(de) Presse-Mitteilung der Gefangenen-Gewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO)

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Thu May 28 10:28:20 CEST 2015


Veröffentlicht am 24. Mai 2015 von Anarchosyndikalistische Jugend Leipzig [ASJL] ---- 
Ausdehnung und Verankerung der GG/BO in den Haftanstalten der Bundesrepublik setzen sich 
unvermindert fort. ---- Berlin, 14. Mai 2015 ---- Liebe Kolleg_innen, ---- die im Mai 2014 
letzten Jahres gegrundete Gefangenen-Gewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO) ist mit 
ihren aktuell rund 700 inhaftierten Mitgliedern in uber 50 Haftanstalten der 
Bundesrepublik prasent. ---- Aufgrund von engagierten inhaftierten Gewerkschaftern konnte 
die GG/BO funf weitere JVA-Sektionen bilden, so dass wir in insgesamt 16 Haftanstalten 
uber Sektionen mit jeweiligen Sprechern unserer selbstorganisierten 
Gewerkschaftsinitiative hinter Gittern verfugen.

An dieser Stelle mochten wir unsere neuen Sprecher der GG in der JVA Gelsenkirchen (NRW), 
Jarek Otlik, in der JVA Untermaßfeld (Thuringen), David Hahn, in der JVA Dieburg (Hessen), 
Thomas Brockmann, in der JVA Kaisheim (Bayern), Rainer Zimmermann und in der JVA Ulm 
(BaWu), Robert Schmitt, herzlich grußen. Unsere Sprecher in den einzelnen JVA's ubernehmen 
im Rahmen der jeweiligen Bedingungen vor allem die Offentlichkeitsarbeit der GG/BO in den 
Hafthausern und JVA-Betrieben. In diesem Zusammenhang versuchen sie, eine 
Gewerkschaftstatigkeit, die auf der grundgesetzlich garantierten Koalitionsfreiheit 
basiert, zu entfalten.

In der GG/BO organisieren sich Gefangene unabhangig ihrer Herkunfte und Hintergrunde, um 
als ,,Gewerkschafter_innen hinter Gittern" Raume fur ein kollegiales, solidarisches und 
emanzipatorisches Verstandnis unter den Inhaftierten uber die Auseinandersetzung ihrer 
sozial- und arbeitsrechtlichen Diskriminierung zu offnen.

Die GG/BO greift mit ihren sozialreformerischen Kernforderungen nach einer 
Sozialversicherungspflicht fur inhaftierte Beschaftigte und ihre Einbeziehung in den 
allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn ein sozialpolitisches Thema auf, was kaum eine 
Randnotiz wert war. ,,Wir haben", so der GG/BO-Sprecher, Oliver Rast, ,,offensichtlich 
mehrere Brennpunkte des bundesrepublikanischen Strafvollzugs getroffen: wir haben vor 
allem die soziale Frage hinter Schloß & Riegel aufgeworfen, die nun zu einem offentlichen 
Streitfall geworden ist."

Die weitere Verankerung der GG/BO in den Haftanstalten bringt indes ihre ,,Schattenseite" 
mit sich. Rast: ,,Das verstarkt gegen uns gerichtete 'Union Busting' fuhren wir auf unsere 
rasante Ausdehnung zuruck." Eine gewerkschaftspolitische Betatigung von Inhaftierten wird 
durch einzelne Vollzugsbehorden - wie in der JVA Frankenthal, in der JVA Landsberg/L, in 
der JVA Wurzburg, aber auch in der JVA Tegel - zum Teil massiv behindert. ,,Insbesondere 
sind", so Rast weiter, ,,agile Gewerkschafter hinter Gittern mit einer Vielzahl von 
Schikanen konfrontiert." Hierzu zahlen u.a. die Nichtaushandigung von Gewerkschaftspost, 
eine intensivierte Postzensur, regelmaßige so genannten Haftraumkontrollen und nicht 
zuletzt die unterschwellige bis offen vorgetragene Drohung, dass sich eine aktive 
GG/BO-Mitgliedschaft negativ auf den weiteren Vollzugsverlauf auswirken wird. (Z.B. die 
Verzogerung oder Streichung von Vollzugslockerungen)

Rast: ,,Vor diesem Hintergrund ist es gar nicht hoch genug einzuschatzen, wenn sich 
Gefangene als Sprecher der GG/BO in ihren Knasten exponieren, um letztlich 'nur' das 
einzufordern, was ein Grundrecht ist: die Realisierung der Koalitionsfreiheit fur 
Inhaftierte, die volle Gewerkschaftsfreiheit hinter Gittern..."

Gefangenen-Gewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO)

https://www.gefangenengewerkschaft.de
info at gefangenengewerkschaft.de 
https://www.facebook.com/pages/Gefangenen-Gewerkschaft-Bundesweite-Organisation-GGBO/359321380937496

Download der PM

http://fda-ifa.org/presse-mitteilung-der-gefangenen-gewerkschaftbundesweite-organisation-ggbo/


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