(de) FdA-Ifa - Gai Dao #57 - Interview mit dem Kollektiv "Siempre Antifa­scista" aus Göttingen Von: Redaktion der Gaidao

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Mon Oct 5 17:29:37 CEST 2015


Gaidao: Stellt bitte zunächst euer Kollektiv vor: Wie lange gibt es "Siempre 
Anti-fascista" schon? Mit welchen Themen setzt ihr euch auseinander, was habt ihr in der 
Vergangenheit schon auf die Beine gestellt? ---- Siempre Antifascista: Das "Siempre 
Antifascista"-Kollektiv gibt es in dieser Form erst seit letztem Jahr, also seit Anfang 
2014. ---- Themenschwerpunkte waren bis jetzt Gedenkarbeit aller Betroffenen von rechter 
und rassistischer Gewalt, aktuelle antifaschistische Praxen und Interventionsmöglichkeiten 
sowie Antirassismus, da Intersektionalität für uns essentiell ist. Wir möchten 
Antifa-Kämpfe nicht von z. B. antikapitalistischen und feministischen Kämpfen trennen, 
sondern als fließende Übergänge und miteinander verwobene Schwerpunkte begreifen. Wir 
wollen vor allem die Vernetzung innerhalb der Szene unterstützen und uns gemeinsam 
politisch weiterbilden. Letztes Jahr ha-
ben wir das "Siempre Antifascista"-Festival 2014 ausgerichtet, ebenfalls
im JuZI (Jugend-Zentrum Innenstadt) und im T-Keller mit einem
Büchertisch des Roten Buchladens, weil wir diverse linksradikale Orte
unterstützen wollen. Außerdem wird noch ein weiteres Konzert für
voraussichtlich Januar 2016 unter dem "Siempre Antifa"-Motto laufen.

Wir finden das Thema der Verbindung verschiedener Kämpfe sehr
spannend. Welche konkreten Erfahrungen konntet ihr damit machen?
Und wo seht ihr die größten Schwierigkeiten?

Intersektionalität müsste eine größere Rolle spielen, denn der
Ausschluss bestimmter Gruppen von Menschen kann eben nicht nur
aufgrund der Herkunft geschehen, sondern auch aufgrund von sexueller
Orientierung oder ökonomischer Verwertbarkeit. Die Skandalisierung in
der Gesellschaft von Ausschlüssen aufgrund der beiden zuerst
genannten Kategorien funktioniert einigermaßen gut, eine Diskrimi-
nierung aufgrund der zuletzt genannten Kategorie ist allerdings weitaus
schwieriger zu verteufeln.

Konkrete Erfahrungen konnten wir noch nicht sammeln, merken aber
immer wieder wie ökologische Themen hinten runterfallen. Chancen
sehen wir in einer besseren, weil allgemeingültigeren Kritik der be-
stehenden Verhältnisse und auch in einem Austausch unterschiedlicher
Aktionsformen. Mehrere Themenfelder zu verbinden kann auch näm-
lich bedeuten, zum Beispiel Blockadeformen aus der Ökologie-
Bewegung auch gegen Nazi-Aufmärsche einzusetzen. Thematische
Überschneidungen sehen wir zum Beispiel, wenn Geflüchtete und Ob-
dachlose der Zugang zu Girokonten erschwert oder ganz verwehrt wird
sowie bei Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz und dagegen ge-
richtete arbeitsrechtliche Schritte.

Die größte Schwierigkeit sehen wir, wenn politischer Aktivismus sich
stark auf ein Themenfeld oder zu unterstützende Gruppe konzentriert
und es dadurch aus Kapazitätsgründen einfach nicht mehr möglich ist,
sein Feld weiter zu vernetzen. Bei Arbeit von und mit Betroffenen kann
es das Problem geben, dass eine übergreifende Solidarität fehlt und es
zu Spaltungen kommen kann, sei es in der Geflüchtetenbewegung oder
bei dem Versuch hausintern branchenübergreifende Arbeitskämpfe zu
führen. Ein beobachtetes Phänomen ist es auch, die Bearbeitung eines
Feldes nicht weiter zu verknüpfen, aber in der Theorie den einzelnen
Kampf gemäß unserer Utopien in eine umfassende Gesellschaftskritik
einzuschreiben.

Ihr habt zu Beginn eures Gruppen-Selbstverständnisses ein Zitat von
Erich Mühsam angeführt, außerdem findet sich aufeurer Homepage ein
"Stolperstein" zu Erich Mühsam: Warum bezieht ihr euch gerade auf
Erich Mühsam?

