(de) Arbeitskampf - "Nach Außen sozial, nach Innen brutal - Lebenshilfe Frankfurt" von FAU Frankfurt

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Fri Sep 25 18:53:12 CEST 2015


Öffentliche Aktion: Beschäftigte der Lebenshilfe Frankfurt wehren sich gegen Schikanen und 
Benachteiligungen ---- Schikanierung von gewerkschaftlich aktiven Beschäftigten bis hin 
zur Entlassung eines Mitarbeiters, nach wie vor schlechtere Arbeitsbedingungen und weniger 
Lohn als die Festangestellten - und keine Unterstützung von Seiten des Betriebsrates: Die 
FAU-Betriebsgruppe in der Lebenshilfe Frankfurt macht mit öffentlicher Aktion auf dem 
"Kelter-Fest" der Lebenshilfe Frankfurt und anschließender Demonstration auf ihre 
Forderungen aufmerksam. Die Lebenshilfe Frankfurt e.V. ist ein sozialer Träger der 
Behindertenhilfe. ---- "Nach Außen sozial, nach Innen brutal - Lebenshilfe Frankfurt" 
steht auf einem großen Transparent, dahinter eine Gruppe von etwa 70 Personen. Es handelt 
sich um Mitglieder der Betriebsgruppe der Gewerkschaft Freie Arbeiterinnen- und 
Arbeiter-Union (FAU) Frankfurt und Unterstützer_innen, zahlreiche Fahnen der FAU, aber 
auch von ver.di und GEW sind zu sehen. Drumherum stehen die Geschäftsführung der 
Lebenshilfe Frankfurt, deren Sponsoren sowie Eltern mit ihren Kindern, die von der 
Lebenshilfe Frankfurt betreut werden. Sie sind Gäste des sogenannten Kelter-Festes, 
welches die Lebenshilfe Frankfurt vergangenen Samstag auf ihrem Gelände im Frankfurter 
Stadtteil Hausen ausgerichtet hat und welches gerade offiziell eröffnet werden soll.

Den Anlass ihres für viele überraschenden Besuches macht die FAU den Gästen des Festes 
sofort in einer Rede deutlich: Seit Jahren werden die geringfügig beschäftigten 
Mitarbeiter_innen in der Ambulanten Familienhilfe der Lebenshilfe im Vergleich zu ihren 
festangestellten Kolleg_innen diskriminiert. Sie erhalten weniger Lohn und zehn Tage 
weniger Urlaub, außerdem erfolgt ihre Vergütung nicht auf der Grundlage eines Tarifvertrags.

Dies haben geringfügig Beschäftigte vor eineinhalb Jahren zum Anlass genommen, eine 
Betriebsgruppe zu gründen. Sie organisierten sich im Rahmen der Gewerkschaft FAU Frankfurt 
und kämpfen seitdem für eine angemessene Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen und einen 
Tarifvertrag.

Die gewerkschaftlich aktiven Beschäftigten in der Lebenshilfe werden seitdem schikaniert. 
So wurde ihnen verboten, während der Arbeitszeit über gewerkschaftliche Themen zu 
sprechen. Auch wurden Mitarbeiter_innen trotz Eignung und Bedarf nicht für Betreuungen 
eingesetzt. Schließlich wurde ein Mitarbeiter unter fadenscheinigen Begründungen entlassen 
- obwohl seine Arbeit mit den Klient_innen von vielen Seiten gelobt wurde. Der Betriebsrat 
setzt sich nicht für die betroffenen Kolleg_innen ein, sondern versucht, sich aus der 
Verantwortung zu ziehen. Mitarbeiter der Lebenshilfe klagen wegen der beschriebenen 
Missstände beim Arbeitsgericht Frankfurt.

Die Gäste des Festes reagieren teilweise interessiert und teilweise irritiert. Der 
Geschäftsführer der Lebenshilfe Frankfurt, Herr Liedtke-Bösl, ist anscheinend mit dem 
unangekündigten Besuch einiger seiner Beschäftigten nicht einverstanden und fordert sie 
auf zu gehen. Diese lassen sich jedoch nicht beirren. Es folgt eine zweite Rede von einer 
Kollegin der GEW, die im Namen des "Frankfurter Netzwerk der sozialen Arbeit" dessen 
Unterstützung und Solidarität ausdrückt. "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die 
Kohle klaut", schallt es anschließend über das Kelter-Fest. Dann verlassen die 
gewerkschaftlich aktiven Mitarbeiter_innen und ihre Unterstützer_innen das Gelände. 
"Tarifvertrag jetzt" und andere solidarische Parolen stehen auf dem Fußweg. Unbekannte 
haben diese offenbar im Vorfeld dort hinterlassen.

Es folgt eine spontane Demonstration durch den Frankfurter Stadtteil Bockenheim. Die 
Mitglieder der Betriebsgruppe und ihre Unterstützer_innen informieren nun zahlreiche 
Passant_innen anhand von Flyern, Redebeiträgen und Gesprächen über die Missstände bei der 
Lebenshilfe Frankfurt und machen sie auf ihre Forderungen aufmerksam:
Tarifverhandlungen und ein Ende der Diskriminierung - Jetzt!
Schluss mit den Sanktionen und Wiedereinstellung des gekündigten Mitarbeiters - Jetzt!
Die Wiederherstellung aller gewerkschaftlichen Rechte im Betrieb und die Rücknahme der 
Einschränkungen - Jetzt!

FAU-Betriebsgruppe Lebenshilfe Frankfurt: fauffm-lebenshilfe at fau.org
https://faubetriebsgruppelebenshilfeffm.wordpress.com/

FAU Frankfurt/Main: fauffm at fau.org
https://www.fau.org/frankfurt/

Siehe auch:
Mitarbeiter fühlen sich diskriminiert: Demo gegen die Lebenshilfe

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Demo-gegen-die-Lebenshilfe;art675,1597411

http://www.fau.org/artikel/art_150921-074225


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