(de) FAU Berlin, "Mall of Shame": Erste Verhandlungen vor Gericht vertagt

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Tue Jul 21 16:46:00 CEST 2015


Am heutigen 16. Juli 2015 sollte in zwei der sieben Klageverfahren gegen die 
Openmallmaster GmbH (OMM), einem Subunternehmen beim Bau der "Mall of Berlin", die erste 
Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Berlin stattfinden. Doch soweit kam es nicht: Der 
OMM-Geschäftsführer, dessen Erscheinen angeordnet war, war "leider erkrankt", wie sein 
Anwalt Smiechowski mitteilte und dem Gericht eine "Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung" 
vorlegte. Smiechowski, so scheint es, wollte in Körperhaltung und Verhalten - 
unverhohlenem Gähnen etwa - seiner ganzen Verachtung für die Klagen der Kollegen Ausdruck 
verleihen. Inhaltlich stritt er alle Vorwürfe ab: OMM habe lediglich einen (!) Bauleiter 
auf der Baustelle im Einsatz gehabt und alle Arbeiten durch Subunternehmen ausführen 
lassen - rechtlich möglich ist das, aber ist das praktikabel und glaubwürdig?
Erkrankt war übrigens auch - und das war der Knackpunkt - der gerichtlich bestellte 
Dolmetscher, und dessen Vertretung war bei Gericht nicht vereidigt, so dass die 
vorsitzende Richterin die Verhandlung vertagte: "Das hatte ich mir, ehrlich gesagt, anders 
vorgestellt", sagte sie, denn "wir hatten inhaltlich natürlich auch viele Fragen gehabt". 
Die nächste Verhandlung, in Klagen anderer Kollegen, ist für den 30. Juli angesetzt.

Nach dem überraschend schnellen Ende der Verhandlung veranstaltete die FAU Berlin wie 
geplant eine Kundgebung vor dem Arbeitsgericht. In einem ersten Statement skandalisierten 
die GewerkschafterInnen eine "Verschleppungstaktik" der beklagten Firma, die Teil eines 
undurchsichtigen Subunternehmergeflechts war. Der Lohnbetrug stellt sich der Gewerkschaft 
bisher ähnlich dar wie im Fall der Berliner Firma Beton-System-Schalungsbau GmbH (BSS), 
die schon längst genauso insolvent ist wie die Generalübernehmerin der "Mall of Shame", 
die Fettchenhauer Controlling & Logistic GmbH (FCL). Vor der FCL war die BSS 
Generalübernehmerin der "Mall of Berlin" und in beiden Firmen spielte Andreas 
Fettchenhauer als Geschäftsführer bzw. Gesellschafter eine Rolle. Der BSS-Geschäftsführer 
Peter Korries steht derzeit in Frankfurt/Main vor Gericht (24. Wirtschaftskammer des 
Landgerichts Frankfurt), die Anklage lautet auf Hinterziehung von Steuern und Abgaben, 
Vorenthaltung von Arbeitsentgelt, wegen Bestechlichkeit und Betrugs.

Der eigentliche Witz der letzten Tage bleibt derweil die (laut Medienberichten) 
mehrheitliche Beteiligung Harald Huths an der insolventen FCL, von der er sich als 
Mall-Investor im Dezember 2014 medienwirksam verabschiedet hatte, und insbesondere von der 
Person Fettchenhauers. Die FAU Berlin deckte bereits kurze Zeit später auf, dass Huth 
weiterhin mit einer anderen "FCL" von Fettchenhauer bei einem weiteren Projekt 
zusammenarbeitete.

Der Fall "Mall of Shame" bleibt auch weiterhin ein Schrecken ohne Ende.

https://berlin.fau.org/news/mall-of-shame-erste-verhandlungen-vor-gericht-vertagt


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