(de) FAU-IAA, Direct Action #231 - "Die Lage ist prekär!" -- Erste Ergebnisse der Umfrage

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Fri Oct 30 09:06:41 CET 2015


ERSTE ERGEBNISSE DER UMFRAGE ROSTOCK GASTRO-LOHN ---- Seit Anfang Juli führt die 
Initiative Rostock Gastro-Lohn eine Umfrage zu den Lohn- und Arbeitsbedingungen in der 
Gastronomie in Rostock und Warnemünde durch. "Menschen die in der Gastronomie arbeiten, 
tun dies meist unter sehr prekären Arbeitsbedingungen. Unbezahlte Überstunden, unbezahlter 
Urlaub, keine Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall usw.. Ziel unser Umfrage ist es zum 
einem zu überprüfen, ob diese Aussagen auch für den Gastronomiebereich Rostock-Warnemünde 
zutreffend ist und ob sich die Gastronomiebetreiber an den gesetzlichen Mindestlohn von 
8,50 Euro die Stunde halten", so der Pressesprecher der Initiative, Andreas Rudow. Es gehe 
der Initiative dabei aber nicht darum, Daten zu sammeln, sondern in erster Linie gezielt 
auf prekäre Arbeitsverhältnisse aufmerksam zu machen und sowohl die Beschäftigten selbst 
als auch die Öffentlichkeit für die Thematik zu sensibilisieren. Die Vermutung, dass sich 
nicht an gesetzliche Arbeitsstandards gehalten wird, hat sich leider bestätigt: "Wir 
können nach einer ersten Übersicht der bisherigen ausgefüllten Fragebögen klare 
Rechtsverstöße feststellen" Die erfassten Gastronomieunternehmen reichen von der kleinen 
Eisdiele bis zu einer großen Hotelkette.

Die erhobenen Missstände reichen von der Aufstockung des Gehalts auf den gesetzlichen 
Mindestlohn durch das Verrechnen des Trinkgeldes über eine permanente Kameraüberwachung am 
Arbeitsplatz bis dahin, dass keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gewährt wird und oft 
auch der Anspruch auf bezahlten Urlaub vorenthalten wird. Der Pressesprecher zieht nach 
dem ersten Zwischenergebnis für die Rostocker und Warnemünder Gastronomie keine gute 
Bilanz: "Die Lage ist prekär!" Die Umfrage läuft noch bis Ende September. "Wir bitten alle 
Beschäftigten im Rostocker und Warnemünder Gastronomiebereich, sich an der Umfrage zu 
beteiligen. Unser Ziel ist es, Missstände klar zu benennen, mit den Betroffenen eine 
gemeinsame Strategie zu entwickeln und für eine deutliche Verbesserungen der 
Arbeitsverhältnisse zu kämpfen." Danach sollen die erhobenen Daten ausgewertet und für die 
Öffentlichkeit in Form einer Broschüre aufgearbeitet und präsentiert werden. Auf die 
Frage, was Angestellte gegen solch prekäre Arbeitsbedingungen tun könnten, hat Rudow 
sofort eine Antwort: "Sie können und sollten sich organisieren. Das bedarf immer einer 
gewissen Überwindung, aber als Zusammenschluss können sich die Leute gegenseitig stützen 
und haben eine deutlich stärkere Verhandlungsposition. Zusätzlich sollten sie sich 
gewerkschaftliche Unterstützung holen. Damit stärken sie ihre Position nochmals zunehmend 
und haben somit auch einen größeren rechtlichen Rückhalt."

Der Fragebogen kann online ausgefüllt werden: rostockgastrolohn.wordpress.com

https://www.direkteaktion.org/231/die-lage-ist-prekaer


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