Letztes Jahr standen wir unter dem Eindruck der Veranstaltungen in
Gedenken an Erich Mühsams 80. Todestag. Der Bericht auf der Gedenk-
demo in Oranienburg, wie Häftlinge auf den Straßen, auf denen wir lie-
fen, unter Applaus von Passant*innen in das dortige KZ verschleppt
wor-den waren, hat einen starken Eindruck hinterlassen. Der Bezug
zum Faschismus in der Vergangenheit kann durch Orte des Gedenkens
verstärkt werden und dadurch weiter Kraft geben für unseren Kampf.
Der Gedenkstein Erich Mühsams liegt ironischerweise zwischen einem
LIDL und einer Polizeikaserne.

Mühsam steht nicht nur mit seinem Namen als Betroffener der Nazi-
Gewalt, sondern ist selber als Anarchist und Freidenker gegen die Nazi-
Ideologie aktiv gewesen, ob durch seine Schriften und Lieder, die Zeit-
schriften, die er herausgegeben hat, oder durch die Menschen, denen er
geholfen hat, sich vor den Nazis zu verstecken und zu fliehen.
Wir wollen Mühsam nicht über andere Aktivist*innen/Betroffene
stellen, doch aufgrund dieser Gedenkdemo liegt der Fokus zur Zeit auf
ihm.

Könnt ihr etwas detaillierter auf den Themenkomplex "Gedenkarbeit"
eingehen? Wie sieht eure Gedenkarbeit konkret aus und was ist eure
Motivation, gerade diese Arbeit zu machen?

Gedenkarbeit zeigt die Kontinuität unserer Arbeit als Bewegung. Wir
schreiben damit selbst unsere Geschichte, anstatt von anderer, vielleicht
offiziellen Seite her, über uns schreiben zu lassen. Mit dieser
zugegebenermaßen selbstbezogenen Arbeit erschaffen wir unser Selbst-
verständnis und müssen dabei aufpassen, nicht in eine unreflektierte
Lobhudelei zu verfallen, sondern auch Probleme beispielsweise mit
Sexismus und Antisemitismus direkt zu benennen.

Wir beziehen uns in unserer Gedenkarbeit weniger konkret auf
bestimmte Personen als Opfer rechter und rassistischer Gewalt. Wobei
die Veranstaltungen mit Giuliano Giuliani eine Ausnahme darstellt, de-
ren Fokus aber auch über Carlo und seinen Tod hinausgeht. Ähnlich
verhält es sich auch mit der Doku "Acta non Verba", die ihren Aus-
gangspunkt in dem Mord an Clément Méric hat. Eher beziehen wir uns
auf Personengruppen als Opfer faschistoiden Handelns, wie durch die
Veranstaltungen mit Andrea Röpke zur Geschichte und Gegenwart
rechter Gewalt in der BRD oder dem Stadtspaziergang zur historischen
Judenverfolgung in Göttingen. Konkret also an rechte und rassistische
Übergriffe zu erinnern, bedeutet für uns implizit die Handlungs-
anweisung, sich auch weiterhin, wie damals oder auch nicht wie
damals, antifaschistischer Interventionspraxen zu bedienen, auch wenn
mensch erst einmal nicht selbst Betroffener ist. Als Teil der Bewegung
wiederum, ist jeder Angriff auf eine einzelne Person, ein Angriff auf
uns alle.

Wir beobachten in den letzten Jahren immer stärker eine
Ausdifferenzierung linksradikaler Szenen im deutschprachigen Raum,
die oftmals in die Gründung explizit anarchistischer Gruppen mündet.
Würdet ihr im Fall von Göttingen davon sprechen, dass es noch immer
so etwas wie eine autonome Szene gibt? Und wie würdet ihr das
Verhältnis zwischen Autonomen und Anarchist*innen beschreiben?

Da Göttingen eine sehr kleine Studentenstadt ist, gibt es
dementsprechend auch keine besonders große anarchistische Szene wie
in anderen Städten. Die Szene ist dementsprechend relativ rot. Zudem
gibt es auch einige Menschen, die sich als undogmatische Linke
definieren. Gerade da durch die Uni-Nähe eine so hohe Fluktuation
herrscht, kommen viele Leute hier neu in die Szene, ohne sich selbst
konkret ausgerichtet zu haben.

