(de) fda-ifa: Pressemitteilung zu Demonstration und Protest in Annaberg-Buchholz
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Thu Jun 4 12:32:17 CEST 2015
Wir haben heute die folgende Pressemitteilung herausgegeben, in der Hoffnung, dass sich
unsere Forderungen auch medial verbreiten. Der MDR hat schon im Vorfeld über
Schweigemarsch und Protest berichtet, von der Freien Presse gibt es eine Kurzmeldung mit
schickem Foto und einen kleinen Artikel. ---- Von uns wird es auch einen ausführlichen
Artikel geben (dann hier und bei Indymedia zu finden), da eine PM den Tag kaum
zufriedenstellend zusammenfassen kann. Wir möchten auch die aktuelle Lage bei den
evangelikalen Fundis näher beleuchten - ihr könnt also gespannt sein. ---- Sehr geehrte
Journalist_innen, wir bitten freundlich um die Beachtung der Pressemitteilung. ----
Annaberg-Buchholz, 01.06.2015: +++ Protest gegen fundamentalistischen "Schweigemarsch" im
Erzgebirge + Ultrakonservative wollen Schwangerschaftsabbruch kriminalisieren +
lautstarker Protest von feministischen Gruppen +++
01.06.2015, Annaberg-Buchholz:
Am Montagnachmittag demonstrierten in Annaberg-Buchholz mehr als 200 Menschen unter dem
Motto: "Für unbefleckte Abtreibung - Weg mit §218!", um feministische Inhalte in die
Öffentlichkeit zu tragen. Anlass dafür war der sogenannte "Schweigemarsch für das Leben"
von christlich-fundamentalistischen Abtreibungsgegner_innen.
Pauline Heinze vom Bündnis ,,Pro Choice Sachsen" erklärte, warum Menschen gegen diesen
"Schweigemarsch" auf die Straße gehen: "Weil wir das Gefühl haben, das feministische
Rechte, die erkämpft wurden, immer mehr bedroht werden, durch eine antifeministische
Rhetorik die gerade sehr anschlussfähig scheint."
Bei mehreren Kundgebungen während und am Ende der Demonstration wurde in verschiedenen
Redebeiträgen das Recht auf Selbstbestimmung von schwangeren Menschen propagiert und deren
bestmögliche Unterstützung gefordert. Die Pläne der Abtreibungsgegner_innen wurden als
reaktionär und frauenfeindlich abgelehnt. Als besonders perfide stellt sich der Versuch
der CDL ("Christdemokraten für das Leben") dar, Schwangerschaftsabbrüche auf eine Stufe
mit dem Euthanasieprogramm der NS-Zeit zu stellen. Eva Brackelmann, Vorsitzende der Frauen
in der SPD Sachsen, sagte dazu: "Ich finde diesen Vergleich hochgradig unanständig."
Bei ,,Schweigemärschen" wie etwa in Annaberg-Buchholz nehmen auch bekanntere
Politiker_innen teil. Dieses Jahr nahm die Bundesvorsitzende der CDL Mechthild Löhr teil.
Auf einer vergleichbaren Demonstation in Berlin lief u.a. die Europaabgeordnete der AfD,
Beatrix von Storch, mit.
Schon am Erzgebirgsklinikum, dem Startpunkt der Fundamentalist_innen, wehte dem
"Schweigemarsch" Protest entgegen. Eine kleinere Gruppe feministischer Demonstrant_innen
erschien mit einem Transparent direkt vor der christlich-fundamentalistischen
Demonstration und setzte so einen deutlich sichtbaren Kontrapunkt.
Auch an zwei weiteren Stellen, wo sich "Schweigemarsch" und Gegendemonstration begegneten,
gab es lauten und kreativen Protest der feministischen Demonstrant_innen, um die
reaktionären Forderungen der CDL nicht unwidersprochen zu lassen.
Nach der Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz kam es kurzzeitig zu einem willkürlichen
Eingreifen der Polizei, dass sich die Sprecherin des Bündnisses, Gloria Lust, nicht
erklären kann: ,,Wir können die sinnlose Polizeigewalt nach dem Ende der vollkommen
friedlichen Demo nicht verstehen. Offenbar sollen hier in Annaberg-Buchholz feministische
Proteste in ein schlechtes Licht gerückt werden. Wir verurteilen das grundlose und
gewaltsame Vorgehen der Polizei zutiefst."
Zum Protest hatte das Bündnis "Pro Choice Sachsen" aufgerufen. Der Zusammenschluss
mehrerer Initiativen und Vereine fordert unter anderem die Legalisierung von
Schwangerschaftsabbrüchen, welche nach §218 StGB in Deutschland immer noch illegal sind
und nur unter bestimmten Umständen straffrei bleiben. Weltweit gibt es immer wieder
Versuche von Konservativen, bestehende gesetzliche Regelungen zu verschlechtern.
Weitere Informationen finden Sie unter www.schweigemarsch-stoppen.de, bei Fragen wenden
Sie sich bitte an: pro-choice at riseup.net
http://fda-ifa.org/pressemitteilung-zu-demonstration-und-protest-in-annaberg-buchholz/
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