(de) afrheinruhr - Krefeld: Demo für Frieden in der Türkei - Ein Anarchistischer Aufruf (Übersetzung: "Solidarität!! Jetzt und immer!")

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Fri Oct 23 08:11:35 CEST 2015


Was: Demo für Frieden und Demokratie in der Türkei ---- Wann: 24.10. 2015, 14.00 Uhr ---- 
Wo: Neusser Straße, vor Saturn, Krefeld ---- Frieden jetzt! ---- Ein anarchistischer 
Aufruf ---- Am 20. Juli 2015 starben im türkischen Suruc bei einem Anschlag auf ein linkes 
Jugendcamp 34 Menschen. Im Zuge einer Racheaktion aus PKK-Kreisen, die den türkischen 
Staat in den Anschlag von Suruc verwickelt sahen, wurden zwei Polizisten getötet. Der 
Staat antwortete mit Militarisierung, während die Ermittlung der Täter*innen von Suruc vor 
der Öffentlichkeit verschlossen bleibt. Die Militärschläge richten sich seitdem kaum gegen 
den Islamischen Staat (IS), sondern vor allem gegen Stellungen der PKK im Irak, in Syrien 
und auch in der Türkei.

Im Inneren verstärkte die Regierung Erdogans die Repression gegen jegliche Opposition und 
Kritik. So wurde ein Zeitungsgebäude wegen eines satirischen Titelblattes von 
Antiterroreinheiten gestürmt. In zahlreichen Städten, wie in Cisre, das neun Tage von der 
Außenwelt abgeschnitten war, wurde der Ausnahmezustand verhängt. Bei all diesen 
Repressionen kann sich die Regierung auf eine Verfassung stützen, die noch aus der 
Militärdiktatur 1980-89 stammt.

Die regierende AKP sieht ihre Position durch das letzte Wahlergebnis geschwächt. Schon im 
letzten Wahlkampf schürte sie in Klima der Gewalt gegen die Opposition, insbsondere gegen 
die HDP. Es kam zu Anschlägen auf deren Mitglieder und Büros. Seit der Militarisierung 
nach Suruc werden Pogrome gegen oppositionelle Parteien, Menschen und alles, was als 
"kurdisch" oder "links" identifiziert wird, sowie gegen friedensbewegte Menschen verübt. 
Dabei tun sich besonders die "Grauen Wölfe" (Bozkurtlar) der MHP und die "Osmanischen 
Herde" (Osmanl? Ocaklar?) hervor. Die Gewalt fand ihren traurigen Höhepunkt im Anschlag 
von Ankara am 10. Oktober 2015, bei dem fast 100 Menschen getötet und mehrere Hundert 
verletzt wuden.

Die Begleitmusik ist Hetze gegen Bevölkerungsgruppen wie Kurd*innen, Alevit*innen und 
Armenier*innen, sowie gegen Linke. Durch diese Strategie der Spaltung werden die Gruppen 
gegeneinander aufgebracht.

Die Strategie darf nicht aufgehen. Unser Hauptziel ist ein friedliches und solidarisches 
Zusammenleben. Durch sie kann der Spaltungspolitik der Regierung entgegengetreten werden. 
Wir wollen nicht weniger als eine Welt ohne Grenzen, welche die Menschen trennen. Föderale 
kommunale Strukturen, die auf dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe beruhen, können eine 
Alternative zur autoritären Regierung Erdogans aufbauen. Dies wird den zentralistischen 
Staat herausfordern, ersetzen und schließlich auflösen können. Diese Hoffnung ist nicht 
aus der Luft gegriffen, sondern stützt sich auf Beispiele aus jüngerer Zeit. Dazu gehören 
der Tekel-Streik, die Gezi-Proteste und die aktuelle Friedensbewegung, aber auch 
traditionelle gemeinschaftliche Strukturen, die auf Gastfreundschaft und gegenseitiger 
Hilfe basieren. Sie zeigen uns, dass es schon jetzt Strukturen der gesellschaftlichen 
Selbstorganisation gibt, die sich dem Zentralstaat entziehen.
Die Stärkung solcher Strukturen ist die beste Alternative gegen den Eskalationskurs der 
türkischen Regierung und ihrer Handlanger.

Wir gedenken der Opfer von Suruc und Ankara sowie aller durch faschistischen, 
islamistischen und staatlichen Terror Getöteten.

Unsere Solidarität gilt insbesondere allen anarchistischen Menschen der Region, der Gruppe 
Devrimci Anarsist Faaliyet und dem friedensbewegten Bündnis Bar?s Bloku.

http://afrheinruhr.blogsport.de/2015/10/20/krefeld-demo-fuer-frieden-in-der-tuerkei-ein-anarchistischer-aufruf/


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