Speziell in Göttingen würden wir also definitiv von einer relativ klas-
sischen autonomen Szene sprechen, auch weil Anarchismus per se
Autonomie beinhaltet. Andersherum sind Autonome nicht zwangs-
läufig anarchistisch, meistens jedoch libertär unterwegs. Von klassi-
schen autoritären Kommunist*innen grenzen sich viele Göttinger Auto-
nome klar ab, es gibt wie überall auch hier Grabenkämpfe und Zer-
splitterungen. Die rühren aber auch in Göttingen hauptsächlich aus
dem Konflikt zwischen einer antideutschen und einer antiimperia-
listischen Haltungen her.

Aktuell wird das Vorhandensein nationalistischer bis
menschenfeindlicher Einstellungen deutlich sichtbar (auf den
deutschsprachigen Raum bezogen u.a. in Form von Angriffen auf
Flüchtlingsunterkünften, Pegida-Demos, die heterosexistischen Bil-
dungsplandemos, Hetze gegen “die faulen Griechen”). Welche Strategien
antifaschistischen Engagements seht ihr als erfolgversprechend in Bezug
aufdie genannten Zustände?

Ich würde sagen, wir verfahren nach dem Motto: Schlagt die Fa-
schist*innen, wo ihr sie trefft! Dafür Banden zu bilden und Aktions-
formen, wie zum Beispiel Presse- und Recherchearbeit oder Barrikaden-
bau, zu finden mit denen man sich gut fühlt, ist unserer Meinung nach
der wesentliche Punkt antifaschistischen Engagements. Und je mehr
und vielfältiger wir dabei sind, umso besser!

Räume zu schaffen in den Menschen mit gelebten Antifaschismus in
Kontakt kommen sind dafür notwendig. Autonome Zentren sind, mit
gewissen Hürden, solche Orte, an denen zum Beispiel ein 'box
populaire'-Training stattfinden kann, bei dem ein Problembewusstsein
für Diskriminierungsformen geschaffen wird, auch durch die Art wie
das Training angeleitet wird. Mir fällt dieses Beispiel ein, weil ich mich
selbst ein Weile an der Peripherie des linksradikalen Milieus mit Hilfe
von Krav Maga Training bewegt hab und weil Aktivist*Innen zu
unserem Festival kommen und ihr 'box poulaire' Konzept dort vorstellen
werden. Um bei dem Festival zu bleiben, auch die Doku „Acta non
Verba“, die gezeigt wird, ist gut um ein antifaschistisches Bewusstsein
zu bekommen. Denn wenn der Regisseur unterschiedliche Antifa-
gruppen vorstellt und deren Aktionsformen zeigt, können die als
Vorlage oder Abgrenzung für das eigene Handeln benutzt werden. Mit
diesen Voraussetzungen sich gemeinsam gegen diese nicht nur geistigen
Brandstifter zu formieren ist ein erster Schritt.

Könnt ihr noch etwas zu den Besonderheiten der Antifa-Arbeit vor Ort
erzählen und gerne auch zur Verschränkung mit anderen
Themenfeldern?

Seit dem sich vor 10 Jahren 5.000 Antifaschist*innen in Göttingen
eingefunden hatten, um den letzten Naziaufmarsch dort zu verhindern,
war es lange Zeit ruhig in Göttingen. Klar gab es hier und da mal
Reibereien mit der Stadt, den etlichen Burschenschaften und anderem
Gesocks, aber Nazis haben sich seitdem eher selten nach Göttingen
verirrt.

Vor ein paar Jahren ist durch ein Outing-Plakat im Gebäude einer
Versicherung ein Sicherheitsbeauftragter als Nazi erkannt und ge-
kündigt worden. Letztes Jahr wurde ein Nazi in Geismar erfolgreich aus
seiner Wohnung geärgert und vor kurzem wurde Frauke Petry in einem
Café angegangen.

Solche Ereignisse waren lange Zeit seltene Einzelfälle. Doch die Ereig-
nisse häufen und ändern sich inzwischen. Nicht nur die Burschen-
schaftler werden immer frecher und erlauben sich mit Softairs in ge-
genüber gelegene Hausprojekte zu schießen oder einen Aktivisten vom
Fahrrad zu schubsen.

