(de) Presseerklärung von FAU Frankfurt - Lebenshilfe Frankfurt e.V. - unsoziale Zustände in der Behindertenhilfe

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Fri Sep 25 18:53:53 CEST 2015


Klage beim Arbeitsgericht gegen den Vorstand der Lebenshilfe Frankfurt e.V. wegen 
Diskriminierung von MitarbeiterInnen und ungerechtfertigter Kündigung. ---- Frankfurt am 
Main, 18. September 2015: Minijobber der Lebenshilfe Frankfurt e.V. haben ihren Vorstand 
und Geschäftsführer Volker Liedtke-Bösl verklagt. Aus Sicht der Mitarbeiter hat die 
Lebenshilfe Frankfurt diese hinsichtlich der Bezahlung und Krankheitsregelungen mit 
Beteiligung des Betriebsrats gegenüber den Vollzeitbeschäftigten seit mehreren Jahren 
diskriminiert. Einer der Kläger wurde jetzt gekündigt. ---- Die Betroffenen vermuten 
dahinter sein aktives gewerkschaftliches Eintreten für bessere Arbeitsbedingungen. Dieses 
ist aber durch die Koalitionsfreiheit nach Art. 9 Grundgesetz geschützt. Deswegen wurde 
jetzt auch eine Kündigungsschutzklage eingereicht.

Seitdem von den Beschäftigten im Sommer 2014 die Forderung nach besserer Bezahlung und 
Gleichstellung erhoben wurde, reagierten Geschäftsführung und die zuständige 
Bereichsleitung mit Maßnahmen, die die KollegInnen nicht erwartet hätten: Einseitige 
Arbeitsvertragsänderungen, das Verbot über gewerkschaftliche Themen während der 
Arbeitszeit zu reden, Lohnzurückhaltung für längst geleistete Arbeitszeit und 
Kommunikationseinschränkungen unter MitarbeiterInnen. Zustände die man andernorts vermuten 
würde, aber nicht in einem gemeinnützigen sozialen Verein wie der Lebenshilfe Frankfurt am 
Main e.V.

Mitarbeiter Dennis L.*: "In unserer Arbeit mit den KlientInnen standen und stehen wir voll 
hinter den sozialen Zielen und Tätigkeiten der Lebenshilfe. Dass der amtierende Vorstand 
und Geschäftsführer seinen MitarbeiterInnen gegenüber jedoch so unsozial auftritt, ist ein 
Problem, dass sich auf das gesamte Arbeitsklima auswirkt. Kommunikationsverbote in einem 
sozialen Betrieb, wie bei uns? Was soll das?"

Die Kündigung des Gewerkschaftskollegen trotz Betreuungsbedarfs ist für die Betroffenen 
der traurige Tiefpunkt im Betrieb.
Mitarbeiterin Nina K.: "Was mich stutzig macht, ist, dass wir ständig Bedarf an männlichen 
Kollegen haben. Dann gibt es dort einen erfahrenen und guten Mitarbeiter, der nach seiner 
Klage gegen den Arbeitgeber plötzlich nicht mehr eingesetzt werden darf. Und auf der 
anderen Seite gibt es Familien, die fest mit einer Betreuung gerechnet haben und dann 
zusehen müssen, wie sie an ihrem Arbeitstag plötzlich eine Betreuung für ihr Kind 
organisiert bekommen."

Die KollegInnen halten weiter an ihrer Forderung nach einem Ende der Diskriminierung fest 
und fordern neben der gerechten Bezahlung die sofortige Wiedereinstellung ihres Kollegen.

Mitarbeiter Nico H.: "Der Kollege gehört wieder eingestellt. Die Maßnahmen gegen uns 
müssen aufgehoben werden. Was ist das für ein Zeichen, dass jemand augenscheinlich bei 
Ausübung seiner grundgesetzlichen Rechte der Koalitionsfreiheit gefeuert wird?"

* Die Namen der MitarbeiterInnen sind hier wegen Befürchtungen über Sanktionen im Betrieb 
anonymisiert wiedergegeben.


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