(de) a-f rhein-ruhr: 1. Mai 2016 in NRW

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Wed Apr 27 09:52:41 CEST 2016


Revolutionäre Walpurgisnachtdemo (30.04.) – Bochum Hbf – Start: 19:30 Uhr – Zugtreffpunkt 
aus Dortmund: 18:50 Uhr Hbf Nordausgang vor Cinestar – Mehr Infos: 
antifabochum.noblogs.org ---- Antikapitalistischer Block auf der DGB Demo in Bochum 
(01.05.) – vor dem Bergbaumuseum – Start: 10:15 Uhr – Zugtreffpunkt aus Dortmund: 9.30 
Nordausgang Hbf vor Cinestar – Mehr Infos: agbo.blogsport.eu ---- Widerstand gegen den NPD 
Aufmarsch in Bochum (01.05.) – nach dem antikapitalistischen Block – Mehr Infos: 
antifabochum.noblogs.org ---- Autonome 1. Mai Demo in Wuppertal (30 Jahre!) – 14:00 Uhr 
Platz der Republik – Mehr Infos: autonomer1mai.noblogs.org ---- Libertäre 1. Mai Demo in 
Bonn – 14:00 Uhr am Kaiserplatz, 16:00 libertäres Straßenfest am Frankenbad – Mehr Infos: 
linksunten.indymedia.org

Duisburg: 11 Uhr: FAU-Block / Schwarz-Roter-Block auf der 1. Mai Demo in Duisburg. Start: 
11 Uhr, Amtsgerichtsvorplatz Hamborn (Haltestelle: Hamborn Rathaus). Ab 12 Uhr: FAU-Stand 
am Eingang zum 1. Mai Fest im Landschaftspark. – Mehr Infos: duisburg.fau.org

Auch dieses Jahr gibt es viele anarchistische, autonome und linksradikale Mobilisierungen 
rund um den 1. Mai. Es wird keine zentrale, anarchistische Demonstration der 
Anarchistischen Föderation Rhein/Ruhr geben, allerdings sind unsere föderierten Gruppen 
und Mitglieder ganz unterschiedlichen rund um den 1. Mai aktiv. Der Fokus liegt dabei 
dieses Jahr auf Bochum, wo es mit der revolutionären Walpurgisnachtdemo, dem 
antikapitalistischen Block auf der DGB Demo sowie dem Widerstand gegen den NPD Aufmarsch 
gleich drei Termine um den 1. Mai gibt, die wir mitgestalten werden. Besonders ans Herz 
legen wollen wir euch dabei den antikapitalistischen Block auf der DGB Demo, welcher von 
der neuen anarchistischen Gruppe aus Bochum ausgerichtet wird. Als erste 
öffentlichkeitswirksame Aktion der Gruppe setzt diese starke Akzente, die wir als 
Föderation nur unterstützen können. Der erste Mai gehört allen Arbeiter*Innen und wir 
überlassen diesen nicht den reaktionären DGB Gewerkschaften. Nach der morgentlichen Demo 
gilt es, den Nazis in Bochum den Tag zu versauen, die autonome 1. Mai Demo in Wuppertal 
(seit 30 Jahren unangemeldet!) oder die libertäre 1. Mai Demo in Bonn zu unterstützen.

Am 1. Mai sowie den restlichen 364 Tage im Jahr – an der Befreiung arbeiten – die 
anarchistische Bewegung vorantreiben!

Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr im April 2016

Doch was hat es überhaubt mit diesem 1. Mai auf sich?

Von vielen vergessen liegen die Ursprünge des 1. Mai in der US-Amerikanischen 
Arbeiterbewegung der 1880er Jahre, die entscheidend von anarchistischen Idealen und 
Forderungen geprägt war. Als Höhepunkt einer Streikwelle sollte am 01.05.1886 mit einem 
Generalstreik der Forderung nach dem 8-Stunden Tag Nachdruck verliehen werden. Allein in 
Chicago folgten 40.000 Arbeiter*innen diesem Aufruf und auch in den folgenden Tagen gingen 
Tausende auf die Straße, trotzten Streikbrecher*Innen, privaten Söldner*innentruppen der 
Unternehmer*innen und der Polizei, die am 03.05. vier Arbeiter erschoss. Eine erneute 
Versammlung am 04.05. auf dem Haymarket versuchte die Polizei (auch mit Schusswaffen) 
gewaltsam aufzulösen. In diesem Gemenge explodierte eine Bombe. Die Polizei fing an wild 
zu schießen und mindestens vier Arbeiter*innen und sieben Polizisten wurden dabei getötet. 
Wer die Bombe geworfen hatte ist bis heute unklar. Allerdings diente dieser Vorfall als 
Vorwand hunderte von Arbeiter*innen zu verhaften. Darunter waren auch einige bekannte 
Anarchist*innen. Trotz gegenteiliger Beweise wurden sieben bekannte Anarchisten in einem 
Schauprozess zum Tode verurteilt. Bei vieren wurde dieses Urteil (bei einem Selbstmord 
vorher) vollstreckt. Die anderen Angeklagten wurden zu Haftstrafen verurteilt und nach 7 
Jahren, ebenso wie die Hingerichteten vom neuen Gouverneur für unschuldig und zu „Opfern 
eines Justizmordes“ erklärt.