Neonazis aus Northeim trauen sich auch wieder in unsere Stadt und
greifen links aussehende Passant*innen an. Die in Göttingen lebenden
Antifaschist*innen haben lange Zeit immer wieder versucht in der
näheren Umgebung, z. B. in Friedland, Northeim, antifaschistische
Arbeit zu leisten und Nazis aus der Deckung zu holen. Auch jetzt pas-
siert das noch. Das ist gut und wichtig, aber in Zukunft wird man auch
in Göttingen einen verstärkten Blick auf rechte Entwicklungen haben
müssen.

Göttingen ist eine Universitätsstadt und wegen einer großen auto-
nomen Szene der 1980er noch heute eine links geprägte Stadt mit Grup-
pen, die eine gute Vernetzung bis ins bürgerliche Spektrum haben. Viele
Gruppen können sich dadurch vermehrt auch mit anderen Bereichen
wie Antirassismus, Feminismus, Kapitalismuskritik beschäftigen, so gibt
es auch eine (starke) Umweltbewegung; Tierschutz- und Antiatom-
gruppen.

Gerade das Themenfeld Antirassismus ist in Göttingen auf viel
Resonanz gestoßen. Im April letzten Jahres wurde eine Abschiebung
verhindert, welche hartnäckig, mit viel Polizeigewalt versucht wurde
durchzuführen. Seit diesem Vorfall, durch den nebenbei die Beweis-
sicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) in breite Kritik geriet, haben
sich viele Gruppen vermehrt der Unterstützung Geflüchteter gewidmet.
Viele Abschiebungen wurden verhindert und haben zur Vernetzung
auch unter den Geflüchteten beigetragen

Jetzt steht ja fast das 6. "Siempre Antifascista"-Festival vor der Tür.
Könnt ihr uns bitte erzählen, seit wann es das Festival gibt, was die
Intention zur Gründung war, ob es Themenschwerpunkte bisher gab
und wie die bis jetzt stattgefundenen Festivals gelaufen sind?

Das Festival gibt es seit November 2010 und war eigentlich als eine Ver-
anstaltungsreihe im Rahmen der internationalen antifaschistischen Ak-
tionswoche geplant, damals auch schon unter dem Motto „Siempre An-
tifascista – Remembering Means Fighting“. Wir wollten uns dieser
internationalen Aktionswoche anschließen, weil wir – als Anarcha-
Syndikalistische Jugend (ASJ) – fanden und – als „Siempre Antifa“-
Kollektiv – noch immer finden, dass internationale Solidarität und der
Austausch über die verschiedenen Kämpfe, die überall geführt werden,
ein wichtiger Teil der antifaschistischen Arbeit sind.

Es gab tatsächlich ein paar Themenschwerpunkte, die beim Festival
immer wieder aufgetreten sind, wie zum Beispiel den Komplex
„Osteuropa“ oder Veranstaltungen zum Gedenken an Opfer rechter und
rassistischer Gewalt. Ersteres aufgrund der Nähe von einzelnen Men-
schen aus dem Kollektiv zu osteuropäischen Ländern und der aktuellen
Relevanz solcher Themen, wie der Kampf um den Khimki-Wald im Jahr
2010 oder die krasse Repression gegen Pussy Riot 2012. Letzteres, weil
wir nicht wollen, dass die Betroffenen rechter, rassistischer und staat-
licher Gewalt in Vergessenheit geraten. Und dies hat nichts zu tun mit
einem Märtyrer-Kult, denn wir gedenken den Menschen - auch denen
ohne Namen und Gesichter - um zu warnen, dass menschenverach-
tendes Gedankengut, wie beispielsweise Rassismus und Homophobie,
aber auch staatliche Repressionen, eine Gefahr für alle Menschen
darstellen, das heißt sowohl Betroffene als auch Aktivist*innen. Auch
dieses Jahr erwartet die Besucher*innen des Festivals Veranstaltungen
zu solchen Themen.

Wie vorhin erwähnt, wurde die "Siempre Antifascista"-Veran-
staltungsreihe anfangs bis 2013 von der Anarcha-Syndikalistischen
Jugend Göttingen organisiert, und im Allgemeinen waren viele in-
teressante Diskussionen und sehr nette Menschen am Start. Dabei gab
es aber auch einige Veranstaltungen, die nicht gut besucht wurden. Es
könnte an dem Format gelegen haben, denn isolierte Veranstaltungen in
ein oder zwei Wochen sprechen eher die lokale Szene an. Deswegen hat
das "Siempre Antifascista"-Kollektiv 2014 nach seiner Gründung die
Entscheidung getroffen, das Festival an einem Wochenende laufen zu
lassen, um auch Menschen aus anderen Städten bzw. Ländern zu
ermöglichen zum Festival zu kommen. Dies hat letztes Jahr gut geklappt
mit einigen Menschen aus anderen deutschsprachigen Regionen, und
sogar die Beteiligung der lokalen Szene war größer. Daher erhoffen wir
uns für dieses Jahr noch mehr Menschen von außen und haben
Übersetzungsteams ins Englische, Deutsche, Französische und Italie-
nische geplant.

