Die Forderungen der Basisgewerkschaft wurden 
ignoriert – nur durch die Beharrlichkeit des Betroffenen sowie die Unterstützung seiner 
Kolleg*innen wurden die besagten Aufschläge bezahlt.

Nachdem Ende 2015 einmal wieder ein Honorar auf sich warten ließ, wandte sich die FAU 
Berlin schließlich direkt an die zuständige Stelle des DGB-Bezirks Berlin-Brandenburg.

Zwei Briefe, in denen die FAU eine Verzugspauschale in Höhe von 40 Euro gemäß § 288 (5) 
BGB forderte, wurden ignoriert. Deshalb statteten Vertreter*innen der FAU den Zuständigen 
in der Keithstraße Mitte Januar einen unangemeldeten Besuch ab. Diese waren auf den Besuch 
gar nicht gut zu sprechen und erhoben gar den Vorwurf der „Erpressung“, weshalb eine 
angestrebte Verhandlung scheiterte. Trotzdem wurde das geforderte Geld „nach 
abgeschlossener Prüfung der Rechtslage“ (Wortlaut Mail) nach drei Tagen überwiesen.

Doch die böse Überraschung ließ nicht lange auf sich warten. Dem Betroffenen wurde der 
Rahmenvertrag in der Bildungsstätte noch im Januar gekündigt. Die Begründung, dass nun 
keine „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mehr gewährleistet sei, ist unserer Meinung nach 
fadenscheinig. Klar erscheint der Zusammenhang zwischen der vorangegangen 
gewerkschaftlichen Aktion in der Keithstraße. Freiberufliche, die ihre rechtlichen 
Ansprüche geltend machen, sind im Hause DGB anscheinend nicht sonderlich beliebt und 
werden ganz schnell aussortiert.

Bei miserablen Honoraren und unverlässlicher Bezahlungspraxis sanktioniert der DGB seine 
Bildungsarbeiter*innen hart, wenn sie diese Verhältnisse nicht länger akzeptieren und nur 
minimale ihnen zustehende Entschädigungen einfordern. Wir finden: derartige 
Arbeitsverhältnisse in einem „Gewerkschaftsbund“ sind nicht nur peinlich, sondern auch 
skandalös!

Eine ähnliche Reaktion seitens einer DGB-Einzelgewerkschaft gab es in Berlin übrigens 
bereits 2014 in der Verdi-Jugendbildungsstätte Konradshöhe. Siehe: 
http://de.labournet.tv/video/6712/alle-oder-keiner

Solche Zustände wollen wir in der Bildungsarbeit nicht länger hinnehmen! Informiert euch, 
Organisiert euch!

https://berlin.fau.org/strukturen/bildung

1 zur Erinnerung: Von diesem Bruttobetrag müssen Freiberufliche ganz alleine für 
Sozialversicherungsbeiträge und Steuern aufkommen.

https://berlin.fau.org/news/dgb-kuendigt-honorarkraft-nach-gewerkschaftlichen-aktivitaeten


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