(de) Anarchist Group - March18: Die EZB-Eröffnungsparty crashen - Face the Players - Fight the Game-freiburg.org

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Mon Mar 2 13:25:18 CET 2015


Im Frühjahr 2015 bekommt die europäische Krisenpolitik ein Wahrzeichen: Der neue Hauptsitz 
der Europäischen Zentralbank (EZB) wird in Frankfurt eröffnet. Bei einem großen Festakt 
werden sich Regierungsvertreter_innen aus ganz Europa zu ihren bisherigen Krisenlösungen 
gratulieren und sich (und uns) auf die nächste Runde Austeritätspolitik einstimmen. Der 
Ausnahmezustand soll institutionalisiert werden. ---- Doch massenhaft Menschen werden die 
Feier stören, denn Krisenlösungen im kapitalistischen Rahmen sind eine Katastrophe für die 
Menschen. Das Frühjahr 2015 wird so hoffentlich auch ein Wahrzeichen des Widerstands gegen 
die europäische Krisenpolitik, wenn Tausende von Menschen aus den europäischen Ländern und 
darüber hinaus zu den Aktionstagen gegen die EZB-Eröffnung anreisen. Wir rufen die 
antiautoritären Bewegungen dazu auf, sich an den Aktionen und Diskussionen zu beteiligen. 
Lasst uns diese Möglichkeit nutzen, um für die transnationale Selbstorganisierung im Kampf 
gegen Staat und Kapital zu werben und die Herrschaftsfeierlichkeit zu unserer Party zu machen.

Die EZB als Symbol und transnationaler Staatsapparat

Die Regierungen Europas betreiben mit der EZB eine rigide Austeritätspolitik, die zu 
sozialen Verwüstungen insbesondere in Südeuropa geführt hat. Ein Ende ist nicht absehbar, 
denn trotz der Sparmaßnahmen und geöffneten Geldschleusen stagniert die Wirtschaft: 
Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung dauern an, Investitionen bleiben aus. Die Krise 
wird also weiter um sich greifen, die Krisenpolitik auf Dauer gestellt. Die EZB ist der 
transnationale Staatsapparat dieser Krisenpolitik, durch die immer weniger Reiche reicher 
und immer mehr Arme ärmer werden. Die EZB ist somit eines der wichtigsten, wenn nicht das 
Symbol gegenwärtiger kapitalistischen Herrschaft in Europa.
Schluss mit der Gewohnheit: Beim Kapitalismus nicht mehr mitmachen
Kapitalistische Herrschaft bestimmt unseren Alltag bis in den letzten Winkel. 
Traditionelle Solidarverhältnisse, so problematisch sie im einzelnen auch immer sein 
mögen, werden immer weiter verdrängt, und wie wir arbeiten, wohnen, essen, lieben, wo wir 
leben dürfen, welche Luft wir atmen, all das wird beständig und immer wieder neu dem 
Verwertungszwang angepasst. Diese Herrschaft wird jedoch nicht nur von Regierungen 
durchgesetzt, sondern auch von Regierten übernommen. Neue Freiheiten werden versprochen 
und gelegentlich auch gewährt, und doch hängen wir von der kapitalistischen Herrschaft ab 
und werden im Alltag ein Teil von ihr. Andererseits entzünden sich im Alltag auch die 
Konflikte gegen die Herrschaft: zum Beispiel wenn Löhne und Renten gesenkt, Menschen aus 
ihren Häusern geschmissen werden, das Sozial- und Gesundheitswesen ruiniert, 
Umweltzerstörung zum Zweck der Profitmaximierung in Kauf genommen oder Ausbeutung 
institutionalisiert wird. Letzteres etwa durch die stärkere Segregation der Arbeitsmärkte 
infolge nationaler Abschottung gegenüber Geflüchteten und Migrant_innen. Wir setzen bei 
diesen konkreten Kämpfen an und versuchen dabei, die konkreten Abhängigkeiten von der 
abstrakten Herrschaft zu durchbrechen. Kapitalismus wird von uns allen gemacht, zusammen 
können wir ihn überwinden.
Selbstorganisierung jenseits von Staat, Nation und Europa
Das wird uns niemand abnehmen, kein Staat und keine Partei. Die etablierte Politik bleibt 
auf die Verwaltung kapitalistischer Sachzwänge beschränkt, da sie die Grundlagen 
kapitalistischer Herrschaft nie in Frage stellt: den Selbstzweck des Wirtschaftswachstums 
und die Trennung von Arbeit und Produktionsmittelbesitz. Wir müssen unser Leben selbst in 
die Hand nehmen - wir zielen auf antiautoritäre Selbstorganisation! In Europa sind 
transnationale Institutionen zur reibungslosen Organisation kapitalistischer Konkurrenz 
geschaffen worden, die sich den alten nationalen Aushandlungsprozessen entziehen. Diesen 
weinen wir keine Träne nach. Damit wir aber nicht durch die nationalistische 
Wettbewerbslogik gegeneinander ausgespielt werden, muss unser Kampf ebenfalls auf eine 
neue Stufe gehoben werden. Die Wahl zwischen Nationalstaat und Europa ist keine: Europa 
ist der Rahmen, in dem die nationalstaatliche Konkurrenz organisiert wird. Er produziert 
Gewinner und Verlierer, reproduziert nationale Spaltung und verstärkt nationalistische 
Formierungen. Eine befreite Gesellschaft können wir nur jenseits und gegen Nation und 
Europa erkämpfen.
Lasst uns den Prozess des transnationalen Austauschs vertiefen. Lasst uns unsere 
gemeinsamen Kämpfe, unsere gemeinsame Wut zusammenführen und die EZB als Symbol 
kapitalistischer Herrschaft in Europa angreifen. Kommt zum antiautoritären Block auf der 
antikapitalistischen Demonstration und beteiligt Euch an der Blockade der EZB-Feier in 
Frankfurt.
march18.net
Bus aus Freiburg zu den Protesten

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