(de) FdA-Ifa - Gai Dao #57 - Um jeden Meter kämpfen! Den Hambacher Forst verteidigen ­ gegen die Rodungssaison 2015! Von: Einige Waldbesetzer*innen

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Sun Oct 11 17:28:51 CEST 2015


Am 1. Oktober 2015 geht es wieder los: Der Energiekonzern RWE will einen weiteren Teil des 
jahrtausendealten Hambacher Forsts (bei Köln) roden, um die Ausweitung des 
Braunkohletagebaus Hambach zu ermöglichen. Dafür muss im Laufe der nächsten Jahrzehnte 
nicht nur der gesamte Wald weichen, auch zwei Dörfer werden zwangsumgesiedelt. ---- Das 
Verbrennen der Braunkohle heizt die globale Erwärmung weiter an, mit den bekannten Folgen: 
Dürren, Naturkatastrophen, Seuchen. Fluchtgrund für viele Menschen - eine fatale Ergänzung 
zur rassistischen Geflüchtetenpolitik der Industriestaaten. ---- Schon seit Jahren gibt es 
im Rheinischen Braunkohlerevier zwischen Köln und Aachen einen aktiven 
Braunkohlewiderstand. Dieser ist, anders als viele andere ökologische Bewegungen, in 
weiten Teilen systemkritisch und lehnt den Staat und politische Parteien ab. Viele Gruppen 
und Projekte sind anarchistisch ausgerichtet. Wichtiger Teil dieses radi-
kalen Flügels der Umweltbewegung ist seit gut drei Jahren die Waldbe-
setzung im Hambacher Forst. 365 Tage im Jahr leben Menschen auf und
zwischen den Bäumen, am Waldrand besteht ein (noch) legales Camp
auf der Wiese eines Unterstützers. Doch die Besetzung ist auch ein poli-
tischer Raum, zum Schutz des Waldes werden offensive Aktionen wie
Blockaden oder Sabotage durchgeführt. Bei Angriffen und Räumungen
kommt es auch zu militanten Auseinandersetzungen mit der Polizei
oder RWE-Sicherheitsdiensten.

Zwischen dem 1. Oktober und dem 1. März ist Rodungssaison im Ham-
bacher Forst - der Energieriese RWE setzt gigantische Maschinen ein,
um die Fällung durchzuführen. Aber wir werden das nicht einfach zu-
lassen! 180 Tage beträgt die Spanne der Rodung, die heißeste Phase ist
erfahrungsgemäß Ende Oktober, November und Dezember. Wir werden
auch während dieser Zeit durchgehend im Wald präsent sein, und wenn
die Fällungen beginnen, werden wir eingreifen! Die diesjährige Kam-
pagne trägt den Titel "Um jeden Meter kämpfen!", denn genau darum
geht es, jeden Meter Wald, der in diesem Jahr gefällt werden soll, wird
sich RWE an uns vorbei erkämpfen müssen! Je mehr Menschen wäh-
rend der Rodungszeit im Wald sind, desto besser. Die Waldbesetzung ist
ein offenes Projekt - jede*r kann einfach vorbeikommen und sich ein-
bringen! Der Hambacher Forst aus vielen Gründen schützenswert: Weil
er der Ausweitung des Tagebaus und damit der globalen Erwärmung im
Weg steht, weil er ein einzigartiges Ökosystem ist, und weil die Besetz-
ung in ihm ein dynamisches linkes Projekt ist.

Neben der permanenten Besetzung wird zu folgenden Terminen mobilisiert:

o 9.-18. Oktober: Skill-Sharing-Camp auf dem Wiesencamp und in der
Werkstatt für Aktionen und Alternativen (Düren).
o 17. Oktober: "Party auf der Kohlebahn": Gemeinsame Blockade der
Kohlebahn, die Braunkohle aus dem Tagebau zu den Kraftwerken
transportiert
o 20.-29. November: Aktionswoche in der heißen Phase der Rodung
o 22.-31. Januar: Aktionswoche gegen Ende der Rodungssaison
--
RWE ist der Totengräber des Rheinlands.
Lasst uns der Totengräber von RWE sein!


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