(de) fda-ifa: 19.09.15 - Demonstration in Karlsruhe: Stoppt Abschiebungen und die Diskriminierung von Geflüchteten!
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Fri Sep 11 19:27:00 CEST 2015
Die Libertäre Gruppe Karlsruhe supportet die von der Karlsruher Refugee Community
organisierte Demonstration, unterstützt deren Forderungen und ruft dazu auf, zahlreich an
der Demonstration teilzunehmen. An dieser Stelle dokumentieren wir den (gekürzten) Aufruf:
Das Komitee der Karlsruher Flüchtlinge organisiert zusammen mit anderen Geflüchteten und
Unterstützungsgruppen eine Demonstration gegen Abschiebung und Diskriminierung von
Geflüchteten in Deutschland. Wir als Geflüchtete sind keine unglücklichen, dramatischen
Erscheinungen, wir sind ganz normale Menschen - grenzt uns nicht aus. Wir fordern
Solidarität, weil unsere Länder auch von Europa zerstört werden. Was fordern wir? Wir
wollen eine würdige Unterbringung statt der Kasernierung in Lager und wollen auch das
Recht, bei Freunden oder Verwandten zu leben oder selbst nach Wohnungen zu suchen.
Wir wollen, dass die Residenzpflicht wirklich abgeschafft wird und sich Geflüchteten auch
in den ersten Monaten ohne Einschränkungen in Deutschland bewegen können. Wir brauchen
freien Zugang zu Bildung und einen echten Zugang zum Arbeitsmarkt sowie zu medizinischer
Versorgung. Es muss aufhören, dass Geflüchtete ins Nirgendwo gesetzt werden, wo es keine
Einkaufsmöglichkeiten gibt, keine Schule, keine Gesundheitsversorgung. Denn Geflüchtete
haben kein Auto, um in die nächste Stadt zu fahren. Sie sind auf Anbindung mit dem
öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Es muss aufhören, dass überall, wo Geflüchtete
untergebracht sind, Kameras installiert sind, denn Geflüchtete sind weder Kriminelle noch
Gefangene. Wir sprechen uns klar gegen Polizeigewalt gegenüber Geflüchteten aus, weil wir
Menschen sind wie Du. Frontex, das 2004 gegründet wurde, muss abgeschafft werden.
Die Menschenrechte werden systematisch mit Füßen getreten. Isolierung und Diskriminierung
von Geflüchteten passiert oftmals mit staatlicher Unterstützung - und auch oft mit
grausamem Verhalten. Seit 1993 sind Zehntausende gewaltsam in ihre Heimatländer oder
andere Länder abgeschoben worden. Frontex ist gemeinsam mit anderen für den Tod von mehr
als 20.000 Geflüchteten im Mittelmeer verantwortlich. Nicht wenige Geflüchtete, die die
"Festung Europa" erreicht haben, leiden unter ihrer Situation und manche haben sich das
Leben genommen aus Angst vor Abschiebung. Über hundert Geflüchtete sind durch
faschistische Gewalt oder Polizeigewalt ums Leben gekommen, wie zum Beispiel Oury Jalloh
und andere. Wir fordern ein Ende der Abschiebungen, die Schließung der Sammellager und das
Ende der Diskriminierung. Mit Solidarität können wir es schaffen. Mit Solidarität, die vom
Herzen kommt - denn kein Mensch ist illegal. Beginn: 19. September, 13 Uhr Kronenplatz in
Karlsruhe
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Nachrichten aus den FdA-Gruppen und verschlagwortet
mit Anarchistisches Netzwerk Südwest, Karlsruhe von . Permanenter Link zum Eintrag.
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