(de) FAU-IAA: Direct Aktion #227 - Investor, Generalunternehmer und Sub-Subs -- Die Verhältnisse rund um den Bau der "Mall of Berlin"

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Mon Mar 16 15:17:09 CET 2015


Betrachtet man die Verhältnisse bei der "Mall of Berlin" genauer, stößt man schnell auf 
eine Kette von Haupt-, Sub- und Sub-Sub-Firmen, wie sie bei fast allen größeren 
Bauprojekten inzwischen üblich ist. Investor für den gesamten Komplex ist die Firma "HGHI 
High Gain House Investments GmbH" des in Berliner Politik und Hight-Society bestens 
vernetzten Harald G. Huth. Diese wiederum hat Generalunternehmer mit dem Bau der Mall 
beauftragt. Einer war die Firma BSS, die gleich zu Beginn, im Jahre 2011, im Zuge 
bundesweiter Ermittlungen gegen Schwarzarbeit in den Fokus der Justiz geriet. Wie die 
Staatsanwaltschaft in Berlin auf Nachfrage mitteilte, ermittelt sie u.a. wegen 
bandenmäßigen Betruges, Bestechung, Steuerhinterziehung und Vorenthalten von 
Arbeitsentgelt. Im Jahr 2013 meldete BSS Insolvenz an und ließ von ihr beauftragte Firmen 
mit einem Berg an offenen Forderungen sitzen.

Die Presse spekulierte daraufhin über ein Ende der "Mall of Berlin". Dazu kam es nicht, 
denn wie ein Phönix aus der Asche stieg der umtriebige Berliner Bauunternehmer Andreas 
Fettchenhauer in Gestalt seiner Firma "Fettchenhauer Controlling und Logistic GmbH" (FCL). 
In der Erleichterung darüber, dass es mit dem Bau der Vorzeige-Mall nun weiterging, wollte 
niemandem so wirklich auffallen, dass Fettchenhauer auch schon an der BSS beteiligt war, 
man also quasi den Bock zum Gärtner gemacht hatte. Fettchenhauer, ein Freund dicker Autos 
und spendabler Sponsor der noblen Reitsport-Szene in Berlin-Brandenburg, ist Besitzer von 
rund einem Dutzend Firmen im Baubereich und einigen im Pferdesport. So verwundert es 
nicht, dass man auch schon gerne einmal prominente SPD-Gesichter wie das von Außenminister 
Franz Walter Steinmeier auf Turnieren sehen kann, die von Fettchenhauer gesponsert oder 
organisiert werden. Weniger spendabel ist Fettchenhauer allerdings, wenn es um die 
Beschäftigten seiner Sub-Unternehmer geht. Rechtlich ist er als Generalunternehmer für 
diese verantwortlich. Als die FAU Berlin mit ihren Forderungen an die Öffentlichkeit ging, 
dauerte es kaum mehr als eine Woche und die FCL verabschiedete sich ebenfalls in die 
Insolvenz.

Die anderen Firmen Fettchenhauers sind nicht betroffen, hier agiert er munter weiter. Auch 
die Auswahl der Sub-Unternehmer wirft ein bezeichnendes Licht auf die Vergabepraxis der 
"Mall of Berlin". Einige der um ihren Lohn geprellten rumänischen FAU-Mitglieder arbeiten 
z.B. für die Firma "Openmallmasters GmbH". Beim Versuch einer Kontaktaufnahme stellte sich 
schnell heraus, dass diese Firma kaum mehr ist als ein Briefkasten in einer Frankfurter 
Rechtsanwaltskanzlei, die sich auf die Betreuung russischer Kunden spezialisiert hat. Der 
Alleininhaber der Baufirma ist ein "Businessman" mit Wohnsitz in Yaroslawl in Russland, 
der Geschäftsführer ein Verwandter, der angeblich in Karlsruhe gemeldet ist. Auch bei 
anderen Subs, die von der FCL beauftragt wurden, drängt sich bei genauerem Hinsehen die 
Frage auf, wer hier eigentlich und womit auf den Knochen der Arbeiter seine Geschäfte macht.

Gianni Med

https://www.direkteaktion.org/227/investor-generalunternehmer-und-sub-subs


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