(de) Wiederaufbau eines Gedenksteins für Gustav Landauer auf dem Münchner Waldfriedhof

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Fri Mar 27 17:16:38 CET 2015


"Es hat in Deutschland in der Zeit seiner größten Gottesferne einen Mann gegeben, der wie 
kein anderer Mensch dieses Landes zur Umkehr aufrief. Um einer kommenden Menschheit 
willen, die seine Seele schaute und begehrte, stritt er gegen die Unmenschlichkeit, in der 
er leben musste.“ ---- Mit diesen Sätzen beginnt Martin Buber in der Düsseldorfer 
Halbmonatsschrift "Masken“ im Jahre 1919 seinen Aufsatz "Landauer und die Revolution“ für 
seinen langjährigen Freund Gustav Landauer (1870 Karlsruhe - 1919 München-Stadelheim), 
dessen Werke er letztwillig herausgab. ---- Unmittelbar nach dem 1. Weltkrieg und dem 
Beginn der Novemberrevolution hatte Kurt Eisner den Schriftsteller und Übersetzer Gustav 
Landauer in einem Brief vom 14. November 1918 zur Teilnahme an der Revolution in Bayern 
eingeladen: "Was ich von Ihnen möchte, ist, dass Sie durch rednerische Betätigung an der 
Umbildung der Seelen mitarbeiten.“ Landauer folgte diesem Aufruf und wurde in der 
Räteregierung am 7. April 1919 Beauftragter für Volksaufklärung. Nach der Niederschlagung 
der Räteregierung durch Reichswehr und Freikorpsverbände wurde Gustav Landauer am 1. Mai 
1919 verhaftet und am nächsten Tag im Zuchthaus Stadelheim mit großer Brutalität ermordet.

Landauers Asche wurde zunächst in der Urnenhalle des Schwabinger Friedhofs beigesetzt, 
dann wurde die Urne auf den Waldfriedhof überführt. Mitglieder der Freien Arbeiter-Union 
aber auch prominente Persönlichkeiten führten auf Anregung von Landauers Tochter Charlotte 
eine Geldsammlung durch und setzten Landauer 1925 einen Obelisken als Grabdenkmal.

1933 beschloss das Münchener Stadtparlament die Zerstörung der Grabdenkmäler 
"marxistischer Revolutionäre“. Auch das Landauer-Denkmal wurde dabei zerstört, der Obelisk 
zerschlagen und die Asche exhumiert. Seine sterblichen Überreste sandte man an die 
Jüdische Gemeinde München und stellte darüber auch noch eine Rechnung aus.

Am 2. Mai 2019 jährt sich der Jahrestag von Landauers Ermordung zum 100. Mal. Bis zu 
diesem Zeitpunkt könnte das Münchner Stadtparlament das in der Nazizeit begangene Unrecht 
in so weit korrigieren, dass wieder ein Gedenkstein für Gustav Landauer auf dem 
Waldfriedhof errichtet wird.
Hierzu müsste im Jahr 2015 ein Beschluss gefasst werden, damit die Planungen mit einem 
Bildhauer-Wettbewerb beginnen können. Eine anteilige Summe könnte auch durch 
Spendenaufrufe erbracht werden.
Wir fordern die Mitglieder des Münchner Stadtparlaments auf, einen dahingehenden Beschluss 
zu fassen.

Peter Kühn (Flemlingen)
Dr. Siegbert Wolf (Frankfurt/M.)

UNTERSTÜTZERINNEN:
Dr. Andreas W. Hohmann (Lich/Hessen), Dr. Birgit Seemann (Frankfurt/Main), Verlag Edition 
AV (Lich/Hessen), Thomas Reichert (Grevenbroich), Uwe Rausch (Langen/Hs.), Werner 
Schultheiss (München), Jürgen Mümken (Kassel)
Eduard Kaesling (Frankfurt/Main)

http://www.edition-av.de/info/gedenkstein.html


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