Das heißt, ihr macht jetzt auch überregional Werbung. Wen versucht ihr
konkret mit dem Festival anzusprechen? Und wie klappt das?

Zu dem Festival sind alle Menschen eingeladen, die sich für unsere Ver-
anstaltungen interessieren oder einfach mal gerne nett beim Essen mit
anderen zusammensitzen wollen; außerdem alle Menschen, die sich in
den Lokalitäten wohlfühlen, und alle, die diese kennenlernen möchten.
Grundsätzlich alle, die nicht durch grenzüberschreitendes Verhalten
auffallen und einfach Bock haben etwas zu machen.

Das Festival findet kurz vor der alternativen Orientierungsphase für
neue Studis statt und wird von unseren Freund*innen mitbeworben.
Wir finden es gut, wenn Leuten, die neu in die Stadt kommen, gleich
die Möglichkeit geboten wird z. B. das JuzI und ein paar von den
dahinter stehenden Gedanken kennenlernen zu können.

Ansonsten ist das Festival hauptsächlich in linken Kreisen beworben.
Wir haben viele Gruppen, Zusammenhänge und Projekte angeschrieben
und gefragt, ob sie mitwerben wollen und nicht auch Lust haben zu
kommen. Viele befreundete Gruppen, auch aus anderen Ländern, haben
wir eingeladen, aber freuen uns auch über neue Gesichter. Die meisten
Menschen von außerhalb bekommen wahrscheinlich am meisten durch
persönliche Kontakte oder durch das Internet etwas von uns mit. Hier
in Göttingen haben viele aber schon was von dem Festival gehört und
falls nicht bemerken sie es spätestens durch die vielen Plakate und
Flyer, die überall hängen und ausliegen.

Was erwartet Besucher*innen beim diesjährigen Festival konkret?

Zu Festivalbeginn dürfen wir den Film "Acta Non Verba", mit
anschließender Diskussion mit dem Regisseur, in unserem lokalen
Programmkino zeigen. In dem Film geht es um verschiedene Gruppen
und Zusammenhänge Frankreichs, Italiens, Deutschlands und
Russlands. Am darauf folgenden Tag wird es erst um Russland und die
Ukraine gehen, danach um die anarchistische Gewerkschaftsarbeit als
antifaschistische Strategie.

Samstag wird es nach zwei Vorträgen, bei denen es um die Proteste von
2001 in Genua gegen den G8-Gipfel, dem Thema der Diaz-Schule und
den zugehörigen Repressionen und öffentlichen Darstellungen gehen
soll, einen Workshop mit Bewegung geben: Aktivist*innen aus Saint-
Etienne erklären wie Sport Werte und Ideen vermitteln kann. Am
Abend findet dann das Konzert mit Lena Stoehrfaktor & das Rattenka-
binett, What We Feel, Alarm! und Raptus di Follia statt.

Den letzten Tag wollen wir gemeinsam entspannt ausklingen lassen. Zu
einem gemütlichen Brunch sind alle noch einmal eingeladen, das
vegane Essen unserer Soliküche zu genießen, um wohlgenährt einen
letzten Blick in die Ausstellung zu werfen und mehr über Ideen und
Hintergründe dieser zu erfahren.

Während aller Veranstaltungen können wir eine Kinderbetreuung orga-
nisieren. Dazu müssten wir im Vorhinein nur eine kleine Mail bekom-
men. Zwischen den Veranstaltungen wird es viel Platz zum Spielen,
Austauschen, Diskutieren und Stöbern am Büchertisch geben.
Wir wünschen Festivalbesucher*innen angenehme, fröhliche und in-
teressante informelle Gespräche.

Wenn sich Leute noch näher informieren wollen, wo können sie das
machen?

Auf unserer Homepage gibt es zum gesamten Festival nähere
Informationen, auch auf Englisch. Zu finden ist diese unter
www.siempre-antifa-goettingen.tk. Falls ihr Fragen habt oder
Pennplätze braucht, schreibt uns gerne via Kontaktformular auf der
Homepage an.


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