(de) FdA/IFA - Mehrsprachiger Kurzaufruf zu G7-Protesten (multilingual) - Kein Gipfel am Gipfel und Schlösser für Alle! - Ein anarchistischer Aufruf zum Aktivurlaub in den Alpen (en)

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Fri May 22 08:25:21 CEST 2015


Am 7. und 8. Juni 2015 findet der G7-Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern statt. Die "Gruppe 
der Sieben" setzt sich aus den industriestärksten Nationen der Erde zusammen: den 
Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich, Italien, Kanada, Großbritannien, Japan und 
Deutschland. Laut der Bundesregierung sollen die Schwerpunktthemen in diesem Jahr Außen-, 
Sicherheits- und Entwicklungspolitik darstellen. Wir sind im Begriff, dieses Treffen mit 
einem massiven Protest [evtl.: mit massiven Protesten] zu stören. ---- Die G7 handeln als 
Weltvertretung, besitzen jedoch keine demokratische Legitimation. Die Gipfeltreffen lassen 
Gegenstimmen keinen Raum, Gegenproteste werden repressiv unterdrückt. Die G7 sprechen von 
Menschenrechten und verursachen durch Abschottung den Tod tausender Flüchtlinge. Sie reden 
von Entwicklungspolitik und sorgen mit neokolonialistischer Ausbeutung für globale 
Ungleichheit und Armut. Sie geben hunderte Milliarden für Rüstung aus, um damit "den 
Frieden" zu sichern und wollen die Umwelt schützen, die sie selbst täglich zerstören.

Kurz: Die G7 zeigen zu deutlich, dass Staaten in erster Linie Institutionen der 
Unterdrückung und Herrschaft sind.

Was wir wollen

Die Liste dessen, was wir an den G7 ablehnen, ist lang. Wir könnten an dieser Stelle noch 
viele weitere Punkte aufführen. Ebenso umfangreich ist die Fülle unserer Vorstellungen, 
Ideen und Ziele, weswegen wir uns in diesem Aufruf auf wenige zentrale Punkte beschränkt 
haben:

Als Anarchist*innen eint uns das Ziel, eine solidarische, respektvolle, gewalt- und 
herrschaftsfreie, also eine emanzipatorische Gesellschaft aufzubauen. Ein solches Vorhaben 
ist in den herrschenden Verhältnissen nicht ohne weiteres möglich, da im Kapitalismus 
nicht die Bedürfnisse aller Menschen, sondern einzig eine nach Profitmaximierung 
ausgerichtete Verwertung aller Lebensbereiche im Vordergrund stehen.

Um einer befreiten Gesellschaft näher zu kommen, müssen wir uns mit alltäglichen 
Herrschaftsverhältnissen und Unterdrückungsmechanismen kritisch auseinandersetzen und sie 
letztlich als Ganzes überwinden. Dabei bleiben wir nicht bei der Forderung nach weniger 
Arbeit, uneingeschränktem Bleiberecht, billigem Wohnraum oder kostenloser Bildung stehen, 
sondern fordern den materiellen, kulturellen und sozialen Reichtum für alle.

Einem Leben wie wir es uns wünschen, in Selbstbestimmung und Solidarität, muss ein von 
Gleichberechtigung und Respekt geprägter Umgang zugrunde liegen. Sicherlich ist es noch 
ein sehr langer Weg bis dorthin, aber wir tragen unsere Vorstellungen und Hoffnungen mit uns.
Um unseren Zielen Schritt für Schritt näher zu kommen, bauen wir bereits im Hier und Jetzt 
alternative Strukturen auf, treten Missständen auf vielfältige Art und Weise entgegen und 
lernen unsere Entscheidungen ohne Ellenbogenverhalten oder Mehrheitsentscheide im Konsens 
zu treffen.

Um die vorhandenen Hierarchien und Unterdrückungsmechanismen überwinden zu können, müssen 
wir sie und unsere eigene Rolle dabei erkennen, reflektieren und jeden Tag aufs Neue 
hinterfragen. Wir wollen die Hierarchien bekämpfen, die Menschen in einer Gesellschaft 
nach Macht und Nicht-Macht, in höhere und niedere Statusgruppen einteilen.
Hierzu ist es nötig aktiv zu werden.

Unseren Protest werden wir an den Aktionen rund um den G7-Gipfel in die Öffentlichkeit 
tragen, denn dies ist nicht das Ende der Geschichte!

Anarchistischer / antiautoritärer Block

Am 6. Juni findet in Garmisch Patenkirchen eine Großdemo statt. Auf dieser Demo wollen wir 
zahlreich mit anarchistischen Inhalten sichtbar werden. Obwohl wir natürlich solidarisch 
mit allen sind, die mit uns den Gipfel be- bis verhindern wollen, liegt unser Schwerpunkt 
darauf Autorität und Repräsentanz an sich in Frage zu stellen. Wir haben keine Forderungen 
an die sieben Großmächte. Wir wollen schlicht, dass sie verschwinden.
Wir rufen alle Anarchist*innen zur Beteiligung am antiautoritären Block auf. Wir wünschen 
uns einen Block, der entschlossen und kämpferisch den Ruf nach Freiheit und Solidarität in 
die Welt trägt. Wir wünschen uns einen Block, der in vielfältiger, kreativer Weise in Wort 
und Tat libertär-emanzipatorische Inhalte vermittelt und dabei auch auch Raum und 
Sicherheit für weniger erfahrene oder weniger aktionsorientierte Aktivistinnen bietet. 
Dieser Block soll dabei nach innen ein geschützter Raum sein, in dem wir aufeinander 
achten und niemanden den zu erwartenen Gewalttaten des Staates ausgeliefert lassen. Wir 
wollen daher eng zusammenbleiben und uns nach außen schützen. Wir lassen uns nicht auf 
Katz- und Mausspiele Spielereien mit Polizeikräften ein, die uns verstreuen. Bereitet euch 
entsprechend vor, bildet Bezugsgruppen!

Protestcamp

Auf dem Camp planen wir neben dem aktiven Teil auch Infoständen, Infoveranstaltungen und 
Workshops. Ihr seid natürlich herzlich eingeladen mit zu helfen, daran teilzunehmen oder 
uns dort zu besuchen.
Kommt und beteiligt Euch zahlreich an den Aktionen gegen den G7-Gipfel.

Download (PDF) http://fda-ifa.org/wp-content/uploads/2015/05/call-de.pdf

http://fda-ifa.org/mehrsprachiger-kurzaufruf-zu-g7-protesten-multilingual/


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