(de) fda-ifa - stuttgart und gomorra - wenn sexkuschelecken die leitkultur zersetzen

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Mon Jun 29 09:48:07 CEST 2015


am gestrigen sonntag demonstrierten zum siebten mal tausende besorgter eltern, christliche 
fundamentalist*innen, stramme rechte, identitäre, nazis, pfaffen, nonnen und bayern 
vorgeblich gegen den neuen bildungsplan, der ab 2016 an den baden-württembergischen 
schulen umgesetzt werden soll. ---- mehrere hundert gegendemonstrant*innen protestierten 
gegen die rechte allianz und versuchten die "demo für alle" zu blockieren. ---- waren es 
gegen 13 uhr nur wenige hundert teilnehmer*innen auf dem schillerplatz, wuchs die zahl in 
den nächsten stunden auf über 4000 menschen an. es war wieder mal eine unseelige mischung, 
die sich versammelt hatte, um eine weltsicht zu präsentieren, die rückwärtsgewandter nicht 
sein könnte: menschen jeden alters, viele kinder und jugendliche, ganze familien und 
senior*innen zeigten gemeinsam mit evangelikalen, konservativen, afd, la manif pour tous, 
csu, cdu, rechten, identitären, nazis, pfaffen, nonnen, menschen aus bayern, der schweiz 
und österreich, was sie von einer befreiten gesellschaft halten, nämlich nicht viel. die 
ehe zwischen mann und frau, das heilige, von gott gesegnete, lebenslange bündnis, sei die 
einzige bindung, die der mensch eingehen dürfe. eine weltweite homolobby arbeite fleißig 
daran, der großen mehrheit der menschen, ihren willen und ihr falsche sexualität 
aufzuzwingen. es wurde sich vehement gegen die geplanten "sexkuschelecken in unseren 
kindergärten" und "verrückte gender-experimente" ausgesprochen. dazu wurden christliche 
gesänge angestimmt, mit kreuzen und fahnen gewedelt. und immer wieder beteuert, dass 
mensch nichts gegen homosexuelle habe, aber...

getaucht war die ganze szenerie in ein meer von blauen und rosafarbenen ballons und 
schildern. ein klares statement für die überholte einteilung der menschen in zwei 
geschlechter: blau für die jungen, rosa für die mädchen.

auf dem schlossplatz versammelten sich ab 12 uhr 30 mehrere hundert menschen, um gegen die 
"demo für alle" zu protestieren und um sie im anschluss an die kundgebung zu blockieren. 
doch das enorme bullenaufgebot von bereitschaftspolizei, bfe-einheiten und berittener 
polizei machte ein effektives agieren so gut wie unmöglich. strenge vorkontrollen, mehrere 
platzverweise, mindestens fünf ingewahrsamnahmen, ungezählte gewalttätige übergriffe, 
widerliche, herablassende verbalattacken, das einsetzen der polizeipferde als barrieren, 
behinderung und schikanierung von pressevertreter*innen und das schleimige agitieren von 
passant*innen durch die antikonfliktbullen sind die repressionsbilanz dieses tages in 
stuttgart.

gegen 15 uhr 30 setzte sich die "demo für alle" in bewegung: der zug schien kein ende zu 
nehmen. hier wurde nochmal deutlich, dass die zahl im vergleich zum 21.03.2015 sicher um 
das doppelte angestiegen ist. nach einer kurzen route, begleitet von kleinen gruppen von 
gegendemonstrant*innen, erreichte sie ungehindert den gut gesicherten platz vor dem 
staatstheater, wo die abschlusskundgebung stattfand und hunderte von blauen und 
rosafarbenen ballons in die luft zum himmlischen vater entlassen wurden.

auch hier wurde der protest sichtbar: an den absperrungen standen die 
gegendemonstrant*innen, viele nutzten die warmen temperaturen und wateten durch den 
eckensee, um auf tuchfühlung mit den fanatiker*innen der "demo für alle" zu gehen und 
diese und die bullen mit parolen und einer nassen abkühlung zu beglücken.

die "demo für alle" wächst stetig und zeigt von mal zu mal deutlicher ihr wahres gesicht: 
es geht ihr nicht nur darum, um "für die Wahrung der Elternrechte, Ehe und Familie und 
gegen Gender-Ideologie und Sexualisierung der Kinder zu demonstrieren" - was ja schon 
genügend gründe wären, um proteste gegen sie zu organisieren - sondern darum eine rechte 
allianz zu schmieden, die emanzipatorische bewegungen verleumdet, die das 
selbstbestimmungsrecht von menschen beschneiden will und die den konservativen rollback 
der gesellschaft beschleunigt. sie arbeitet dabei mit angst, religiösem eifer und 
rechtskonservativer ideologie. nazis sind mit an bord, werden toleriert und als teil der 
familie mit offenen armen aufgenommen.

wenn die nächste "demo für alle", die in wahrheit eine "demo gegen fast alle" ist, 
stattfindet, müssen wir unseren protest um einiges deutlicher machen und das nicht nur 
zahlenmäßig.

die "demo für alle" stoppen.
homophobie raus aus den köpfen.
für eine befreite gesellschaft.

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