Während der 2. Internationale (bei der es zum Ausschluss der Anarchist*innen kam) wurde 
1891 der 1. Mai als jährlicher “Arbeiterkampftag” ausgerufen und seit 1904, insbesondere 
von den großen sozialdemokratischen Parteien und Gewerkschaften für Demonstrationen 
genutzt. Während der Zeit der Nazi-Diktatur wurde der Tag propagandistisch als “Tag der 
Nationalen Arbeit” vom Staat als Feiertag organisiert. Auch in der DDR gehörten die 
Mai-Paraden zur Staatsräson und in der BRD blieb der Feiertag mit leicht veränderten Namen 
als “Tag der Arbeit” bestehen. Passend, da die Lohnarbeit auch hier als wichtigstes, 
Lebensinhalt spendendes Element gesehen werden sollte.

Seit dem Ende des Ost/West-Konflikts erleben wir einen sich immer weiter verschärfenden 
Kapitalismus. Wer arm ist oder keiner Lohnarbeit nachgeht, gilt als faul und wird als 
Belastung der Gesamtgesellschaft gesehen. Weit verbreitet ist die Ansicht, Armut sei nur 
die Folge von Eigenverschuldung. Es gibt immer weniger Jobs und die, die es noch gibt, 
sind oft entfremdet und sinnentleert.

Heute finden die Demos und Kundgebungen zum 1. Mai größtenteils unter der Schirmherrschaft 
des DGB statt. Dem DGB geht es im Grundsatz nicht darum, eine grundlegende 
Gesellschaftskritik zu formulieren und schon gar nicht umzusetzen. Er agiert bewusst und 
bereitwillig im Rahmen einer kapitalistischen Ordnung.
Unter dem DGB organisierte Einzelgewerkschaften gehen zwar mit den unterschiedlichsten 
Forderungen in Tarifrunden, es werden auch “Verbesserungen erzielt” allerdings sind diese, 
auf Grund des mehrheitlich kapitalistischen Diskurses so minimal und verbessern somit die 
Arbeitssituation der Menschen eben nicht grundlegend. Obwohl sich die weichgespülten, 
reformistischen und am Ende staatstreuen Gewerkschaften bei den 1. Mai Kundgebungen 
kämpferisch geben, werden in den Betrieben keine wirklichen Verbesserungen der Lebens- und 
Arbeitsbedingungen erkämpft. An dem Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital wird in der 
Praxis nicht gerüttelt. Der DGB ist eine Stellvertreter*innengewerkschaft. Das bedeutet, 
dass hauptamtliche Gewerkschaftsfunktionär*innen für die Lohnabhängigbeschäftigen, mit den 
Arbeitgeber*innen um entsprechende Arbeitsbedingungen verhandeln
und nicht die Belegschaft oder die Arbeiter*innen eines Betriebes selbst. Sich aktiv in 
Tarifverhandlungen mit einzubringen bedeutet zu allererst, dass man sich als ehrenamtliche 
Gewerkschaftsfunktionär*in durch diverse Machtstrukturen und Ebenen innerhalb der 
Gewerkschaft durchboxen muss, bevor man anfängt wirklich etwas für seine 
Arbeitsbedingungen tun zu können. Es ist daher kaum möglich, sich in Arbeitskämpfe 
einzubringen außer dann mitzulatschen, wenn die jeweilige Gewerkschaft trommelt. Wir 
wollen selbstbewusste Kämpfe aller Arbeiter*Innen an der Basis, anstatt losgelöste Kämpfe 
von Stellvertreter*innen in Hinterzimmern und Büro im Klüngel mit Arbeitgeber*innen. Das 
ist mit dem DGB als solches nicht möglich.

Wir wollen an diesem Tag keine Forderungen an Parteien, Gewerkschaften, Konzerne/Firmen 
oder andere Autoritäten stellen, sondern wollen alle ermutigen, selbst zu handeln! Der 1. 
Mai ist kein Tag für Forderungen! Es ist ein Tag für selbstbestimmtes und selbstbewusstes 
Handeln. Der 1. Mai ist ein Kampftag gegen den Arbeitswahn und gegen den Kapitalismus. Es 
geht um die Befreiung aller Menschen aus der Abhängigkeit der Lohnsklaverei. An diesem Tag 
geht es darum, unsere Vorstellung einer herrschaftsfreien Gesellschaft zu propagieren und 
unmissverständlich und kompromisslos zu zeigen, dass es viele Menschen gibt, die sich 
nicht verblenden und befrieden lassen.
Wir wollen den Prozess zu einer befreiten Gesellschaft vorantreiben, indem wir unsere 
Ideen verbreiten, uns weiterbilden, in eigenen Strukturen versuchen die verheerendsten 
Auswirkungen von Staat und Kapital abzufedern, uns mit politischen Aktionen in Debatten 
einschalten und gegen das einstehen, was uns nicht passt. Wir wollen gemeinsam lernen 
durch freiwillige Vereinbarungen miteinander zu leben.

(Auszug aus unserem Aufruf vom letzten Jahr zur Anarchistischen 1. Mai Demonstration in 
Dortmund, weiterlesen: 1maidortmund.noblogs.org/aufruf/)

http://afrheinruhr.blogsport.de/2016/04/24/411/


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