(de) FdA-Ifa - Gai Dao #57 - Frankfurt (Oder) bekommt eine dezentrale Bibliothek! Von: Libertäre Aktion Frankfurt (Oder)

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Fri Oct 2 17:33:45 CEST 2015


Bildung ist ein Luxusgut. Der freie Zugang zu entsprechender, aktueller Literatur sowie 
Bibliotheken ist in den meisten Fällen mit Kosten verbunden. Es gibt Menschen, denen der 
Zugang zum Sozialnetz und somit der freie Zugang zu Bibliotheken verwehrt wird - denken 
wir nur an die vielen komplizierten Verfahren, denen Refugees ausgesetzt sind, um sich 
überhaupt mehr oder minder frei in der Stadt bewegen zu können. Die Libertäre Aktion 
Frankfurt (Oder) arbeitet deshalb gerade an einem Projekt, das es ermöglichen soll, 
unseren privaten Bücherbestand zu gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung zu stellen. "Wir 
wollen damit in erster Linie zeigen, wie ein solidarischer Umgang mit unserem Besitz 
aussehen kann und dass wir immer mehr davon haben, wenn wir
Dinge teilen und gemeinsam nutzen können. Das betrifft im Übrigen
nicht nur Bücher, sondern kann auf sämtliche materiellen Gegenstände,
die nicht zwingend Personengebunden genutzt werden müssen, ange-
wandt werden. Es werden nicht nur Werte von Verantwortung, Zuver-
lässigkeit und Vertrauen untereinander durch das Prinzip der gegensei-
tigen Hilfe vermittelt, sondern auch alternative Formen des Miteinan-
ders erprobt, die jenseits der auch im Bereich Bildung herrschenden
Vereinzelungs- und Verwertungslogik funktioniert", so Ariane, die sich
auch in der Libertären Aktion organisiert.

Zum Bestand sollen auch CDs, DVDs und Comics gehören. Nach einer
internen Testphase durch die Menschen, die in der Libertären Aktion
Frankfurt (Oder) organisiert sind, wir der dezentrale Büchertisch per
Onlineliste ins Netz gestellt. Neben der Möglichkeit, dass sich die
Tauschpartner*innen individuell per Vermittlung via E-Mail verabreden,
wird es langfristig gesehen auch Ausgabezeiten an einem festen Aus-
gabeort geben. Tom, der nach einem längeren Aufenthalt in Mexiko erst
seit Kurzem Teil der LAFFO ist, hatte die Idee zum Projekt: "Derzeit
steckt es noch in den Kinderschuhen. Wir sind gerade dabei, unsere ei-
genen Bestände zusammenzutragen und können jetzt schon sagen: Das
Repertoire kann sich sehen lassen!" Auf finanzielle Mittel wird die Bib-
liothek nicht angewiesen sein: Geld- oder Sachspenden, z.B. in Form
von Büchern, können jedoch zur Bestandserweiterung nützlich sein.

Einem strengen Regiment, so wie es in herkömmlichen städtischen und
universitären Bibliotheken der Fall ist, wird das dezentrale Pendant
nicht folgen. Bevorzugt wird ein herrschaftsfreier Umgang miteinander
und der Einbezug aller Menschen, die Lust auf das Projekt haben.
"Sanktionierungen und Verbote als Mittel, Menschen gefügig zu ma-
chen, verschärfen soziale Probleme. Dass wir in einer Strafgesellschaft
leben, sollten wir nicht so einfach als gegeben hinnehmen," so Ariane.
"Natürlich wird es ein paar Regeln geben, an die sich jede*r halten
sollte. Die Regeln haben jedoch eher den Charakter von Empfehlungen,
beispielsweise in Bezug auf Ausleihdauer und -menge. Diese können
von den Nutzer*innen und Unterstützer*innen der Bibliothek mitge-
staltet werden, beispielsweise auf monatlich statt findenden Treffen, in
denen das Projekt weiterentwickelt und ausgebaut wird. Wie das genau
aussehen wird, wissen wir hoffentlich bis Ende des Jahres"

Wer sich jetzt bereits für das Projekt interessiert, es unterstützen will
oder sogar mitmachen möchte, kann sich gern unter libertaere-aktion-
frankfurt-oder at riseup.net per E-Mail melden.


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