(de) FdA IFA - Gai Dào #51 - Selbstverständnis der Anarchopazifistischen Jugend Köln Von: Anarchopazifistische Jugend Köln

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Fri Mar 27 17:22:24 CET 2015


Wir sind Menschen aus Köln und Umgebung, die sich für eine herrschaftsfreie und gewaltlose 
Gesellschaft einsetzen. Dabei ist uns durchaus bewusst, dass diese Gesellschaftsform 
utopisch ist – aber wieso sollten wir etwas anstreben, was nicht unseren Vorstellungen von 
einer gerechten und freiheitlichen Welt entspricht? ---- Unser Ziel ist eine Gesellschaft 
des Miteinanders, in der alle Menschen als gleichwertig angesehen werden. Diese kann nur 
entstehen, wenn jegliche Form von Herrschaft – wie sie z.B. durch Staat, Nation, Religion, 
Patriarchat oder Eigentum entsteht – überwunden wurde. Wir wollen selbstverwaltete 
Betriebe, Syndikate und Kommunen: Menschen sollen sich in Gewerkschaften und Kollektiven 
zusammenschließen, gemeinsam und konsensbasiert entscheiden und das immer möglichst auf 
der niedrigsten Ebene. Repräsentant*innen sollen direkt wähl- und abwählbar sein und haben 
die Aufgabe, die Interessen der Gruppe zu vertreten – nicht ihre eigenen. Das Schwierige 
an dieser Utopie ist, dass die Menschen selbst Verantwortung für sich und ihre Umwelt üb 
ernehmen sollen.

Laut einer Oxfam-Studie sollen 2016 1% der Menschheit im Besitz von
mehr als 50% des Vermögens sein - für uns steht fest: Der Kapitalismus
kann nicht das System sein, in dem wir friedlich, gerecht und frei
miteinander leben können. Auch der real existierende Staatssozialismus
brachte neue Herrschende hervor. Oppositionelle wurden überwacht
und verfolgt. Deshalb haben wir uns für die herrschaftsfreie Alternative
entschieden: Den libertären partizipativen Sozialismus „von unten“. Teil
unserer anarchistischen Lebensweise ist das Eintreten gegen
gruppenbezogene
  Menschenfeindlichkeit
  wie
  Rassismus,
Antisemitismus, Islamophobie, Sexismus, Ageismus, Ableismus,
Lookismus, Homo- und Transphobie.
Unser Pazifismus bezieht sich auf Menschen und Tiere. Gewalt ist eine
extreme Form der Machtausübung und wir möchten in unseren
Strukturen die Utopie eines Miteinanders ohne Gewalt leben. Da wir es
als falsch bzw. unnötig ansehen, dass Menschen über Tiere herrschen,
leben wir größtenteils vegan oder vegetarisch und kämpfen für eine
Welt ohne Tiere in Gefangenschaft, Jagd oder andere Formen der
Herrschaft über nichtmenschliche Tiere. Ebenso setzen wir uns gegen
die Ausbeutung der Natur ein.
Wir sind sehr an Diskussionen mit anderen Menschen interessiert,
wollen sie zum Nachdenken anregen und zum Handeln motivieren.
Und das gerne mit uns zusammen: Wir möchten uns aktiv weiterbilden
– in Lesekreisen, mit Vorträgen und evtl. auch mit Reisen an
interessante Orte.
Der Fokus soll jedoch auf Aktivismus liegen: Auf Kundgebungen,
Blockaden, bei Haus- oder Waldbesetzungen, Aktionscamps und
direkten Aktionen. Dabei setzen wir ausschließlich gewaltfreie
Aktionsformen ein.
Ihr seid willkommen.


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